Romanshorn TG

12. Dezember 2019 04:53; Akt: 12.12.2019 04:53 Print

«Hunde sprangen Vollgas gegen fahrenden Zug»

Eine Leser-Reporterin beobachtete, wie am Dienstag zwei kleine Hunde in Romanshorn gegen einen fahrenden Zug rannten. Sofort eilte sie zur Hilfe. Die Polizei bestätigt den Vorfall.

Bildstrecke im Grossformat »
Am Dienstagmorgen beobachtete Patrizia Giezendanner, wie zwei kleine Hunde unter einer Barriere hindurch auf das Gleis und gegen einen Zug sprangen. Einer der beiden Hund blieb schwer verletzt liegen. Zum Unfall kam es in Romanshorn TG ... ... beim Bahnübergang auf der Hafenstrasse. Giezendanner alarmierte die Polizei, die schnell zu Hilfe eilte. Giezendanner kümmerte sich um das verletzte Tier, indem sie es zudeckte, streichelte und mit ihm sprach. Als sie den Polizisten die Situation erklärte, sei die Hunde-Besitzerin mit dem anderen Hund aufgetaucht. «Sie war schockiert, als sie das verletzte Tier sah und fragte, was passiert ist», so die Arbonerin. Die Besitzeirn habe erzählt, dass die Hunde abgehauen seien. Auf Facebook postete Patrizia Giezendanner den Vorfall. In den Kommentaren erhält sie viele positive Rückmeldungen, weil sie sofort geholfen hat. Ähnliches erlebte die achtjährige Jack-Russell-Hündin Speedy am 27. November 2019, als sie den Fussgängerstreifen an der Birsstrasse in Basel überqueren wollte. Dabei wurde sie von einem Fahrzeug erfasst. Das Tier überlebte den Unfall nicht und der Lenker beging Fahrerflucht. Brav habe sie auf der Treppe Richtung Trottoir gewartet, erzählt ihr Herrchen Georg Ernst Billeter. Dann habe er ihr ein Zeichen gegeben, über die leere Strasse zu laufen. Als sie bereits auf der anderen Seite der Strasse war, sei ein Auto mit einem «Affenzahn», auf den Fussgängerstreifen zugefahren, auf dem Billeter lief, erzählt er. Sein Hund sei sofort zurück gerannt, um ihn zu «warnen». Das Fahrzeug erfasste zwar nicht den Mann, dem Tier konnte der Lenker oder die Lenkerin aber nicht mehr ausweichen. Billeter sei sofort zu ihr gelaufen und habe sie aufgehoben: «Ich spürte, wie ihr Herz noch schlug. Doch ihr Körper wurde immer schwerer und plötzlich merkte ich, wie ihr Herz aufgehört hat zu schlagen. Sie ist in meinen Händen gestorben.» Billeter meint, er und weitere Personen haben gesehen, dass das Tatfahrzeug in der 30er-Zone viel zu schnell gefahren sei. «Wenn der Fahrer normal gefahren wäre, wäre es bestimmt nicht so weit gekommen», sagt er.

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Ich war am Dienstagmorgen in Romanshorn auf dem Nachhauseweg vom Chiropraktiker und musste bei der Barriere am Bahngleise warten. Plötzlich sprangen zwei kleine Hunde Vollgas an mir vorbei gegen den fahrenden Zug», berichtet Leser-Reporterin Patrizia Giezendanner. Sie habe noch versucht, ihnen nachzurennen und zu rufen. Doch da sei es schon zu spät gewesen.

Umfrage
Haben Sie schon einmal ein verletztes Tier gerettet?

Sie sei dann genauer schauen gegangen. Sie haben einen schwer verletzten Hund am Boden liegend aufgefunden. «Ich war schockiert. Es hatte ihn offenbar an den Steinpfosten geschleudert. Er blutete aus den Augen, dem Mund und der Nase», berichtet die 38-Jährige. Vermutlich seien die Hunde vom Spielen so abgelenkt gewesen, dass sie den Zug nicht bemerkten. Für sie sei sofort klar gewesen, dass sie dem Tier helfen muss: Sie habe den kleinen Hund zugedeckt, die Polizei verständigt und sich um ihn gekümmert: «Ich habe ihn gestreichelt und mit ihm geredet, damit er wach bleibt.»

Polizei kam zur Hilfe

Kurz darauf sei die Polizei eingetroffen. Als sie ihnen die Situation erklärte, sei die Besitzerin mit dem anderen Hund aufgetaucht. Dieser sei offenbar heil davon gekommen. «Die Frau war schockiert, als sie den verletzten Hund gesehen hat und fragte, was passiert ist», so die Arbonerin. Weiter habe die Frau erwähnt, dass die beiden Hunde abgehauen seien.

