15-Jähriger tagelang vermisst

27. Mai 2019 04:46; Akt: 27.05.2019 07:53 Print

«Geschlafen habe ich in Toiletten oder gar nicht»

Der geistig beeinträchtigte A. H.* (15) aus Götzis (A) galt vergangene Woche vier Tage lang als vermisst. Nun spricht er über seine Erlebnisse und seine Reise.

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Nach vier Tagen auf der Strasse und mit nichts anderem als ein paar Süssigkeiten, wurde der 15-Jährige A.H.* vergangenen Mittwoch in Frankfurt am Main aufgefunden. Bis dorthin war es allerdings eine lange Reise, denn der 15-Jährige wohnt eigentlich im österreichischen Götzis, direkt an der Schweizer Grenze.

A. sagte zu seinen Eltern, dass er nur kurz ins einige Kilometer entfernte Bregenz fahren wolle. Da er die Strecke schon zuvor oft mit seinem Bruder gefahren war, willigten diese ein. Doch als der Bub am Abend immer noch nicht zu Hause war,schlug die Familie Alarm. Denn A. ist kein gewöhnlicher 15-Jähriger: Der Bub ist stark entwicklungsverzögert und sehr schüchtern. Zudem kann er nur sehr schlecht lesen.

Falsches Gleis erwischt

Gegenüber vol.at erzählt A., dass er es tatsächlich bis Bregenz geschafft aber dann bei der Rückfahrt das falsche Gleis erwischt habe. So strandete der 15-Jährige am Abend im deutschen Engen, nahe der Schweizer Grenze. Dort hob er einige Euros von seinem Konto ab. Danach verlor sich die Spur, denn auch der Akku seines Handys war aufgebraucht.

Die Polizei ging davon aus, dass er mit dem Zug in Richtung Singen/Konstanz unterwegs war. Hunde nahmen zwar seine Spur am Bahnhof auf, verloren sie dann jedoch wieder. Unterdessen schaltete sich auch der Verein «Österreich findet euch» ein.

Von Chips und Schokolade gelebt

Am Dienstag darauf, also drei Tage später, erhielt die Familie die nächste Spur: A.s Bankkärtli wurde wieder benutzt. Und das im rund 500 Kilometer entfernten Frankfurt am Main. «Ich hatte schon ein bisschen Angst», sagt der 15-Jährige zu dem Newsportal. Am Mittwoch wurde A. schliesslich auf einer Bank im Frankfurter Hauptbahnhof aufgegriffen und von seinen Verwandten zurück in die Heimat gebracht.

Doch wie hat der geistig beeinträchtigte Bub die vier Tage ohne seine Familie überstanden? «Geschlafen habe ich in öffentlichen Toiletten oder gar nicht. Essen habe ich mir an Automaten gekauft, einen Schokoriegel und eine Tüte Chips», zitiert ihn vol.at. Umso glücklicher sind er und seine Familie nun, dass er nach seinem Abenteuer endlich wieder zu Hause ist.


(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mama am 27.05.2019 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ach du meine Güte

    Mich schaudert es. Ich habe auch ein geistig beeinträchtigtes Kind. Wenn ich denke mein Kind...... .Die Ängste die seine Familie durchmachen mussten kann man gar nicht nachvollziehen. Ich freue mich sehr, das es ein gutes Ende genommen hat. Ich hoffe sie können das Geschehene gut verarbeiten. Alles Gute

  • Sonne am 27.05.2019 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Danke an alle die bei der Suche geholfen haben. Solche positiven Nachrichten tun echt gut.

    einklappen einklappen
  • WOMEN'S FEET LOVER am 27.05.2019 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Durchatmen liebe Eltern

    Zum glück ist nichts passiert,weiterhin alles gute A.H!

Die neusten Leser-Kommentare

  • susi,27,05,2019 am 27.05.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Süsser Junge

    Das nächste mal, machste ein Ausflug zu mir nach Luzern, da Koch dir was leckeres gell, und Langweilig wird es nicht Garantiert.

  • Jeannette am 27.05.2019 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abenteuer

    Da kommen mir meine Abenteuer wieder in den Sinn. Abenteuer sind erstrebenswert. Da wo die Pläne ändern. Wünsche weiterhin viel Glück auf Deinem Lebensweg.

  • Cleo am 27.05.2019 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Finde es schön dass der Junge wieder wohlbehalten Zuhause ist. Und finde es auch toll dass die Familie ihm eine gewisse Selbstständigkeit lässt. Alles Gute dem Jungen und seiner Familie und erholt euch gut von dem Schreck

  • Lola am 27.05.2019 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    Eine Frage an die Eltern mit Kindern, welche geistig beeinträchtigt sind. Wieso lasst ihr eure Kinder alleine irgendwohin gehen? Ich erlebe das immer häufiger im ÖV und hab schon so oft erlebt, dass diejenigen Kinder ihre Haltestelle verpasst haben und danach komplett ausgetickt sind oder hysterisch. Meistens sind es solche Eltern von den Jahrgängen 95er aufwärts, darunter hab ich bisher noch nie erlebt, dass solche Kinder (heute Erwachsene) alleine unterwegs sind. Woran liegt das? Zuwenig Verantwortungsgefühl? Oder einfach komplett überfordet?

  • Regenbogen am 27.05.2019 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    So schön ist der Junge wieder zu Hause. Das macht einem froh, auch wenn man ihn nicht persönlich kennt. Kinder und behinderte Menschen soll man beschützen. Sie sind unschuldige Menschen.