Ermatingen TG

27. Januar 2019 17:45; Akt: 14.02.2019 15:46 Print

Einbrecher könnte sein Opfer rechtlich belangen

Die Kamera eines Leser-Reporters aus Ermatingen TG filmte am Donnerstag Einbrecher bei ihrer «Arbeit». Dies kann sinnvoll sein – die Polizei warnt aber auch.

Sehen Sie die Einbrecher in Aktion. (Video: Leser-Reporter)
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Während der 48-jährige Leser-Reporter am Arbeiten war, stiegen Einbrecher am Donnerstag bei ihm zu Hause in Ermatingen TG ein. Sie stahlen Schmuck, Uhren und etwas Bargeld – und auch die Kamera, die sie beim Durchsuchen des Hauses gefilmt hatte. Die Kamera übertrug die Bilder des Einbruchs auf das Smartphone des Leser-Reporters.

Laut Daniel Meili, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, können Bilder solcher Überwachungskameras durchaus dazu beitragen, die Einbrecher zu ermitteln. «Einbrüche verhindern kann eine Kamera aber nicht und es ist auch nicht für jeden Haushalt die ideale Lösung», so Meili. Sich Gedanken über Einbruchschutz zu machen, sei sicher ratsam. Dass sich jeder nun aber eine Kamera anschaffen sollte, wäre falsch, weil es je nach Situation bessere Massnahmen gibt.

Problematik Persönlichkeitsschutz

Die Bilder ins Netz zu stellen, findet die Polizei indes nicht ideal. «Wenn sie erst einmal im Netz sind, ist es schwierig, sie von da wieder wegzubekommen», so Meili. Verboten sei es allerdings nicht. Er gibt aber zu bedenken, dass es mit Blick auf den Persönlichkeitsschutz der Täter problematisch sein könnte. Diese könnten nämlich theoretisch rechtliche Schritte einleiten.

Bis die Polizei jemanden mit Bild zur Öffentlichkeitsfahndung ausschreibe, müsse eine gewisse Schwere des Delikts vorhanden sein. Bei einem Einbruch sei dies in der Regel nicht gegeben. Anders sieht es bei einem Raubüberfall aus. Wenn hier geeignetes Bildmaterial vorhanden sei, werde öffentlich nach dem Täter gefahndet.

Tresor hinter Bild

Im Video sieht man, wie die drei Täter die Räume durchsuchen. Unter anderem wird auch hinter einem Bild nachgesehen. Meili vermutet, dass die Einbrecher nach einem Tresor gesucht haben. Meist hätten es Täter allerdings auf Dinge abgesehen, die lose herumliegen. Das mache weniger Arbeit. Wenn ein Tresor nämlich genügend schwer oder richtig befestigt sei, sei es sehr schwierig, diesen mitzunehmen.

Dass die Täter sich von der Kamera nicht abschrecken liessen, könnte auch daran liegen, dass sie gar nicht gemerkt haben, dass sie gefilmt werden. Wenn Einbrecher nämlich überrascht werden oder sich ertappt fühlen, etwa weil Bewohner nach Hause kommen, suchen sie laut dem Polizeisprecher meist direkt das Weite. «Einbrecher haben keine Lust auf Konfrontation», so Meili.

Die Täter im vorliegenden Fall wurden noch nicht gefasst. Die Ermittlungen der Polizei laufen. Bisher ist ein Hinweis aus der Bevölkerung eingegangen. Weitere Einbrüche in Ermatingen in jüngster Zeit sind der Polizei nicht bekannt.

(taw)