Von Böller getroffen

27. April 2015 05:56; Akt: 27.04.2015 05:56 Print

«Ich dachte, mein Bein ist ab»

Simon Perks wurde während dem Fussballspiel zwischen dem FC Vaduz und YB durch einen Böller eines YB-Fans schwer verletzt. Der Tontechniker erlitt eine Brandwunde und ein Gehörtrauma.

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«Ich bin immer noch ziemlich wütend, aber vor allem traurig», sagt Simon Perks aus Dicken SG. «Mein ganzes Leben lang habe ich während meiner Arbeit als Tontechniker und Musiker meine Ohren geschützt, und in nur einer Sekunde ändert sich alles.» Der 50-Jährige war als Tontechniker für den Teleclub beim Spiel zwischen dem FC Vaduz gegen YB am 3. April in Vaduz dabei.

Nachdem sein Team und er in der Halbzeit Interviews führten, lief er kurz vor Beginn der zweiten Spielzeit am YB-Fansektor vorbei. Ein unter einer YB-Fan-Flagge versteckter Fan warf einen gezündeten Böller und traf den vorbeilaufenden Tontechniker am linken Bein. «Ich bin umgekippt und schrie vor Schmerzen», so Perks. «Ich dachte, mein Bein ist ab.»

Brandnarbe und Tinnitus

Nur mühsam habe er sich wegen dem stechenden Schmerz im Bein aufrichten können. «Ich hinkte zu den Securitas und sie begleiteten mich zum Sanitäter», so Perks. Der Tontechniker erlitt durch den detonierten Böller eine rund vier mal vier Zentimeter grosse Brandwunde zweiten Grades an der linken Wade sowie ein Gehörtrauma samt Tinnitus und Schwindelattacken.

«Der Tinnitus macht mir am meisten zu schaffen», erzählt Perks. Zuerst hatte er diesen Pfeifton auf beiden Ohren – rechts sei er nach wenigen Tagen verschwunden. Am linken Ohr höre er aber ständig dieses Pfeifen: «Ich kann kaum schlafen», so Perks. «Jeden Morgen wache ich auf und hoffe, dass er weg ist.» Doch jeden Morgen werde er enttäuscht. Ob der Tinitus je weggeht, wissen die Ärzte noch nicht.

Seit dem Vorfall kann Perks seiner Arbeit als Tontechniker nicht nachgehen: «Ich kann zwar helfen aufzubauen, aber etwas abmischen funktioniert nicht mehr», so Perks. In seinem Alter sei so etwas nur traurig.

«Ich hoffe, er entschuldigt sich»

Perks wisse zwar, dass der YB-Fan den Böller nicht mit Absicht auf ihn geworfen habe, doch: «Wenn man in einer Menschenmenge steht und trotzdem einen Böller schmeisst, ist man dumm und verantwortungslos», so Perks.

Der YB-Fan sollte seiner Meinung nach nun ein Mann sein, sich melden und die Verantwortung für sein Fehlverhalten übernehmen. «Auch hoffe ich, dass er sich bei mir entschuldigt», so Perks.

Böllerwerfer ist bekannt

Wie die Landespolizei Fürstentum Liechtenstein am Freitag mitteilte, konnte der Verdächtige ermittelt werden und wegen Verdachts der schweren Körperverletzung, Gefährdung der körperlichen Sicherheit und nach dem Sprengstoffgesetz bei der Liechtensteinischen Staatsanwaltschaft angezeigt werden.

Der Verdächtige wird eine Vorladung erhalten, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte. Wenn er nicht bei der Staatsanwaltschaft antrabt, wird Liechtenstein ein Rechtshilfegesuch an die Schweiz stellen. Welches Strafmass den Fan erwartet, konnte die Polizei auf Anfrage nicht beantworten.

(qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roli am 27.04.2015 06:57 Report Diesen Beitrag melden

    Fankultur

    Und das ist jetzt eure sogenannte Fankultur? Feuerwerk hat in einer Menschenmenge nichts verloren, BASTA! Gute Besserung, Herr Perks.

    einklappen einklappen
  • genesis am 27.04.2015 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freundin eines Tontechniker

    Das ist das schlimmste was einem Tontechniker passieren kann!!! Ich wünsche ganz gute besserung und hoffentlich wird der Täter ordentlich heftigts bestraft!! :(

  • Ping Pong am 27.04.2015 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    Täter soll lebenslang bezahlen

    Man müsste rigoroser mit diesen"Fans"umgehen.Nur noch personalisierte Tickets wer negativ auffällt bekommt kein Ticket mehr.Zutrittskontrolle halt wie am Flughafen(Kosten sollen die Clubs bezahlen, nicht Steuerzahler).Gibt halt längere Wartezeiten,aber die"echten"Fans sind mit schuld da sie seit Jahren die Krawallmacher nicht blosstellen(heute wo fast jeder mit dem Handy filmen kann)sondern oft sogar noch decken.Für Krawallmacher Haft über 3 Tage,damit die auch am Arbeitsplatz auffallen.Hoffe der Täter muss nun Umschulung oder lebenslange Entschädigung bezahlen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 28.04.2015 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pyro

    So etwas, und dann gibt es noch menschen die verurteilen diePolizei wegen das vorgehen am Sonntag im Aarau! Es was mehr als gerecht!!

  • Stefan Hoop am 28.04.2015 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Balljunge

    Und wenn man bedenkt, dass da unten auch ständig zwei Balljungs stehen...und dann wird 'blind' einen Böller runterwerfen. Einfach nur Dumm!

  • Ralf am 28.04.2015 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Epos

    Lieber Simon, es tut mir sehr leid für dich und ich wünsche dir auf diesem Wege nur das beste im Namen der ganzen Firma. Halt die Ohren steif und Never give up!!! Wir sehen uns am Ring. Ralf und Team

  • ale am 27.04.2015 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oje

    ach ja ach ja ach ja das sagt man immer der FCZ ist schlimm!! aber nebenbei finde ich alle selberschuld... phyro nein böller nein alkohol nein das wäre ein anfang und ich bin selber Fussballfan!!

  • Hans am 27.04.2015 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Minderheit

    Also, wer schaut denn heute noch ein Fussballspiel? Zu viel Aufmerksamkeit für einen kleinen Kreis unter sich.