Ausgesetzte Hühner

05. August 2016 05:50; Akt: 05.08.2016 05:50 Print

«Legen sie keine Eier, werden sie ausgesetzt»

In der Ostschweiz haben Tierschützer mit einem neuen Phänomen zu kämpfen. Immer öfter werden Hühner und Hähne in der Wildnis ausgesetzt.

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Bei Happerswil im Kanton Thurgau wurden vergangenes Jahr rund 150 Hühner im Wald ausgesetzt. (Bild: Kapo Thurgau)

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Erst kürzlich wurden im Gebertinger Wald auf dem Ricken im Kanton St. Gallen vier ausgesetzte Hähne entdeckt. Ein Tierschutzbeauftragter sammelte die Tiere schliesslich ein. Ein neuer Lebensplatz wurde für die Tiere auch schon gefunden. Zudem wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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Schlagzeilen machte vergangenes Jahr auch der Fall eines Hanfzüchters, der in einem Waldgebiet bei Happerswil im Kanton Thurgau 150 schlachtreife Mastpoulets aussetzte. Die Tiere mussten kurze Zeit später getötet werden, weil Tierseuchengefahr bestand.

Bringen es nicht übers Herz

Laut Heidy Kessler vom Tierschutz Linth ist das Aussetzen von Hühnern ein neues Phänomen. «Bis jetzt haben wir uns vor allem um Katzen und Nutztiere gekümmert», sagt die Präsidentin der Organisation der «See & Gaster Zeitung». Das Problem sei, dass die Menschen die Tiere als Wegwerf-Objekte ansehen, wenn sie keine Eier mehr legen. «Dann setzt man sie einfach aus», so Sabrina Duft, die ebenfalls für den Tierschutz Linth arbeitet. Dem stimmt Erika Bolt vom Tierschutzverein St. Gallen zu. «Die Leute bringen es vielleicht einfach nicht übers Herz, die Tiere zu schlachten und setzen sie deshalb aus», so Bolt.

786 Hennen gerettet

Bei der Tierhilfe Schweiz ist die Problematik ebenfalls bekannt. «Man erfährt von diesen Fällen in der letzten Zeit immer mehr», sagt Präsidentin Bea Baumann. Dass Menschen die Hühner einfach dem Fuchs bringen, sei äusserst traurig. «Zudem darf man nie vergessen, dass ein solches Verhalten strafbar ist», sagt Baumann. Es gebe deutlich bessere Möglichkeiten, die Tiere abzugeben, wenn man sie nicht mehr halten kann. «Man kann sie zu einem Züchter bringen oder sie professionell einschläfern lassen», so Baumann. Zudem bestehe seit kurzer Zeit auch eine Website, auf der man ausrangierten Legehennen einen neuen Lebensplatz schenken kann. So konnten in diesem Jahr schon 786 Hennen gerettet werden.

(jeh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dodo 02 am 05.08.2016 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückliche Hühner

    Schön Tiere in freier Wildbahn zu sehen!! Das sind sicher die "Glücklichen Hühner"!!! Der Fuchs der Wolf und der Bär werden dies schon regulieren!!

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  • MOMO am 05.08.2016 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierfreund

    Wer Tiere so Behandelt ist auch kein Menschenfreund. Den Tiere sind Besondre Lebewesen und haben ein Recht Leben.

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  • Mel am 05.08.2016 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Vor ca. 10 Jahren als ich noch ein Kind war, fanden meine Eltern und ich sogar Mastkücken im Gjuchwald (Region Oberaargau) Leider starben viele weil sie verletzt waren und in dickes Dornengestrüpp geworfen worden waren. Schlimm wie Menschen mit Tieren umgehen, echt traurig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Eidgenosse am 06.08.2016 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fleisch

    Wieso werden die nicht gemetzget? Da könnte man noch mehr rausholen als nur Eier.

  • Böndli am 05.08.2016 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wegwerfgesellschaft

    Menschen kaufen Tiere, sind oft überfordert und dann... Jedes Lebewesen ist intelligent oft mehr als der Mensch. Haben nicht wir den Bezug zur Natur fast gänzlich verlohren. Was wir nicht brauchen fliegt weg, oder wird ausgestzt. Auch die Hühner und noch viel mehr. Wir Menschen lernen noch von jeden Tier nicht umgekehrt. Die ganze Technik und Schönheits- und Ärztelabore wären Heute neute nichts ohne alle diese Tierforschungen auch HÜHNER. Ich jedefalls bin froh dass nun an einen guten Ort unter gekommen sind, denn auch Tiere wie Hühner haben eine Seele und ein recht zu in würde leben.

  • Mel am 05.08.2016 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Vor ca. 10 Jahren als ich noch ein Kind war, fanden meine Eltern und ich sogar Mastkücken im Gjuchwald (Region Oberaargau) Leider starben viele weil sie verletzt waren und in dickes Dornengestrüpp geworfen worden waren. Schlimm wie Menschen mit Tieren umgehen, echt traurig.

  • peschä am 05.08.2016 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit

    Lieber aussetzen als sie dann notdürftig zu töten. Was richten diese paar Hühner schon aus in der Natur?!?!

  • Zoelein am 05.08.2016 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut so

    Endlich haben sie Ihre Freiheit...besser als eine Legebatterie zu sein..das Wort ist schon grässlich und grausam.Verstehe die Aufregung wieder nicht.

    • Xsasan am 05.08.2016 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zoelein

      Diese Tiere sind in der Freiheit schlichtweg nicht überlebensfähig. Zudem, wenn man gleich Dutzende Hühner auf einmal aussetzt, können sich Krankheiten auf gesunde Waldtiere ausbreiten. Der Mensch züchtet, der Mensch beutet aus, der Mensch schlachtet, oder der Mensch setzt aus. Hauptsache keine Verantwortung tragen müssen.

    • T.M. am 05.08.2016 08:00 Report Diesen Beitrag melden

      Legebatterien verboten

      Legebatterien sind übrigens in der Schweiz seit einer halben Ewigkeit verboten. Leider gilt dies nicht für Bodenhaltung!

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