Rücktritt aus Unirat

20. Januar 2020 14:05; Akt: 20.01.2020 14:10 Print

«Ich will der HSG nicht weiter schaden»

Patrick Stach hat am Montag per sofort seinen Rücktritt als Mitglied des St. Galler Universitätsrats bekannt gegeben. Er stand in der Kritik wegen überrissener Honorarforderungen.

Der St. Galler Anwalt Patrick Stach nimmt Stellung zu seinem Rücktritt als Universitätsrat. (Video: mig)
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An einer Medienkonferenz am Montag sagte Stach: «Ich habe eine Fahrlässigkeit begangen, die ich sehr bedaure». Er entschuldigte sich für die entstandene Situation. Die letzten Tage seien für ihn, seine Familie und seine Kanzlei-Kollegen aufwühlend gewesen und hätten ihn sehr betroffen gemacht.

420'000 Franken Honorar gefordert

Der Anwalt war vor einer Woche in die Schlagzeilen geraten: Er hatte im Zusammenhang mit einem Erbstreit Mitte 2017 eine Honorarforderung von 420'000 Franken gestellt. Die Klientin akzeptierte dies nicht und zeigte Stach bei der Anwaltskammer an. Diese eröffnete ein Disziplinarverfahren und büsste den Anwalt mit 10'000 Franken. Der Anwalt sagte zu 20 Minuten: «Der Vorschlag für das Honorar kam von der Mandantin. Es war ihre Idee.»

Stach focht den Entscheid erfolglos durch alle Instanzen an. Das Bundesgericht wies Ende November 2019 seine Beschwerde ab und bestätigte die Busse. Politiker forderten darauf Stachs Rücktritt aus dem St. Galler Universitätsrat.

Im Erbstreit ging es um einen Betrag von 1,9 Millionen Franken. Der Anwalt hatte mit der Klientin ein Honorar von 20 Prozent, mindestens aber 100'000 Franken, vereinbart. Eine solche Abmachung sei gemäss Gesetz unzulässig, stellte das Bundesgericht fest. Zudem sei die Honorarforderung krass überhöht gewesen.

Stach rechtfertigt sich

Erfolgshonorare seien «gemäss Bundesgericht grundsätzlich zulässig», rechtfertigte sich Stach am Montag. Erst später, Mitte Juni 2017, sei ein Bundesgerichtsurteil zu dieser Frage bekannt geworden. «Wir gingen damals fälschlicherweise davon aus, dass die Vereinbarung in dieser Form zulässig sei», so Stach.

Zudem sei der Stundenaufwand für diesen Fall deutlich höher gewesen als im Urteil des Bundesgerichts festgehalten. Neben ihm sei auf Wunsch der Mandantin ein zweiter angestellter Anwalt involviert gewesen. Somit habe der effektive Stundenansatz eher bei 400 Franken pro Stunde gelegen. Das Bundesgericht hatte den Ansatz mit 910 Franken beziffert.

Rücktritt nach Gesprächen

Dieser Fall habe seine Aufgabe als Universitätsrat in keiner Weise tangiert, erklärte Stach. Ihm sei aber klar, dass der Fall und die Ratsmitgliedschaft in den Medien, der Politik und der Öffentlichkeit nicht getrennt betrachtet würden. Daher habe er am vergangenen Donnerstag entschieden, per sofort aus dem Universitätsrat zurückzutreten.

Bevor er den Entscheid gefällt habe, habe er sich mit seiner Familie und den Kollegen in der Kanzlei unterhalten. Stach meint weiter: «Der Rücktritt aus dem Universitätsrat tut weh. Aber ich möchte der HSG nicht weiter schaden oder sie gefährden.» Weitere Rücktritte bei anderen Organisationen kommen nicht in Frage.

(taw/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susanna am 20.01.2020 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    recht so

    Nur schon die Ausrede des Mannes und der Versuch die Verantwortung auf die Mandantin zu schieben, sprechen gegen diesen Mann. So ein Anwalt braucht niemand.

    einklappen einklappen
  • Häläwie am 20.01.2020 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Er ist bekannt für solche Spiele wenn es um viel Geld geht

  • L.O. Gerber, St. Gallen am 20.01.2020 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Allein die blaue Brille

    Was für ein Poser ... (-: St. Galler Lokalgrösse und Winkeladvokat.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 22.01.2020 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja genau!

    Der Pestalozzi von der HSG! Sehr berührend wie selbstlos dieser wunderbare, charakterstarke Mensch ist...Pfffffft!

  • Spaniel am 22.01.2020 05:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu kleine Strafe

    Das bezahlt der doch aus der Portokasse. Solche Strafen müssten doch höher sein.

  • Jurankov Hidenkov am 22.01.2020 04:35 Report Diesen Beitrag melden

    Gesichtsverlust mit Verdruss

    Es zeigt wieder mal das Juristen Probleme lösen wollen nach ihrem Gutdünken , mit einem Schuss Ego-Syndrom der Herr sollte sich in Grund und Boden schämen

  • Optimist am 20.01.2020 23:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufgeben keine Alternative... ;-)

    Herr Stach seien Sie stark in dieser schwierigen Zeit. Fortuna hat neues Glück parat. Halten Sie Augen und Ohren offen Sie finden weiteres Millionenvermögen welches Sie kostengübstig verwalten können. Drauf, drauf, drauf!

  • Maserati am 20.01.2020 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsanwalt

    hoffentlich melden sich hierzu noch weitere abgezocke Kunden. Ein Anwalt der aus Geldgier jeglichen Bezug zur Realität verloren hat.