Openair St.Gallen

26. Juni 2019 18:27; Akt: 26.06.2019 18:41 Print

«Ich wünsche mir den Schlamm zurück»

Auch dieses Jahr warten viele OASG-Besucher über 24 Stunden auf den Einlass. Die Hitze und der fehlende Schlaf sind eine Herausforderung.

Die wartenden Festival-Besucher lassen sich von der Hitze und vom fehlenden Schlaf nicht die Laune verderben.
Zum Thema
Fehler gesehen?

«Die Gummistiefel habe ich dieses Jahr auf jeden Fall zu Hause gelassen», sagt Céline (19) aus Eggersriet SG. Sie ist eine von vielen, die sich auch dieses Jahr dazu entschlossen haben, mehr als 24 Stunden auf den Einlass beim Festivaleingang zu warten. Der grosse Unterschied zu letztem Jahr: Es gibt keine Möglichkeit vor dem Eingang zu campieren. Der Westeingang mit zugehörigem Campingbereich wurde nämlich gestrichen. Grund: fehlende Nachfrage.

Schlafplätze in der freien Natur

Auf Campingstühlen und unter Pavillons harren die Wartenden auf dem Trottoir vor dem Haupteingang aus. Die ersten kamen bereits am Dienstagabend. Das Problem der fehlenden Camping-Möglichkeit gehen die meisten von ihnen pragmatisch an: Geschlafen wurde in der Regel gar nicht und wenn, dann für einen kurzen Augenblick in einem der Campingstühle .

Anders Samuel (25) aus Herisau, der mit seinen Freunden seit dem frühen Mittwochmorgen vor Ort ist: Um wenigstens ein bisschen Ruhe zu finden, entschied er sich kurzerhand, einen Schlafplatz in der freien Natur zu suchen. «Ich habe mehrere Stunden im Wald geschlafen.» Für die kommende Nacht sind die Pläne simpel: «Wir schlafen einfach nicht, das wird schon gehen», sagt einer aus der Gruppe. «Da mache ich mir jetzt noch keine Gedanken, schliesslich ist es noch nicht einmal dunkel», meint ein anderer.

«Ich habe mehrere Stunden im Wald geschlafen»

Auch die Hitze, die dieses Jahr herrscht, stellt die Besucher nach den vergangenen regnerischen Jahren vor neue Herausforderungen. Grosse Sorgen macht man sich deswegen aber nicht: «Wir haben dieses Jahr einfach mehr Wasser und Sonnencrème eingepackt», sagt Andy (22) aus Schwellbrunn AR. Marie (24) aus Goldach SG sieht im herrschenden Wetter vor allem Vorteile: «Ich musste viel weniger mitnehmen, keine langen Kleider, keine Regenjacke und keine Gummistiefel.» Und: «Wenn es zu heiss wird, kühlen wir uns einfach in der Sitter ab.»

Andere Besucher wünschen sich das Wetter, vor allem aber den Schlamm der letzten Jahre zurück: «Es ist einfach das Schlamm-Openair St.Gallen. Mir würde der Regen besser passen», sagt die 18-jährige Lisa aus Eggersriet SG. «Regen wäre schon geil, einfach damit es ein bisschen Schlamm gibt», meint auch Michel (24) aus Zuzwil SG.

Mehr Schatten-Plätze

Auch die Veranstalter haben Vorkehrungen zur Hitze-Bekämpfung getroffen. Durch die Sternenbühne und das neu gebaute Campfire-Village, soll es zusätzliche Schatten-Plätze geben. «Ausserdem stehen Trinkwasserhähne zur Verfügung. An exponierten Stellen, etwa direkt vor der Sitterbühne, verteilen wir situativ auch Wasser», so Nora Fuchs, Medienverantwortliche des Openair St.Gallen.

Kurzentschlossene haben Glück: Es gibt noch Tickets zu kaufen.

(mwa)