Wohn-Coach

01. April 2015 06:23; Akt: 01.04.2015 10:28 Print

«Ist die Einrichtung kühl, ist die Frau bald weg»

Am Mittwoch ist Zügeltermin: Dutzende junge Ostschweizer ziehen erstmals zusammen. Ein Wohn-Coach sagt, worauf es zu achten gilt, damit das gemeinsame Leben in der neuen Wohnung schön wird.

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Petra Peyer ist professioneller Wohn-Coach. (Bild: Giger Photography)

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«Idealerweise ist sich das Paar, das zusammenzieht, bereits bewusst, was es behalten, wegschmeissen oder was es gemeinsam kaufen wird», sagt Petra Peyer, die als Wohn-Coach arbeitet. «In der Realität sieht es oftmals aber ganz anders aus.» Denn Geschmäcker seien verschieden, wodurch es oft zu Konflikten komme. «Zu streiten oder dickköpfig zu sein hilft nicht», so Peyer. Das sorge nur für Ärger und mache Druck in einer bereits stressigen Zeit.

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Hatten Sie schon Streit mit Ihrer Partnerin oder Partner, wenn es um die Einrichtung der gemeinsamen Wohnung geht?
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Peyer ist seit Februar 2013 professioneller Wohn-Coach und gründete im August 2014 ihr Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen «raumwunder». Der Wohn-Coach hilft den Kunden, sich in den eigenen vier Wänden wohlzufühlen. «Meine Aufgabe ist es, die verschiedenen Wünsche und Vorstellungen optimal zusammenzulegen», so Peyer. Da die erste gemeinsame Wohnung ihrer Meinung nach ein grosser Schritt ist, gibt sie vorab Tipps, worauf man beim Umzug und bei der Einrichtung achten sollte, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Verständnis fürs Geschlecht haben

Laut dem Wohn-Coach sind Männer geradliniger als Frauen: «Sie nehmen, was sie brauchen», so Peyer. «Deshalb wirkt deren Einrichtung eher kühl und zurückhaltend.» Diese Zurückhaltung komme auch bei den Farben zur Geltung. «Männer greifen eher zu ruhigen Farben», erklärt Peyer. Auch würden die Männer bei der Wahl ihrer Möbel mehr auf Qualität setzen: «Sie kaufen zwar weniger ein, dafür ist es aber in besserer Qualität», so Peyer.

Frauen hingegen seien etwas komplizierter gestrickt: «Sie greifen nicht nur gerne zu Farben, sondern auch zu viel Schnickschnack», so Peyer. «Die Wohnung einer Frau ist meistens persönlicher als die eines Mannes.» Auch bei der Auswahl ihrer Möbel würden viele Frauen günstigere Stücke bevorzugen, damit sie mehr kaufen könnten. «Wenn ich ihnen etwas vorschlage, dann wollen sie beim Kauf dabei sein, damit sie es noch einmal genau begutachten können», so Peyer. «Während Männer es eher mir überlassen.»

Um das Zusammenleben einfacher zu gestalten, sollten Paare diese individuellen Gegebenheiten respektieren und drei Grundregeln befolgen: «Man muss zuhören, auf die Bedürfnisse des Partners eingehen und flexibel, also kompromissbereit sein», so Peyer. Wer diese drei Voraussetzungen befolge, komme schneller auf einen gemeinsamen Nenner. «Es darf nicht passieren, dass einer alles selber durchziehen will», so Peyer. «Denn wenn die Frau alles pink anstreichen will und das ohne die Einwilligung des Partners durchzieht, steht sie bald alleine da.» Genau so sei es beim Mann: «Wenn die Einrichtung kühl ist, ist die Frau bald weg», so Peyer.

Zügeln will geplant sein

Doch nicht nur die Einrichtung könnte zu Konflikten führen. Auch der Aus-und Einzug sollten geplant sein: «Zuerst sollten die grossen Möbel wie Schränke, Sideboards und Betten in die neue Wohnung gebracht werden, also Dinge, die man oftmals noch montieren muss», so Peyer. «Danach das Füllzeugs in Kartons bringen.» So gehe man dem Chaos und der darauf folgenden Diskussion erfolgreich aus dem Weg.

