Hunde-Drama in Brunnadern SG

09. August 2017 17:38; Akt: 10.08.2017 11:22 Print

«Ich habe die Sau abgestochen»

Weil sie auf ihn und seine Huskies losgegangen ist, hat ein Hundehalter eine Deutsche Dogge erstochen. Nun deckt man sich mit Vorwürfen ein.

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Sicher ist soviel: Dogge Beppi ist tot. Das vierjährige Tier wurde niedergestochen von H. M. Der 51-Jährige war am vergangenen Samstag mit seinen Huskies in Brunnadern spazieren, als es zum Angriff durch die freilaufende Dogge kam, die aus dem Garten auf die Strasse rannte.

Die vierköpfige Halterfamilie von Beppi hielt sich gerade am Pool ihres Hauses auf, als sie von der Strasse her Gebell und Schreie vernahm. Beim Nachsehen bot sich den Eltern und den beiden Kindern ein Bild des Grauens: «Wir sahen, wie H. M . ausser sich vor Wut mit einem Messer auf Beppi einstach», erzählt die Mutter. «Ich habe die Sau abgestochen», habe er dann geschrien.

«Ich hatte einen Puls von 200»

In den Armen der Halterin stirbt Beppi. Neun Stiche werden später gezählt. Seither ist nichts mehr, wie es war in der Familie. «Die Kinder sind total verstört und leidem unter dem Geschehenen», sagt ein Nachbar der Familie. Niemand in der Nachbarschaft könne verstehen, warum H. M. so brutal reagiert habe.

H. M. seinerseits sieht sich selbst als Opfer. Er habe Todesangst ausgestanden, als die Dogge auf ihn und seine Hunde losgegangen sei: «Ich bin zuerst einmal drei Meter nach hinten geflogen und habe dann gesehen, wie sich die Dogge in einen meiner Hunde verbiss», sagt M. gegenüber 20 Minuten. Er habe aus reiner Notwehr gehandelt: «Die Dogge war in einem Blutrausch.» An das, was er dann gesagt habe, könne er sich nicht mehr erinnern, sagt der 51-Jährige. «Ich hatte einen Puls von 200.»

Anzeige erstattet

H. M. sagt, es sei das dritte Mal gewesen, dass die Dogge auf ihn und seine Huskies losgegangen sei. Im Übrigen habe er sich wegen des Vorfalls in Spitalpflege begeben müssen, er sei nun arbeitsunfähig und werde psychologisch betreut.

Auch hier gehen die Darstellungen auseinander: Die Halterin von Beppi sagt, H. M. sei erst zu Boden gegangen, als die aufgebotenen Einsatzkräfte vor Ort erschienen seien. Sicher ist: H. M. wird noch am selben Abend aus dem Spital entlassen. Sicher ist auch: Es war nicht die erste gewalttätige Auseinandersetzung, in die H. M. in Brunnadern verwickelt war. Eine Schlägerei zwischen M . und einem anderen Mann liegt derzeit bei der Staatsanwaltschaft.

Bei der Kantonspolizei St. Gallen bestätigt man den Vorfall. Die Halterfamilie von Beppi hat Anzeige gegen H. M. erstattet. Und auch H. M. will juristisch gegen die Halterfamilie vorgehen. «Was diese Leute betreiben, ist Rufmord», sagt er unter Tränen.

(20 Minuten)