Lawinengefahr

14. Januar 2019 10:38; Akt: 14.01.2019 17:36 Print

Strasse Disentis–Chur ab 18 Uhr wieder offen

Nach einer Lawinenwarnung ist Disentis GR von der Aussenwelt abgeschnitten. Diesen Abend sollte die Strasse wieder geöffnet werden.

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Die Strassensperre soll nach Informationen des Graubündner Tiefbauamts heute um 18 Uhr aufgehoben werden. Gesperrte Strasse nach Disentis: Rund zwei Kilometer weit wurde der Schnee geräumt, dahinter ist die Strasse selbst für die Räumungsdienste gesperrt. (14. Januar 2019) Am Sonntagabend kurz nach 22 Uhr hatte die Lawinenwarnanlage oberhalb Disentis GR Alarm ausgelöst. «Am Berg ist etwas ins Rutschen geraten, darum schlug die Lawinenwarnanlage Alarm. Bis hinunter auf Gemeindegebiet sind allerdings keine Lawinen gelangt», sagt Robert Cajacob, Gemeindepräsident von Disentis. Seit Sonntagabend sind aus Sicherheitsgründen vorsorglich sämtliche Strassen und Schienen in der näheren Umgebung gesperrt. Die Dörfer Disentis und Sedrun sind von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Menschen vor Ort sitzen fest. Auch die Schulen bleiben geschlossen. «Es ist ein komisches Gefühl. Das Dorf gleicht einer Geisterstadt. Niemand ist unterwegs und alle scheinen auf Neuigkeiten zu warten», sagt eine Leserreporterin. Die Situation wird vom Tiefbauamt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Wald- und Naturgefahren laufend neu beurteilt. Ungewöhnlich ist die grosse Schneemenge, mit der die Räumungsdienste zu kämpfen haben. Fahrzeuge bringen die Schneemassen aus dem Dorf. «Aufgrund des Nebels und des Windes können zurzeit keine Helikopter fliegen. Deswegen lässt sich das Ausmass der Gefahr nicht genau bestimmen», sagt Aluis Riedi, Strassenwart beim Tiefbauamt GR. «Sicherheitshalber bleibt die Strasse nach Disentis solange gesperrt, bis die Lawinenforschung die Situation einschätzen kann», so Riedi.

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Am Sonntagabend kurz nach 22 Uhr löste die Lawinenwarnanlage oberhalb Disentis GR Alarm aus. Seither sind aus Sicherheitsgründen vorsorglich sämtliche Strassen und Schienen in der näheren Umgebung gesperrt und die Dörfer Disentis und Sedrun von der Aussenwelt abgeschnitten.

Wie das Tiefbauamt Graubünden mitteilt, wird die Oberalpstrasse, die Disentis mit Chur verbindet, ab heute Abend um 18 Uhr wieder geöffnet. Noch sind ist das Tiefbauamt mit Räumungsarbeiten beschäftigt.

Zunächst war das Dorf abgeschnitten

Nach dem gestrigen Alarm waren die Dörfer Disentis und Sedrun nicht mehr erreichbar. Die Menschen vor Ort sassen fest. Auch die Schulen blieben geschlossen. «Am Berg ist etwas ins Rutschen geraten, darum schlug die Lawinenwarnanlage Alarm. Bis hinunter auf Gemeindegebiet sind allerdings keine Lawinen gelangt», sagt Robert Cajacob, Gemeindepräsident von Disentis.

«Wir kennen diese Situation aus anderen Jahren. Auf Siedlungsgebiet besteht keine Gefahr, aber ausserhalb sind ohnehin längst alle Wanderwege und anderen touristischen Angebote geschlossen. Nur das Skigebiet bleibt offen», so Gemeindepräsident Robert Cajacob. Die Situation wird vom Tiefbauamt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Wald- und Naturgefahren laufend neu beurteilt.

Schnee, Nebel und Winde

Ungewöhnlich ist die grosse Schneemenge, mit der die Räumungsdienste zu kämpfen haben. Und: «Noch immer stürmt es hier ziemlich und der Wind zusammen mit dem Nassschnee sorgt nicht für eine Entspannung, was die Lawinensituation betrifft», sagt Simona Barmettler, Geschäftsführerin von Sedrun-Disentis Tourimus.

Aluis Riedi, Strassenwart beim Tiefbauamt GR: «Es passiert ab und zu, dass Strassen wegen Lawinengefahr gesperrt bleiben. Erst letztes Jahr hatten wir eine ähnliche Situation. Aufgrund des Nebels und des Windes können zurzeit keine Helikopter fliegen. Deswegen lässt sich das Ausmass der Gefahr nicht genau bestimmen. Sicherheitshalber bleibt die Strasse nach Disentis solange gesperrt, bis die Lawinenforschung die Situation einschätzen kann.»

Der erste grosse Schnee ist da

Am Sonntagabend hätten sie vom Lehrer eine Nachricht erhalten, dass die Schule für die Kinder am Montag ausfalle, erzählt eine Leserreporterin. «Wir sind angespannt in dieser ungewissen Situation – vor allem, weil Lawinen drohen. Man weiss nicht, was da noch vom Berg runter kommt.»

Sie seien vor rund einem Jahr bereits zwei, drei Tage abgeschnitten gewesen. «Es ist ein komisches Gefühl. Das Dorf gleicht einer Geisterstadt. Niemand ist unterwegs und alle scheinen auf Neuigkeiten zu warten», so die Leserreporterin.

Für Arbeitstätige «mühsam»

Viele aus Disentis würden ausserhalb des Dorfes arbeiten. Für die sei die Sperrung relativ mühsam. «Eine Kollegin hätte heute in Laax ihren ersten Arbeitstag gehabt. Ihr neuer Arbeitgeber zeigte aber grosses Verständnis.»

(scl)