Auch sei es sehr nützlich, sowohl die Zimmer als auch die Kartons zu nummerieren. «Das macht es den Helfern einfacher, sich zu orientieren», so Peyer. «Zudem spart es Zeit und schont die Nerven.»

Wer was macht beim Einzug, sei oftmals keine Frage: «Es ist meistens so, dass beim Einzug automatisch eine Einteilung stattfindet», so Peyer. «Die Männer montieren, die Frauen füllen.» Danach übernehme meistens die Frau den Feinschliff.

(qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick Wilo am 01.04.2015 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein witz?

    Das ist doch ein 1. April-Scherz... ein Wohn-Coach?? Was kommt noch? Ein Brotschneide-Coach? Heutzutage muss man den Leuten ja echt alles vorkauen....

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  • Ein Mann am 01.04.2015 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    "Die Männer montieren, die Frauen füllen". Darf man heute noch so denken? Etwas sexistisch oder nicht? :P Aber schon bemerkenswert, man sucht sich überall (Studien) einen Grund einen Streit zwischen Mann und Frau anzustiften. Man könnte meinen eine Beziehung kann man nicht mehr normal führen.

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  • Leela Lila am 01.04.2015 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So war das

    Früher hiess es mal: "Wer nichts ist und wer nichts kann, geht zu Post und Eisenbahn. Ist es dann noch nicht gelungen, reist man für Versicherungen. Wer dann noch nichts wird, wird Wirt". Und heute wird man Irgendetwas-Coach... tztztz...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 02.04.2015 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Mir egal!

    Eine Frau darf keine zu grellen Farben verwenden bpsw. pink, leucht-grün oder schon gar kein orange oder türkisgrün. Der Rest ist mir relativ egal. Die kann auch so viel Schnick Schnack aufstellen, wie sie will, solange ich mich noch in dem Raum bewegen kann.

  • Sophia am 02.04.2015 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Noch nicht

    Ich frage mich gerade was mein Partner denken muss... Eingerichtet habe ich das Haus! Mein Partner war bei der Wahl immer nickend und lächelnd daneben gestanden*G*. Aber wenn man hier gewisse Kommentare liest wird es einem doch etwas mulmig wie unehrlich unsere Gesellschaft geworden ist- bzw viele Beziehungen auf Lügen aufgebaut sind.

  • Dipl.Beziehungscouch am 02.04.2015 01:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    IKEA nein

    In der ersten gemeinsamen Wohnung sollte man keine IKEA Möbel kaufen,sonst ist der Streit beim Aufbau schon vorprogrammiert :D

    • Verheiratet am 02.04.2015 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Leides Thema

      Davon kann ich ein Buch schreiben. Der Konflikt bei uns fing nicht bei der möbelauswahl statt sondern beim Aufbau!

    • Martin am 02.04.2015 18:55 Report Diesen Beitrag melden

      Klare Vorgaben machen!

      Da Frauen meist nicht sehr gut sind in handwerklichen Dingen, sollten sie das Zusammenbauen dem Mann überlassen und vielleicht als helfende Hand zur Seite stehen. PS: Wer keine Ikea Möbel zusammenbauen kann, der hat zwei linke Hände und kann auch keine anderen Möbel zusammen bauen.

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  • Buebi Stansstad am 01.04.2015 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    im dunkeln sieht man nichts

    wenn alles glatt läuft, bin ich am nächsten morgen sowieso weg, egal ob die frau schnickschnack aufgestellt oder die wände pink gestrichen hat.

  • Karin Schlüter am 01.04.2015 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    der nächste Schritt - ein Psychologe?

    Heutzutage nennt sich jeder 3. Coach - WOHNCOACH und die Missverständnisse im häuslichen Bereich, als wenn man sonst keine Sorgen hat. Vielleicht sollten wir noch einen Psychologen zu Rate ziehen, um die Fronten zwischen Mann und Frau zu schlichten, wenn sie nicht mehr fähig sind, ohne Wohncoach gemeinsam was zu gestalten???