Brunnadern SG

08. November 2018 12:09; Akt: 08.11.2018 13:37 Print

«Er hat Träume, in denen auch er erstochen wird»

H. M.* hat im Sommer 2017 Familien-Dogge Beppi getötet. Mittlerweile wurde er wegen Tierquälerei verurteilt. Die Familie findet dennoch keinen Frieden.

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Es sind verstörende Bilder von der Attacke auf Dogge Beppi im Sommer 2017. Das vierjährige Tier wurde von H. M.* niedergestochen. Dieser war mit seinen Huskys in Brunnadern SG unterwegs, als Beppi aus dem Garten auf die Strasse rannte. In der Folge stach M. mehrfach auf die Dogge ein. Die Halterfamilie musste zusehen.
«Ich habe die Sau abgestochen», habe M. geschrien, erzählt die Mutter 20 Minuten. Beppi starb in ihren Armen.

M. sieht sich als Opfer. Er habe Todesangst ausgestanden, als die Dogge auf ihn und seine Hunde losgegangen sei, und habe aus reiner Notwehr gehandelt.

Angst vor Rache

Die Besitzerfamilie kann dies alles bis heute nicht vergessen, die Bilder bleiben im Kopf. Vor allem der elfjährige Sohn leidet sehr. «Er kommt manchmal morgens weinend zu mir und berichtet von Albträumen, in denen er oder ich ebenfalls erstochen werden», erzählt die Mutter gegenüber
«Blick». Das gehe so weit, dass der Bub sich nicht traue, das Haus zu verlassen, wenn es dunkel sei. Auch den Keller meidet er seither. Noch immer ist er in psychologischer Behandlung. Hinzu komme, dass der Täter offenbar mit Rache drohe. Die Familie ist mittlerweile schon so mit den Nerven am Ende, dass auch ein Umzug möglich sei.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Täter inzwischen per Strafbefehl verurteilt wurde. Wegen vorsätzlicher Tierquälerei und Sachbeschädigung erhielt er eine unbedingte Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 100 Franken. Hinzu kamen Untersuchungskosten in Höhe von 1000 Franken. Laut Staatsanwaltschaft sei mit grosser Kraft und einer neun Zentimeter langen Klinge auf die Dogge eingestochen worden. Dies beweise, dass H. M. den Hund habe töten wollen oder dessen Tod in Kauf genommen habe. Die Staatsanwaltschaft geht nicht davon aus, dass der Husky-Halter durch die Dogge ernsthaft in Gefahr gewesen ist.

* Name der Redaktion bekannt

(20M)