Romanshorn TG

13. Dezember 2019 20:55; Akt: 13.12.2019 20:55 Print

«Holly starb nach Unfall mit Zug in meinen Armen»

Am Dienstag rannten zwei kleine Hunde in Romanshorn gegen einen fahrenden Zug. Jetzt wird bekannt, dass Hund Holly den Unfall nicht überlebt hat.

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Am Dienstagmorgen beobachtete Patrizia Giezendanner, wie zwei kleine Hunde unter einer Barriere hindurch auf das Gleis und gegen einen Zug sprangen. Einer der beiden Hund blieb schwer verletzt liegen. Zum Unfall kam es in Romanshorn TG ... ... beim Bahnübergang auf der Hafenstrasse. Giezendanner alarmierte die Polizei, die schnell zu Hilfe eilte. Giezendanner kümmerte sich um das verletzte Tier, indem sie es zudeckte, streichelte und mit ihm sprach. Als sie den Polizisten die Situation erklärte, sei die Hunde-Besitzerin mit dem anderen Hund aufgetaucht. «Sie war schockiert, als sie das verletzte Tier sah und fragte, was passiert ist», so die Arbonerin. Die Besitzeirn habe erzählt, dass die Hunde abgehauen seien. Auf Facebook postete Patrizia Giezendanner den Vorfall. In den Kommentaren erhält sie viele positive Rückmeldungen, weil sie sofort geholfen hat. Ähnliches erlebte die achtjährige Jack-Russell-Hündin Speedy am 27. November 2019, als sie den Fussgängerstreifen an der Birsstrasse in Basel überqueren wollte. Dabei wurde sie von einem Fahrzeug erfasst. Das Tier überlebte den Unfall nicht und der Lenker beging Fahrerflucht. Brav habe sie auf der Treppe Richtung Trottoir gewartet, erzählt ihr Herrchen Georg Ernst Billeter. Dann habe er ihr ein Zeichen gegeben, über die leere Strasse zu laufen. Als sie bereits auf der anderen Seite der Strasse war, sei ein Auto mit einem «Affenzahn», auf den Fussgängerstreifen zugefahren, auf dem Billeter lief, erzählt er. Sein Hund sei sofort zurück gerannt, um ihn zu «warnen». Das Fahrzeug erfasste zwar nicht den Mann, dem Tier konnte der Lenker oder die Lenkerin aber nicht mehr ausweichen. Billeter sei sofort zu ihr gelaufen und habe sie aufgehoben: «Ich spürte, wie ihr Herz noch schlug. Doch ihr Körper wurde immer schwerer und plötzlich merkte ich, wie ihr Herz aufgehört hat zu schlagen. Sie ist in meinen Händen gestorben.» Billeter meint, er und weitere Personen haben gesehen, dass das Tatfahrzeug in der 30er-Zone viel zu schnell gefahren sei. «Wenn der Fahrer normal gefahren wäre, wäre es bestimmt nicht so weit gekommen», sagt er.

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Auf dem Weg nach Hause musste Leser-Reporterin Patrizia Giezendanner bei einer Barriere am Bahngleis warten. Plötzlich seien zwei kleine Hunde an ihr vorbeigerannt. «Sie sprangen Vollgas gegen den fahrenden Zug.» Sie habe noch versucht, den Tieren nachzuspringen und zu rufen – doch vergebens.

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Einer der Hunde wurde verletzt. Es hatte ihn offenbar an den Steinpfosten geschleudert, das Tier blutete. Bis die Halterin des ausgebüxten Hundes zum Unfallort kam, kümmerte sich die Leser-Reporterin um den Hund.

Sie sei der Leser-Reporterin dafür sehr dankbar, so die Halterin zu 20 Minuten. Leider habe sie schlechte Nachrichten: «Holly starb nach dem Unfall mit dem Zug in meinen Armen.» Sie sei auf dem Weg zum Tierarzt gewesen, als das Tier seinen letzten Atemzug tat. Der Veterinär hätte aber vermutlich auch nichts mehr für das Tier unternehmen können. «Holly war sehr schwer verletzt», sagt die Halterin traurig.

«Es ist sehr schwer für mich», so die Frau. Sie sei mit den Hunden in der Nähe der Kirche am Spazieren gewesen, als die Tiere plötzlich davongesprungen seien. Sie seien eben sehr verspielt, aber auf diese Weise ausgebüxt seien sie nie. «Die Neugier und Verspieltheit wurde Holly nun zum Verhängnis.»

(jeb)