Ostschweizer Pastor schwer verletzt

02. Oktober 2018 11:34; Akt: 02.10.2018 15:03 Print

«Er wollte mich vor meiner Familie umbringen»

Pastor Patrick Altendorfer ist am Sonntag angegriffen worden, ein Video zeigt seine Verletzungen. Ein deutscher Prediger soll dafür verantwortlich sein.

Der Prediger Patrick Altendorfer nach dem Angriff auf ihn. (Video: Leser-Reporter / Tamedia)
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«De Siech hät mi wölle umbringe», sagt Patrick Altendorfer in einem Video. Darin kniet der Ostschweizer Pastor der Freikirche «Gott weiss es» (siehe Box) vor einer Blutlache. Mit einem Handtuch wischt er sich über das Gesicht, um seine blutende Hand ist ein Verband angebracht. Die Verletzungen stammen von einem Angriff am späten Sonntagabend: «Nach dem Gottesdienst in Altstätten SG fuhr ich mit meiner Familie nach Hause nach Uttwil TG. Meine Frau, meine elfjährige Tochter und mein dreizehn Monate alter Sohn gingen voraus, doch sie mussten vor der Haustür auf mich warten, weil ich die Schlüssel hatte.»

Plötzlich sei ein vermummter Mann hinter ihm aufgetaucht. «Er schlug mir mit einer Eisenstange auf den Kopf. Als ich mich umdrehte, zielte er mit Pfefferspray auf mein Gesicht. Daraufhin folgten weitere Schläge mit der Eisenstange auf den Kopf», erinnert sich Altendorfer. Er ist überzeugt: «Der Mann wollte mich vor den Augen meiner Familie umbringen.»

Pastor wird nach Gottesdienst angegriffen

Messer gezückt

In der Zwischenzeit habe seine Frau überall bei den Nachbarn geklingelt und sei mit den Kindern ins Haus geflüchtet. Altendorfer sei dann ebenfalls zum Haus gerannt: «Der Mann folgte mir die Treppen hoch. Er zückte dann ein Messer und stach mir seitlich in den Bauch, in der Nähe der Niere. Beim zweiten Mal konnte ich das Messer dann aber mit meiner Hand abwehren. Er hätte sicher weitergemacht, wären die Nachbarn nicht in den Gang getreten.» Der Vermummte sei dann geflüchtet.

Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt den tätlichen Angriff: «Ein Mann ist am Sonntag kurz nach 20 Uhr von einer unbekannten Person angegriffen worden. Er trug leichte bis mittelschwere Verletzungen davon und musste ins Spital gebracht werden», sagt Sprecher Matthias Graf. «Wir ermitteln nun in alle Richtungen.»

Beweise gesammelt

Altendorfer glaubt zu wissen, wer hinter dem Angriff steckt: «In den letzten zehn Monaten habe ich sehr viel Dubioses über den deutschen Prediger und Evangelisten T. Y.* herausgefunden», sagt er. Dieser steckt hinter dem christlichen Motorradclub «True Life» (wahres Leben).

Altendorfer hatte Y. bereits früher auf Youtube vorgeworfen, Frauen missbraucht, Menschen bedroht und Gelder veruntreut zu haben. Daraufhin hatte Y. den Ostschweizer Prediger angezeigt. Das Bezirksgericht Arbon TG entschied im März, dass Y. nichts nachgewiesen werden könne, berichtete der «Blick». Daraufhin musste Altendorfer einige seiner Youtube-Videos löschen. «Seither hatte ich aber Zeit, Beweise zu sammeln», sagt Altendorfer, «deshalb wollte man mich loswerden.»

«Sie versuchten, mich umzubringen»

In einem Video, das Altendorfer am Montag auf die Facebook-Seite der Freikirche gestellt hat, legt er nach: «T.Y.s Schergen haben versucht, mich umzubringen.» Er wisse, um wen es sich beim Angreifer handle.

Noch am 24. September hatte Altendorfer auf Facebook geschrieben, «nach über 10 Monaten Kampf im Fall T.Y.» sei seine Familie «finanziell in einer sehr ernsten Lage». Er werde zweimal nach Deutschland reisen, um «einiges zu erledigen», damit auch der «Hinterletzte» über die katastrophalen Ereignisse Bescheid wisse.

Mehrere Anfragen von 20 Minuten zum Vorfall liess das Umfeld von T.Y. seit Montagabend unbeantwortet.

*Name der Redaktion bekannt

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