St. Gallen

07. Dezember 2016 05:50; Akt: 07.12.2016 10:10 Print

«Für Behinderte ist der Bahnhof eine Zumutung»

Ab Sonntag ist die Hauptunterführung beim Bahnhof St. Gallen für ein Jahr komplett gesperrt. Pendler und Gewerbler sind wenig begeistert.

Die Pendler am Bahnhof St. Gallen nerven sich über den Umbau.
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«Die Situation am Bahnhof ist sehr mühsam. Oft ist es ein riesen Stress den Zug zu erwischen, vor allem mit dem Kinderwagen», so Sabrina Marchetti aus St. Gallen. Wie ihr geht es zahlreichen anderen Pendlern, die sich über den Umbau am Bahnhof St.Gallen nerven. Auch Patrick Mühlemann aus Gossau ist betroffen: «Es ist sehr verwirrend, ein grosses Durcheinander.»

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Ab Sonntag, 11. Dezember 2016, wird den Pendlern noch mehr abverlangt: Die Hauptunterführung beim Rathaus wird für ein Jahr gesperrt. Die Gleise 2 bis 7 sind nur noch über die Unterführung West im Sektor A zu erreichen. Die neue Unterführung soll breiter und heller gestaltet werden. Ein barrierefreier Zugang zu allen Perrons wird mit Rampen und Lifts gewährleistet, zudem entstehen Rolltreppen zur neuen Ankunftshalle. Ebenfalls sollen bis Herbst 2018 zehn neue Ladengeschäfte die Unterführung beleben.

«Es wird ein Gerangel geben»

Für Roger Cserba vom Café Starbucks verheisst die Sperrung nichts Gutes: «Wir werden weniger Kunden haben», ist er sicher.
Auch bei Pro Bahn ist man über die Sperrung nicht begeistert, laut Bruno Eberle von Pro Bahn Ostschweiz ist sie aber wohl unumgänglich. Viel schlimmer sei, dass die neue Unterführung nicht verlängert werde. «Das bedeutet, dass auch in Zukunft alle Leute kreuz und quer über den Platz rennen. Das wird sehr gefährlich werden», ist Eberle überzeugt.

Auch bei Pro Infirmis hält man die Sperrung für eine Zumutung: «Für Leute mit einer Behinderung ist es sehr schwierig, sich am Bahnhof zurechtzufinden. Es wird eine Herausforderung, wenn nur noch eine Unterführung zugänglich ist», sagt Therese Wenger, Geschäftsleiterin Pro Infirmis St. Gallen-Appenzell.

«Baulogistisch ist es die sinnvollste Lösung»

SBB Mediensprecher Reto Schärli erklärt, weshalb man sich für die komplette Sperrung entschloss: «Baulogistisch ist es die sinnvollste Lösung.» Ohne Sperrung würden die Arbeiten länger dauern und wären teurer. Eine Teilsperrung wäre zwar möglich, aber dabei müssten die Passanten durch enge Provisorien geschleust werden, so Schärli.

Über die Änderungen der Neugestaltung informiert die SBB auf ihrer Seite.

(luh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J@Si am 07.12.2016 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Motz, motz, motz

    Der St.Galler HB hat es nun schon seit langem nötig, saniert zu werden. Dann wird endlich was gemacht und alle motzen. Was soll das? Ja, es ist umständlich und für gewisse Leute bestimmt nicht konfortabel aber herje, da steht man darüber. Es kann nur besser werden.

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  • Jommeri am 07.12.2016 06:29 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach mal...

    ...nicht immer rummjammern. Denn am Schluss haben die die jetzt rumjammern am meisten Freude an den rampenlosen Zugängen zum Perron und an den grösseren Gewerbeflächen... Ohne Bauzeit ging es nun mal noch nie, insbesondere wenn der Bestand geändert werden muss! Gopfriedstutznomol!

  • Blueyonder am 07.12.2016 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwann..

    Soll besser gewartet werden bis uns ein Teil der Unterführung auf den Deckel fällt? Irgendwann muss doch schliesslich alles sarniert werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Laudis am 07.12.2016 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kompromiss

    Der Kompromiss ist ja schnellere Bauzeit gegen eine etwas unbequemere provisorische Lösung Mit Behinderung muss man sowieso mehr Zeit einplanen, die Zeiten zum wechseln reichen oft nicht wenn man nicht sogut zu Fuß ist....

  • J@Si am 07.12.2016 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Motz, motz, motz

    Der St.Galler HB hat es nun schon seit langem nötig, saniert zu werden. Dann wird endlich was gemacht und alle motzen. Was soll das? Ja, es ist umständlich und für gewisse Leute bestimmt nicht konfortabel aber herje, da steht man darüber. Es kann nur besser werden.

    • roke01 am 07.12.2016 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @J@Si

      sorry aber für rollstuhlfahrer ist es eine zumutung. aber wie immer daran denkz die sbb nicht sondern nur ans geld machen. auch rollstuhlfahrer sind menschen wie jeder andere. ich bin zum glück keiner aber ich kämpfe für rollstuhlfahrer

    • J@Si am 07.12.2016 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @roke01

      Ich bin auch für eine behindertengerechten Umgebung. Doch die muss geschaffen werden. In einer Bauphase kann man nicht jedem und allen gerecht werden. Bei aller Liebe.

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  • André Gubelmann Brasilien am 07.12.2016 06:34 Report Diesen Beitrag melden

    Errare humanum est

    Ich dachte immer die Stadt St.Gallen hat sehr schlaue Stadtplaner.In diesem Falle habe ich mich gewaltig geirrt.

    • Laudis am 07.12.2016 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @André Gubelmann Brasilien

      Machs doch besser .... Für gute Vorschläge sind die meisten dankbar...

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  • Jommeri am 07.12.2016 06:29 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach mal...

    ...nicht immer rummjammern. Denn am Schluss haben die die jetzt rumjammern am meisten Freude an den rampenlosen Zugängen zum Perron und an den grösseren Gewerbeflächen... Ohne Bauzeit ging es nun mal noch nie, insbesondere wenn der Bestand geändert werden muss! Gopfriedstutznomol!

  • Reto Gallus am 07.12.2016 06:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ostschweizer Logik

    Täglich sind 75'000 Pender davon betroffen. Die Argumentationslogik für die Sperrung ist zum Schreien, dabei kostet der Umbau vom Bahnhof 78 Mio. CHF. Andernsorts (z.B. in Zürich) wäre eine solche Sperre über ein Jahr (!) hinweg undenkbar. In der Ostschweiz wird sie den Betroffenen einfach zugemutet.