Rapperswil-Jona

22. November 2019 15:00; Akt: 22.11.2019 16:16 Print

«Kitty wurden Schwanz und Auge entfernt»

Ein Büsi aus Rapperswil-Jona wurde in der Nacht auf Mittwoch bestialisch getötet und zerstückelt. Der Besitzer ist fassungslos. Die Polizei ermittelt.

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Peter Zurbuchen fand sein Büsi Kitty am Mittwochmorgen tot in seinem Garten. Der 13-jährigen Kitty wurde der Schwanz abgeschnitten und ein Auge entfernt. Erst vor einigen Tagen wurde in Kilchberg BL eine Katze mit abgetrennten Hinterpfoten und abgeschnittenem Schwanz gefunden. Weil die Katze laut der behandelnden Tierärztin ihr Leben nicht hätte artgerecht fortsetzen können, habe sie sie einschläfern müssen. In Kilchberg BL, wo die Katze gefunden wurde, ist die Besorgnis gross. Vor allem weil in der Nachbargemeinde Rünenberg kürzlich zwei verletzte Katzen gefunden wurden. Bei den anderen Tieren waren die Hinweise auf mutwillige Verletzungen jedoch nicht so eindeutig. Die Tierärzte konnten sich auch andere Ursachen dafür erklären. Immer wieder kommt es zu mutwilliger Gewalt gegen Tiere. In Attinghausen UR gingen dieses Jahr gleich mehrere Meldungen bei der Kantonspolizei Uri ein. Mehrere Katzen wurden von Projektilen getroffen. Sie war das erste Büsi, das verletzt nach Hause kam. Diese Katze wurde als Zweite verletzt. Dieses Geschoss entfernte der Tierarzt bei der Katze. Diese Katze kam als Dritte verletzt nach Hause. Auf dem Foto ist die Wunde schon fast verheilt. So ein Projektil kam dabei zum Vorschein. So sieht es im Grossformat aus. Es handelt sich dabei um Munition für Softair-Waffen. Diese funktionieren mit Druckluft. Oft bleibt unklar, was verletzten Tieren widerfahren ist. So kam Miggeli (13) im Mai in Biel-Benken BL mit wasserunlöslicher Farbe überdeckt nach Hause. Ihre Besitzerin vermutete das Werk eines Tierquälers, Gewissheit gibt es aber nicht. Miggeli überlebte es nicht. Ebenfalls im Mai wurde Häxli (6) von ihren Besitzern geschoren aufgefunden. Hier war sich der Tierarzt hingegen sicher, dass es sich um eine mutwillige Attacke handelte. Wenig Zweifel bestehen bei dem einjährigen Kater Elton. Er wurde im September in Reigoldswil BL angeschossen. Die Polizei konnte ein Projektil sicherstellen. Auch Kater Ganda wurde mit einer Schusswaffe attackiert. Ihm wurde Anfang Jahr in Hochwald SO mit einem Luftgewehr in den Kopf geschossen.

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«Jemand hat ihr ein Auge ausgestochen und den Schwanz abgeschnitten», sagt Besitzer Peter Zurbuchen* gegenüber der «Linth-Zeitung». Am Mittwochmorgen wurde er von seinem Nachbarn über den schrecklichen Fund informiert. Seine 13-jährige Katze Kitty lag tot im Garten der Familie. Zurbuchen ist schockiert: «Ich dachte sofort, das war kein Unfall oder ein wildes Tier, das dies angerichtet hat.»

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Wenig später folgte die traurige Gewissheit. Wie Felizian Kuster von der Tierarztpraxis Farnenbüel gegenüber der Zeitung bestätigt, war der Tod der Katze kein Unfall. Vor dem Abtrennen des Schwanzes und dem Herausschneiden des Auges soll die Katze erschlagen worden sein. Sie starb vermutlich an einem Schädelbruch. Kuster selbst habe so etwas noch nie gesehen. Er glaubt, dass hinter der Tötung wohl ein Racheakt steckt. «Sonst wäre sie kaum in den Garten des Besitzers gelegt worden.»

Von Gliedmassen fehlt jede Spur

Die Familie ist erschüttert. Vor allem der jüngste Sohn habe Kitty sehr geliebt. Dort habe sich die Katze auch die meiste Zeit aufgehalten. Selbst Dienstagnacht soll das Tier noch im Zimmer des Buben gewesen sein. Was danach passierte, ist unklar.
Der Familienvater hat indes Anzeige erstattet. Wie Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, gegenüber 20 Minuten sagt, hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.Von den fehlenden Gliedmassen fehlt noch immer jede Spur.

Zurbuchen selbst hat keine Idee, wer hinter der schrecklichen Tat stecken könnte. Auch Beschwerden betreffend seiner Katze habe er laut eigenen Angaben nie erhalten. Im Quartier haben die Bewohner schockiert auf die Nachricht reagiert. «Die Leute nehmen Anteil und sind – wie wir alle – fassungslos», sagt der Besitzer. Er hofft nun, dass die Täter schnellstmöglich gefasst werden.

*Name geändert

(juu)