21 Verletzte bei Rutsch-Event

05. August 2018 17:41; Akt: 10.08.2018 14:02 Print

«Ich konnte fast nicht schlafen vor Schmerzen»

Die grösste mobile Wasserrutsche tourt derzeit durch die Schweiz. In Steckborn musste sie bereits nach dem ersten Tag den Betrieb einstellen: Es war zu etlichen Unfällen gekommen.

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«Die Summerslide in Steckborn bleibt am Wochenende geschlossen, denn die Sicherheit steht für uns immer an erster Stelle», heisst es in einer offiziellen Mitteilung der Veranstalter vom Samstagmittag auf deren Facebook-Seite. Grund dafür sind die zahlreichen Verletzten von der Rutschpartie am Freitag.

«Am Freitag wurde die Rutsche insgesamt 996 Mal genutzt. 17 Personen wurden danach von der Sanität vor Ort mit Pflaster und Salbe behandelt. Vier Verletzte mussten leider ins Spital gebracht werden. Eine Person konnte am Samstag das Spital zum Glück bereits wieder verlassen», so Barbara Kallenberg, Sprecherin des Summerslide, am Sonntag gegenüber 20 Minuten.

Einer der Betroffenen schreibt auf Facebook: «Es hat sehr Spass gemacht. Leider hat es mich einmal recht unschön hingehauen. Ich habe vor Schmerzen die halbe Nacht nicht geschlafen und mir Verletzungen an den Rippen zugezogen.» Der Entscheid, die Bahn nach einem Tag zu schliessen, zeuge für ihn von Grösse.

Forensiker vor Ort

Laut dem Thurgauer Kapo-Sprecher Andy Theler ist die Ursache für die Unfälle derzeit noch ungeklärt: «Die Strafverfolgungsbehörden gehen derzeit davon aus, dass sich die Betroffenen beim Aufprall aufs Wasser verletzt haben. Die grössere Distanz zwischen Rutsche und Wasser könnte ein Grund gewesen sein: Der Wasserstand war am Freitag fast einen Meter tiefer als zur Zeit der Prüfung und Abnahme der Anlage. Fest steht, dass sich niemand auf dem Seegrund verletzt hat», sagt er.

Da die Unfallhergänge derzeit noch offen sind, waren laut Theler am Samstag neben dem Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei Thurgau auch Spezialisten des Forensischen Instituts Zürich vor Ort. «Sie wurden von der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen angefordert, unter anderem, um physikalische Berechnungen durchzuführen», so Theler.

Auch wenn vor dem Rutschantritt eine Einverständniserklärung, unterschrieben werden muss, entschied der Veranstalter, die Rutsche für die kommenden Tage zu sperren: «Für uns ist jede Verletzung eine zu viel», heisst es von Seiten des Summerslide.

«Das passiert, wenn man falsch rutscht»

Auf der Facebook-Seite des Summerslide machen viele potentielle Besucher ihrem Unmut Luft. Auf Verständnis für die Schliessung trifft man hier kaum: «Solche Sachen passieren eben, wenn man falsch rutscht. Es wird erklärt, wie man rutschen muss und wenn sich die einen nicht dran halten oder sich überschätzen – dann Pech», heisst es etwa.

Haben die Vorfälle nun auch Folgen für das Event in Horgen ZH Ende August? «Für uns ist es wichtig, zuerst zu verstehen, wie es in Steckborn zu diesen Verletzungen kommen konnte», erklärt Kallenberg. Mehr könne sie dazu nicht sagen.

Die gekauften und nicht benutzten Tickets werden zurückerstattet. Die Ticketbesitzer können ihren Onlinebeleg inklusive ihren Koordinaten an info@summerslide.ch senden und das Geld wird überwiesen.

(juu)