Riesen-Wels aus dem Bodensee

11. Juni 2019 17:01; Akt: 11.06.2019 17:13 Print

«Es war richtig, den Fisch zu töten»

Vor einigen Tagen zog ein Fischer aus Fussach (A) einen 2,45 Meter langen Wels aus dem Bodensee. Die Internetgemeinde ist über den Tod des Fisches empört.

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Der Artikel über den 2,45 Meter langen und 100 Kilogramm schweren Wels, den Berufsfischer Franz Blum am vergangenen Donnerstag aus dem Bodensee gefischt hat, schlug hohe Wellen. Unter den über 600 Kommentaren sind viele von Lesern, die über den Fang empört sind.

«Naja schade, der Fisch stirbt nun, nur um an die Wand gehängt zu werden. Meines Erachtens ein sinnloser Tod», schreibt ein 20-Minuten-Leser. «Der Fisch ist tot und niemand braucht ihn. Wäre doch besser gewesen, ihn wieder in den See zu entlassen», meint ein anderer. Immer wieder fällt der Begriff «catch and release» als Alternative zum Töten. Dabei versteht man in der Angelfischerei das Zurücksetzen von gefangenen Fischen ins Wasser.

In der Tierschutzverordnung des Bundes (Art. 23) ist allerdings gesetzlich verankert, dass diese Form der Fischerei verboten ist. In einigen Fällen kam es schon zu strafrechtlichen Verfolgungen. Auch im Vorarlberg sei «catch and release» grundsätzlich verboten, sagt Nikolaus Schotzko, Sachverständiger für Fischerei. «Unter dieser Methode leiden die Tiere nur.» Man könne von dem Verbot absehen, wenn beispielsweise sehr seltene Fischarten betroffen seien. «Der Pazifische Lachs ist so eine Ausnahme. Hier sollten nicht alle Fische entnommen werden, die gefangen werden. Es würde relativ schnell zu einem Problem in der Population kommen.»

«Fang ist völlig unkritisch»

Im Falle des Riesen-Wels sei aber absolut korrekt gehandelt worden: «Es war gut, dass der Fisch entnommen und getötet wurde. Er hat eine Grösse erreicht, mit der er mehrheitlich nur noch Schaden anrichtet.» Solche Fische würden nicht mehr wachsen, sondern nur noch fressen, so Schotzko. Ausserdem wäre das Freilassen auch aus einem weiteren Grund nicht sinnvoll gewesen: «Der Wels wurde mit einem Netz gefangen. Meistens werden sie dabei verletzt und dürfen dann sowieso nicht mehr freigelassen werden.» Da der Wels-Bestand im Bodensee stetig zunehme, sei der Fang völlig unkrititsch.

Auch Blum verteidigt sein Verhalten: «Raubfische in dieser Grösse haben keine natürlichen Feinde mehr», sagt er gegenüber 20 Minuten. «Sie richten in ihrem Revier unter Umständen enormen Schaden an.» Tatsächlich erkennen, wie gross ein Fisch sei, könne man ausserdem erst, wenn er schon gefangen sei.

Fisch wird präpariert

Blum entschied sich dazu, den Fisch präparieren zu lassen. «Man hätte ihn schon esse können. Es ist aber unklar, wie gut der geschmeckt hätte, da er sicherlich einen sehr hohen Fettanteil hat», so der Fischer. Er hätte es schade gefunden, ein solches Tier einfach zu zerschneiden: «Wer weiss wann man wieder einen solchen Riesen-Wels aus dem Bodensee ziehen wird.»

(mwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FischersFritz am 11.06.2019 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Petri-Heil

    Darauf ein dreifaches Petri-Heil! Vollkommen richtig gehandelt! Ein Fang fürs Leben!

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  • Piri am 11.06.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Völlig korrekt gehandelt, immer die Zusammenhänge im Auge behalten.

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  • CH am 11.06.2019 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wels

    ....wieso mischen sich die Tierschützer überall ein? es ist völlig in Ordung, dass der Fisch getötet wurde. Es war ein Monstet er hätte nur Schaden angerichet im Gewässer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lady Mona am 13.06.2019 03:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosser Fisch

    " Erst wenn der letzte Baum gerodet , der letzte Fisch gefangen , der letzte Fluss vergiftet , werdet Ihr merken dass man Geld nicht essen kann ! " Zitat Greenpeace

  • Andy69 am 11.06.2019 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schützen statt töten

    Wer entscheidet das es richtig oder falsch ist..... Sind wir Gott?? Dieser Fisch war bei dieser grösse vermutlich schon einige Jahre alt und konnte sich bisher gut verstecken vor den Fischern...wirklich Schade, dass so ein grosser Fisch nicht einfach in Ruhe gelassen werden kann. Alles was irgendwie speziell ist für die Medien, Öffentlichkeit muss der Mensch haben, fangen, zerstören etc. und dann wird es auch noch ins Netz gestellt..... Das ist auch der Mensch... anstatt zu schützen und stolz zu sein das ein solches Exemplar im Bodensee existiert. Traurig ist das und enttäuschend.

  • Werns am 11.06.2019 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Fisch ist Gesund

    und wird sehr viel gegessen, aber wenn Fischer einen grossen Wels fangen ist es für viele auch nicht recht. Morgen gehen wir Forelle vom Grill essen...

  • Christ am 11.06.2019 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur

    Richtig oder falsch ist irrelevant. Tatsache ist, dass sich die Natur selber regelt. Wenn es nicht genug Futter hätte wäre dieser Fisch sicher nicht so gross geworden. Zudem kann er keinen Schaden anrichten, dieser Schaden hätte sich schon jetzt bemerkbar gemacht.

  • Marcel am 11.06.2019 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ca. 40 Jahre alt

    Hey der Wels ist ca. 40 Jahre alt und die Schäden wo man ihm zuspricht sind nicht so gross wie angenommen. Es würde mich interessieren wie viele Leute hier, sich wirklich mit dem Wels auskennen. Der Wels ist KEIN fresslustiges, schädliches Monster !!