Münchwilen TG

22. Februar 2020 10:50; Akt: 22.02.2020 10:50 Print

Über 250-mal an den Augen operiert

Mehr als 250 Augenoperationen hat Luana Maione (35) bereits hinter sich. Beim Gang ins Spital konnte sie stets auf Taxifahrer und Elvis-Imitator Samuel Künzle bauen. Sie wird ihn heiraten.

Luana Maione und Samuel Künzle teilen eine aussergewöhnliche Liebesgeschichte. (Video:gab)
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Luana Maione leidet seit ihrer Geburt an der Krankheit Grüner Star. Ihren ersten Eingriff hatte sie bereits im Alter von vier Monaten. Wie die «Wiler Nachrichten» am Donnerstag berichteten, sind es mittlerweile bereits über 250 Operationen, die die Frau über sich ergehen lassen musste. Viele seien missglückt und auch eine Hornhaut-Transplantation sei erfolglos gewesen.

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Dass sie so viele Operationen über sich ergehen lassen musste, sei für viele kaum zu glauben. Die meisten Operationen seien durchgeführt worden, als sie noch ein Kind war. «In den letzten zehn Jahren waren es dann nur noch rund ein Dutzend», sagt Maione zu 20 Minuten. Doch in ihrer Kindheit verbrachte Maione viel Zeit im Spital. «Oft sammelte sich Wasser im Auge, wodurch der Augendruck anstieg», so Maione. Darauf sei jeweils eine OP nötig gewesen. Da dies leider regelmässig geschah, summierten sich die Operationen. «Der Augenarzt war fast schon eine Art Vaterfigur geworden, da ich so viel Zeit im Spital verbrachte.» Die zweifache Mutter sieht heute auf dem rechten Auge nichts mehr, auf dem linken noch fünf Prozent.

Liebe in Taxi gefunden

Trotz Sehbehinderung absolvierte die heute 35-Jährige eine KV-Lehre sowie eine Ausbildung zur medizinischen Masseurin. Ihre Unabhängigkeit war Maione immer wichtig. Mit 24 Jahren musste die Münchwilerin aber einen herben gesundheitlichen Rückschlag verkraften, der dazu führte, dass sie Morphium zu sich nehmen musste. Darauf traten als Nebenwirkung Angstzustände und starke Schmerzen auf. Eines Morgens spürte sie ihre rechte Körperhälfte nicht mehr. In der Folge war sie auf Hilfe angewiesen, musste eine IV-Rente beantragen. Als ob das noch nicht genug gewesen wäre, wurde sie von ihrem Freund verlassen. Zu diesem Zeitpunkt war sie mit dem zweiten Kind schwanger.

Später fand sie eine neue Liebe – und das in einem Taxi. Ihr heutiger Freund Samuel Künzle hat sie als Taxifahrer jahrelang regelmässig ins Kantonsspital St. Gallen gefahren. Doch zu Beginn sei Maione vom Taxifahrer wenig angetan gewesen. «Anfangs hielt ich ihn für einen Angeber. Er erzählte immer von Hollywood und der Musik. Das imponierte mir nicht», so die 35-Jährige über den Taxifahrer und Elvis-Imitator. Doch Künzle habe um ihre Liebe gekämpft. Mit Erfolg: Die beiden planen, im Sommer zu heiraten.

Benefizkonzert geplant

Inzwischen ist das Paar glücklich und möchte Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung oder anderen Handycaps helfen. Die beiden wollen einen Verein oder eine Stiftung gründen und im August ein Benefizkonzert veranstalten. «Ich weiss, wie es ist, wenn man durch eine Behinderung beeinträchtigt ist und zudem wegen der hohen Gesundheitskosten kaum Geld hat, um sich mal etwas Schönes zu leisten», sagt Maione.

Dabei gehe es ihr darum, Wünsche zu erfüllen. Als Beispiel nennt sie den Wunsch eines Geh- und Sehbehinderten, der noch nie verreisen konnte, aber gerne mal ein anderes Land kennen lernen würde. Oder eine Sehbehinderte, die einen Ausflug in die Berge machen würde. Weiter würde Maione gerne Unterstützung bei der Einrichtung von Wohnungen für Sehbehinderte anbieten können. «Heute sind viele Geräte wie Backöfen oder Kochherde mit Touchscreens bedient. Das ist für Sehbehinderte sehr mühsam. »

(gab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nicht fromm aber am 20.02.2020 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Erbarmungslos und unterste Schublade...

    was zum Teil der Kommentare betrifft! Gott sei Euch gnädig! Und vergisst nicht nie was Ihr hier herablassendes geschrieben und gedacht habt!

  • Marc am 20.02.2020 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    250 Operationen?

    Was ist der Zweck dahinter? Scheint ja nichts zu nutzen.

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  • Der Verdreher am 20.02.2020 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Hellseherin

    Zitat :"Weshalb sie ständig ins Krankenhaus musste, wusste er anfangs nicht. Erst später erzählte sie ihm seine Geschichte." Also wenn Sie seine Geschichte erzählt und nicht ihre geschichte, dann muss sie dank dem Grünen Star eine Hellseherin sein

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alois Bündner am 22.02.2020 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    nicht gut

    sm rechten Auge sieht sie nichts mehr und sm Linken noch 5%. wenn man jahrzehntelang mit beiden Augen gesehen hat, dann ist das eine Katastrophe blind zu sein. und wenn sie nichts mehr sieht, wozu denn die OPs? Die scheinen nichts zu nützen und es sind schlicht zu viele offenbar unnötig gewesen. Warum???

  • Sabrina am 22.02.2020 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    evtl.

    wenn man bei zu hohem augendruck nicht reagiert ist das auge verlohren. daher denke ich waren zu den behandlungen des sehens auch noch so viele operationen nötig um das auge selber zu erhalten...?

  • Bud S. am 22.02.2020 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Allgemeinheit zahlt

    Schluss damit. Sie sieht eh kaum noch etwas. Ich zahle den Mist mit meinen Beiträgen mit. Und wenn es eh nichts bringt sehe ich nicht ein wieso die Allgemeinheit dafür aufkommen soll. Und ja auch wenn ich oder jemand meiner Familie das wäre, würde ich das selbe sagen. Aber meine Familie ist da genau gleich. Scheinbar sind nicht alle so intelligent zu wissen wann man aufhören sollte. Und wegen 5% muss man jetzt keine Operationen durchführen. 5% ist nur noch hell dunkel ohne scharfe Umrisse. Augen raus und Glas rein. Blind wird sie eh in den nächsten 3-6 monaten

  • Peter Positiv am 22.02.2020 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Herzige Geschichte

    Nach den Rückschlägen geht es wieder mal aufwärts - ein herzige Geschichte. Wünsche den Beiden viel Glück auf dem weiterem Lebensweg.

  • Mila am 22.02.2020 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    @Unklar

    .. das auch mal etwas positives zu lesen ist. Ist doch erfreulich. :-)