Lawine auf Schwägalp

11. Januar 2019 11:17; Akt: 11.01.2019 12:38 Print

«Für Wintersportler bleibt die Situation kritisch»

Nach dem Lawinenniedergang auf der Schwägalp bleibt die Situation angespannt. Ein Experte erklärt, wo die grösste Gefahr lauert.

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Eine Lawine hat am Donnerstagabend das Hotel auf der Schwägalp getroffen und Teile des Restaurants eingedrückt. Die Lawine hatte einen Kegel von etwa 300 m Breite und 5 m Höhe. Mehrere Autos wurden verschüttet, drei Personen verletzten sich. Dass weitere Personen verschüttet wurden, kann nicht ausgeschlossen werden. Lawinenexperte Benjamin Zweifel sagt, wie gefährlich die Situation ist.

Herr Zweifel, wie überraschend kam die Lawine auf der Schwägalp?
Für das betreffende Gebiet haben wir gestern die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen. Es war sicher die grösste Lawine, die wir gestern registriert haben, und in dem Sinn ein Ausreisser.

Wie ist die aktuelle Gefahrensituation vor Ort?
Momentan gilt die Stufe 3, also eine Stufe tiefer. Der Schneefall hat aufgehört. Wir erwarten fürs Erste keine weiteren Lawinen in dieser Grössenordnung vor Ort. Für Wintersportler, die sich abseits der Pisten bewegen, bleibt die Situation aber kritisch.

Wie geht es in den nächsten Tagen weiter?
Am Sonntag und Montag erwarten wir nochmals viel Schnee. Die Gefahrenstufe wird dann fast sicher um mindestens eine Stufe erhöht werden müssen.

Wie geht es langfristig weiter?
Es muss jetzt abgeklärt werden, ob das Gebäude an diesem Ort wieder aufgebaut werden kann und wie gross die Gefahr für künftige Lawinen in dieser Grössenordnung ist.

Könnte ein Warnsystem Abhilfe schaffen?
Für Strassen gibt es Alarmsysteme, die bei einem Lawinenabgang die Strasse mit einem Signal sperren. Für Gebäude sind solche Systeme aber nicht sinnvoll und existieren meines Wissens nicht.

(ehs)