Vor der Barriere sei neben Giezendanner auch noch ein Autofahrer gewesen. Als die Barriere hochging, sei er einfach weitergefahren. Das, obwohl er sie zuvor noch angeschrien habe, ob es ihre Hunde seien. «Das fand ich daneben. Wenn man so etwas sieht, muss man helfen oder zumindest schauen, was passiert ist», findet Giezendanner.

Sie postete den Vorfall später auf Facebook. Dort bedankte sie sich auch bei der Polizei. In der Kommentarspalte äussern User ihre Betroffenheit und geben viele positive Rückmeldungen über die sofortige Hilfe: «Ich hoffe, es kommt alles gut. Danke, dass du geholfen hast, das ist leider nicht mehr selbstverständlich», schreibt etwa eine Userin.

Kantonspolizei bestätigt Vorfall

Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt den Vorfall. «Gegen 9.45 Uhr ging bei uns die Meldung ein, dass an der Hafenstrasse ein Hund durch einen Zug verletzt worden sei», so Mediensprecher Daniel Meili. Eine Patrouille habe vor Ort die Halterin des Hundes ausfindig machen und benachrichtigen können. Diese habe den Hund mitgenommen.

(del)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • verhext am 12.12.2019 05:34 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist eigentlich in

    Mostindien los? Beinahe täglich News geradezu bizarrer Art.

    einklappen einklappen
  • leser 17654 am 12.12.2019 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    komisch

    Die namentluche Erwähnung der Firma find ich unter der Linie. Und, LKW Fahrer müssen termingerecht ankommen. Sie verlieren sonst ihren Job. Und, nach Gesetz, ist die Halterin der Hunde verantwortlich. Und, der LKW Fahrer hat sicher nur seine Version der Dinge mitbekommen und ist genau so schockiert. Und, es tut weh, wenn jemand oder etwas geliebtes geht. Da ist der Artikel schon zu sehr auf Sensation. Bringt doch mehr gute Dinge. Nicht jur immer Gewalt und Mord und abtrünnige Dinge. Der Mensch lebt nicht vom schrecklichen.

    einklappen einklappen
  • Arnold am 12.12.2019 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiterfahren!

    Der Autofahrer hätte was genau tun sollen? Mundzuschnauze-Beatmung? Heiei.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lokführer am 12.12.2019 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus er Sicht eines Lokführers

    Habe auch schon einen Hund totgefahren mit meinem Zug. Der war ohne Leine unterwegs an einem Waldrand und ist mir direkt vor den Zug gelaufen - und das ausgerechnet zur Setzteit der Rehkitze! Es war ein Windhund, also ein Jagdhund. Bin ohne Anhalten weitergefahren. Hätte ich den Besitzer in die Finger gekriegt, hätte ich ihm für für so viel Dummheit wohl eine geknallt. Es werden mehr Hunde von Zügen überfahren, als man meint.

  • Jost am 12.12.2019 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Der grösste Tierfreund

    ist ein Tierhasser wie ich. Ich habe keine Katze, keinen Hund, den Rasen lass ich stehen für die Igel und Vögel (ok, nicht wegen der Igel und Vögel, sondern weil ich zu faul bin, aber sie lieben es trotzdem, habe schon 3 Igel im Garten). All die Tierfreunde, die ihren Lieblingen Fleischkonserven kaufen... mann mann mann

  • Jost am 12.12.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch, aber...

    der Autofahrer hätte sicher nicht helfen können. Manche Hunde sind wirklich selten dämlich. Der Hund meines Kollegen auch, rennt ständig den Autos hinterher, hat schon mal einen Zahn an einer Felge verloren, aber gelernt hat die Töle nichts daraus, da wird jeden Tag aufs Neue kläffend den Autos hinterhergejagt.

  • Andrea am 12.12.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Einer ist nicht genug?

    Die Frau war ja da und hat sich um den Hund gekümmert. Warum soll der Autofahrer auch noch anhalten und den Hund anschauen? Hätte man gleich die Strasse sperren sollen oder wie sieht's aus?

  • Robin Roth am 12.12.2019 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch

    Mein Fox-Terrier hat auch die schlechte Angewohnheit, alles was sich bewegt, anzuspringen. Leider haben alle Trainings noch nichts gebracht. Deshalb ist er immer an der Leine, wenn ich spazieren gehe. Er ist wie ein kleines Kind, dass einfach nicht hören und gehorchen will.

    • E. W. am 12.12.2019 12:33 Report Diesen Beitrag melden

      Leine lassen

      Das ist der Charakter des Foxlis der hat einen extremen Jahdtrieb. 5 Jahre habe ich gebraucht bis er mal hörte, er blieb dann auch immer an der Leine. Der Klicker und feine Gutzis halfen dann, dass er hörte. Es braucht aber dafür extrem viel Geduld. Eben wie gesagt jahrelang... dann wirklich besser an der Leine lassen

    einklappen einklappen