St. Gallen

04. Februar 2019 05:46; Akt: 04.02.2019 09:07 Print

«Jede Fahrt zum Spital war für uns der Horror»

Luca W.* (11) aus Lustenau (A) leidet an Leukämie. Für seine Behandlung musste er immer eine mehrstündige Reise auf sich nehmen. Jetzt darf er nach St. Gallen.

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«Die St.-Gallen-Lösung hat unsere Familie gerettet», sagt Sandra W.*, die Mutter von Luca. Ihr Sohn ist an akuter lymphatischer Leukämie (ALL) erkrankt und auf eine Chemotherapie angewiesen. Der Bub war zuvor bereits auf der kinderonkologischen Station in Dornbirn, bis diese aufgrund von Fachkräftemangel eingestellt werden musste, wie «vol.at» berichtet.

Da sich die nächstgelegene Onkologiestation in der Universitätsklinik Innsbruck befindet, sei die Familie auf eine harte Probe gestellt worden. Die Fahrtzeit zwischen Innsbruck und Lustenau beträgt mehrere Stunden. «Gerade in diesem harten Winter wäre ein Transport nach Innsbruck mit viel Stress und Strapazen für das Kind verbunden gewesen», so W.

Mehrere Stunden voller Schmerzen und Schreie

Familie W. will die Kompetenzen im Universitätsspital nicht anzweifeln, doch der Weg sei für die vierköpfige Familie kaum tragbar gewesen: «Für uns war jede Fahrt zum Spital der Horror.» Die Mutter schildert: «Wir waren mehrere Stunden unterwegs mit einem schwer depressiven Kind auf der Rückbank, das vor Schmerzen ununterbrochen schreit – und dann fängt die Behandlung erst an.» Da sei man um jede Sekunde Fahrzeit froh, die dem Kind erspart bleibe.

Umso glücklicher ist die Familie nun, da der 11-Jährige zu den ersten Leukämie-Patienten gehört, die ihre Chemo im Ostschweizer Kinderspital verabreicht bekommen. Für den an ALL erkrankten Buben stellt die ambulante Therapie in der nahen Schweiz eine enorme Schmerzenslinderung dar. Und auch für die Familie fällt ein grosser Druck weg: «So können sich meine Grosseltern um meine kleinere Tochter kümmern, mein Mann kann seiner Arbeit nachgehen und ich kann für meinen Sohn in dieser besonders schweren Zeit da sein», so die Mutter.

Familie ist sehr zufrieden mit St. Gallen

Die Behandlung in St.Gallen laufe bisher perfekt, so W. «Wir wurden super aufgenommen und fühlen uns sehr wohl.» Auch gebe es organisatorisch keine Unterschiede zu Innsbruck oder Dornbirn. Laut W. sind die Chemo-Protokolle gar identisch.

Soweit es der Zustand des 11-Jährigen zulässt, treibt er gern Sport, vor allem Leichtathletik. Aufgeben sei für den Buben immer ausser Frage gestanden, wie Vol.at berichtete.
Derzeit leidet Luca an Fieber und einem Infekt, den er im Dornbirner Spital auskuriert. Deshalb bekommt der 11-Jährige einmal pro Woche Besuch von einem Kinderonkologen aus St. Gallen. Sandra W.: «Wir sind sehr dankbar für diese Kooperation zwischen Dornbirn und St. Gallen.»

* Name der Redaktion bekannt

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ottokar Rex am 04.02.2019 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne EU tolle Lösung gefunden

    Ist doch schön, dass sich diese super Lösung finden liess! Ich bin sehr froh darum für das kranke Kind und wünsche ihm gute Besserung!

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  • Momo am 04.02.2019 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute

    Wünsche dem Jungen dass er schnell Gesund wird und die Strapaze für ihn mit der Chemo ein Ende nimmt. Allen viel Glück und toi toi toi zum Weg der Besserung.

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  • Anita H. am 04.02.2019 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung

    Das ist doch mal eine schoene Nachricht. Gute Besserung!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Joe Perez am 04.02.2019 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Denkt nach bevor es zu spät ist.

    Tolles Österreichisches System. So etwas möchten wohl einige auch in der Schweiz einführen. Und nein - die Einheitskasse ist nicht die Lösung.

  • Don Vito Corleone am 04.02.2019 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das die Vorarlberger Gebietskrankenkasse

    die Behandlung in der Schweiz ermöglicht ist eine super Sache! Wünsche dem kleinen alles gute und möge die Therapie glücken! Leider verbieten unsere Politiker den Krankenkassen die Zahlung von Behandlungen und den Medikamentenbezug im Ausland! In Österreich liegt die Entscheidung nämlich bei den Krankenkassen und nicht bei den Politikern!

  • Vierziger am 04.02.2019 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solche Familien sind

    wichtig, und nicht Jael und ihr Klimademo-Unsinn, mit dem sie nur wieder Aufmerksamkeit sucht. Der Familie wünsche ich viel Kraft und alles Gute!

  • Bibi am 04.02.2019 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte mehr so gute nachrichten

    Das ist mal eine gute nachricht. Freut mich für den jungen mann. Alles gute

  • Will Helm am 04.02.2019 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbildlich

    Schön dass es auf Welt auch einfach geht, ohne dass eine EU oder andere Behörde im Weg steht, das sollte normal sein.