St. Gallen

17. Oktober 2019 04:51; Akt: 17.10.2019 04:51 Print

«Man könnte meinen, sie seien auf der Flucht»

Autofahrer und Velofahrer beschweren sich über das Verhalten der Postauto-Chauffeure an der Kreuzung Krontal in St. Gallen. Das Unternehmen nimmt Stellung.

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Bei der Kreuzung Krontal in St. Gallen käme es immer wieder zu heiklen Situationen mit Postautos, beschwert sich jemand im Stadtmelder. «Wenn ein St. Gallerbus bei der Haltestelle Krontal Richtung Grossacker steht, überholen die Postautos Richtung Bahnhof St. Fiden auf der Busspur, teilweise sogar bei Rot», so der Vorwurf. Schon mehrfach sei es dadurch fast zu Kollisionen mit Autos gekommen. Der Verfasser fragt sich, ob die Chauffeure denn einen derart engen Fahrplan haben, dass sie die Verkehrsregeln missachten.

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Mit seinen Beobachtungen ist er nicht allein. In den Kommentaren melden sich etliche St. Galler zu Wort, die die Situation kennen. Darunter auch Velofahrer. Einer kommentiert gar: «Die Slalomfahrt der Gelben ist mir auch schon aufgefallen. Man könnte meinen, sie seien auf der Flucht!»

Situation bei Postauto bekannt

Die Stadtpolizei St. Gallen ist laut Sprecher Dionys Widmer durch den Eintrag auf die Situation aufmerksam geworden. Man werde in Zukunft Kontrollen zu Gunsten der Verkehrssicherheit durchführen und allfällige Verkehrsübertretungen ahnden. «An die Regeln müssen sich alle halten. Bei Missachtung der Verkehrsegeln werden auch Buschauffeure gebüsst», so Widmer.

Wie es auf Anfrage bei Postauto heisst, ist das Problem bekannt.
Chauffeure, die von Neudorf her kommen, können selbst entscheiden, ob sie auf der Spur für Individualverkehr (IV) oder der Busspur fahren. Sie müssten dann aber auf der Spur bleiben, für die sie sich entschieden haben. «Trotzdem ist es leider tatsächlich vereinzelt vorgekommen, dass ein Postauto von der Busspur in die IV-Spur gewechselt hat und den VBSG-Bus an der Haltestelle Krontal überholt hat. Dies ist bei gestrichelter Linie gesetzlich zwar erlaubt, Postauto sieht dies aber wegen der im Stadtmelder geschilderten Problematik nicht gerne», so Katharina Merkle, Mediensprecherin von Postauto. Würde man von solchen Fällen hören, würde man die Fahrer direkt auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen. «Bei uns hat Sicherheit immer Vorrang. Gerade sind wir daran, die Fahrer nochmals für das korrekte Verhalten bei der Krontal-Kreuzung zu sensibilisieren. Es darf nicht sein, dass sich andere Verkehrsteilnehmer verunsichert fühlen», führt sie aus.

Was allerdings nicht stimme sei, dass die Chauffeure ständig über Rot fahren würden, wehrt sich Merkle. Denn: Für den Bus gelte das ÖV-Signal, das in der Regel an der Ampel befestigt sei. Würden auf dieser drei horizontale Striche aufleuchten, bleibe das Postauto stehen. «Sind sie vertikal sind, hat es freie Fahrt», so Merkle. Das gelte allerdings nur, wenn der Chauffeur sich auf der Busspur befinde. Merkle: «Fährt er auf der normalen Spur, gilt die andere Ampel, die auch der restliche Verkehr zu beachten hat.»

(del)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mortal Sin am 17.10.2019 05:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Arbeitsweg

    Ein Riesentheater um nichts. Und das sich ausgerechnet Velofahrer über das Fehlverhalten aufregen, nimmt dem ganzen die Glaubwürdigkeit.

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  • C.C.Rider am 17.10.2019 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was wundert ihr euch?

    Auch die Post und damit die Postauto AG wurden zu gewinnorientierten Kapitalgesellschaften umgebaut. Hochbezahlte Managerlis und schlecht bezahlte Mitarbeitende. Die einst stolzen Postautofahrer/innen wurden durch Lastwagenfahrer/innen ersetzt, welche sich beim Kiestransport "qualifiziert" haben. Leider fallen die gelben Auto's im Strassenverkehr häufig negativ auf. Qualitätssicherung scheint im Kader dieser "Firma" vorwiegend aus kreativer Buchhaltung und eigenem Bonus zu bestehen. - Schade

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  • Stu am 17.10.2019 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vortritt erzwingen

    Ich erlebe regelmässig wie sich die Postautofahrer den Vortritt erzwingen und einfach drauf los fahren. Nicht nur einmal kam es fast zur Kollision und die Autofahrer werden dann auch noch Beschimpft obwohl diese im Vortritsrecht waren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • BASLER am 17.10.2019 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GESTRESST

    Sicher.... in Basel ... probiere es zu verstehen, sind die Chauffeure fast unanständig und sehr unfreundlich. Ältere Menschen werden rücksichtslos stehen gelassen und sogar ANGEBRÜLLT. Fahre meine Mutter so oft als möglich mit dem Auto sonst TAXI. Dieses Verhalten der Fahrer könnte an der ÜBERVÖLKERUNG liegen

  • Genervt am 17.10.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kann die Fahrer verstehen

    Die ganze Verkehrsplanung und -führung in der Stadt St. Gallen ist eine einzige Katastrophe, dabei ist die Stadt ja eigentlich klein, so schwer könnte das doch nicht sein? Den innerstädtischen, notorisch unpünktlichen ÖV kann man nur auf ganz kurzen Strecken nutzen, wenn man nicht gleich einen Tagesausflug plant.

  • Maerd am 17.10.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Das ich nicht lache!!

    Genau gerade Velofahrer beschweren sich über die "Nichteinhaltung der Verkehrsregeln". Das ich nicht lache. Es sind doch genau die, welche über Rot fahren oder Sperrflächen missachten etc. Rechtsvortritt wird auch gerne ignoriert! Gerne wird auch mal die halbe Fahrspur verwendet.

  • Claudio am 17.10.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Busfahrer unteres Niveau

    Tag täglich mit den Bus-Fahrern von BOGG (Olten, Gösgen Gäu). Die meinen auch, dass die Verkehrsregeln für sie nicht gelten.

  • Cheuffeur am 17.10.2019 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut So!!

    Seher gut!!! Das was die Velofahren und die Autofahrer können, das können wir auch einfach viel besser den wir beeindrucken mit der Grösse!!! Hha Bravo StGalen Chauffeure. Gruss Chauffeure ZH