Zensur

23. Februar 2011 15:48; Akt: 23.02.2011 15:59 Print

«Hitler»-Plakat war zu viel für St.Galler Stapo

von Tobias Bolzern - Das Luzerner Splätterlitheater stoppt mit einem makaberen Puppenspiel in der Ostschweiz. Die Veranstalter wollten dafür Plakate aufhängen. Doch diese wurden von der Polizei zensiert.

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Da die St. Galler Stadtpolizei das Sujet des Plakats pietätlos fand, mussten es die Veranstalter kurzerhand zensieren um die Ankündigung doch noch an die Plakatsäulen hängen zu dürfen. (Bild: 20 Minuten/tob)

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Kasperlitheater mit Trashfaktor: Die Stücke des Luzerner Splätterlitheaters sind blutig und makaber. Prinzessinnen werden zu Dirnen und Kasperli enthauptet mit der Motorsäge degenerierte Nazischergen. Mit «Em Schnäuzli sine letschti Kampf» macht das Splätterlitheater morgen Donnerstag und am Freitag Halt in der Grabenhalle. «Der Protagonist ‹Schnäuzli› will im Stück ein neues Gehirn finden und so die Weltherrschaft an sich reissen», so der Manager des Splätterlitheaters, Yves Vonarburg.

Um für den Anlass zu werben haben die Veranstalter eigens ein Plakat kreiert. Die Stadtpolizei hat am «pietätlosen» Sujet aber keine Freude: «Wegen der Verbindung mit Adolf Hitler und der Abbildung einer Verstümmelung kann das Plakat nicht aufgehängt werden», sagt Lukas Nef von der Stapo. Plakate dürften nicht gegen religiöse oder sittliche Gefühle verstossen, so Nef.

Der Veranstalter reagierte prompt: «Wir haben das kunstvolle Plakat nun zensieren müssen», so Barnabas Németh von der Grabenhalle. Manager Vonarburg bedauert dies: «Auch im Stück geht es politisch inkorrekt zu, jedoch immer mit einem Augenzwinkern.» Für beide Vorstellungen gibt es noch Tickets.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peschä am 23.02.2011 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Künstliche Aufregung

    Das Bild scheint ja zum Inhalt des Stücks zu passen. Offenbar wird aber eine mögliche Verletzung "religiöser oder sittlicher Gefühle" höher bewertet, als die künstlerische Freiheit und die freie Meinungsäusserung. Das ist ein fragwürdiger und potentiell gefährlicher Trend. Die Selbstzensur mit dem "Fahrenheit 451" ist dafür sehr gelungen.

  • Thomas Sempach am 23.02.2011 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Für beide Vorstellungen gibt es noch Tickets.

    Bessere Werbung für ihr Programm hätten sie wohl kaum kriegen können. Ich weiss jetzt aber nicht, was Hitler in einem Theater zu suchen hat??? Aber ein Beweis mehr, dass man mit seinem Namen immer noch Geld verdienen kann, oder jedenfalls versuchen sie es. Ziemlich gewagtes Plakat. Warum hat man aber nicht Stalin genommen, oder Mao Zedong? Die haben viiiel mehr Menschen auf dem Kerbholz als Hitler!!!

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  • siebenBürgen am 24.02.2011 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    religiöses Empfinden

    Wessen religiöses Empfinden könnte denn mit dieser Darstellung des grossen Schlachters und Verstümmlers verletzt werden? Das der ständig wachsenden Schar von Neonazis? könnte man allen Ernstes deren Empfinden als schützenswert einstufen..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Il Girasole am 25.02.2011 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    To Be or Splätterli !

    Wenn die Aktion dazu fuehrte, dass sich mehr Leute mit diesem Thema auseinandersetzen, hat sie ihren Zweck erfuellt. Herzlichen Dank dafuer an die Stapo. PS: Das Stueck ist wirklich sehenswert.

  • zeller am 25.02.2011 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    was ist mit svp plakaten?

    wenn die svp plakate aufhängt , sagt auch keiner was?! der zweite weltkrieg ist vorbei, aber die hetzcampagnen der svp ist die heutige ´´realität´´. schafft lieber die mal ab!

  • Bergli am 25.02.2011 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung der Kultur

    MIt den in der Schule vermittelten Geschichtskenntnissen könne die Kids 'Hitler' (leider) nicht einstufen. Aber als 'Träger für ein Kasperlitheater' ist der für mich eh nich tragbar. Darf 'Kulur' alles?

  • Patrick am 24.02.2011 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Linke Kulturschaffende

    Warum nicht Stalin? Weil er auch links war?

  • siebenBürgen am 24.02.2011 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    religiöses Empfinden

    Wessen religiöses Empfinden könnte denn mit dieser Darstellung des grossen Schlachters und Verstümmlers verletzt werden? Das der ständig wachsenden Schar von Neonazis? könnte man allen Ernstes deren Empfinden als schützenswert einstufen..