St. Gallen

17. Juni 2019 17:40; Akt: 18.06.2019 07:36 Print

«Mit Bussenterror wird das letzte Leben verdrängt»

Gross war die Freude, als ein Oldtimer-Event am Sonntag endlich wieder Leben in die St. Galler Altstadt brachte. Diese währte nicht lange, da die Polizei diverse Helfer büsste.

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An Sonntagen ist es in der St. Galler Altstadt meistens ruhig – die Läden sind zu und die Strassen leer. Anders war das am gestrigen Sonntag (16.06.2019): Etlich gut erhaltene Oldtimer waren in der Marktgasse im Rahmen des «Classica St. Gallen» ausgestellt und erfreuten neugierige Besucher. Der Event fand zum ersten Mal statt.

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Hätte die Polizei ein Auge zudrücken sollen?

Wie das Online-Portal Die Ostschweiz schreibt, machte sich die Polizei die Gelegenheit aber zunutze, um im grossen Stil Ordnungsbussen zu verteilen. Gebüsst wurden nämlich die Begleitfahrzeuge der Oldtimer, die sich auf dem Marktplatz befanden. Und das, obwohl dieser menschenleer gewesen sei und niemand behindert wurde. So mache man einen weiteren Schritt in Richtung «Friedhof Innenstadt St.Gallen».

«Einfach nur peinlich»

Auf Facebook wird das Thema derweil ebenfalls diskutiert. Die User haben dabei mehrheitlich kein Verständnis für die Bussen: «Mit dem Bussenterror wird das letzte Leben verdrängt!», schreibt einer. Ein anderer bemängelt das fehlende Fingerspitzengefühl der Polizei. «Einfach nur peinlich» schreibt einen weiterer. Ein Stadtbesuch in St.Gallen sei endgültig keine Option mehr. Vereinzelt stellen sich aber auch Personen auf die Seite der Polizei: «Was hat die Polizei denn falsch gemacht? Sie darf keine Menschen bevorzugen», meint ein User.

Thomas Kirchhofer, Direktor des St.Gallen-Bodensee Tourismus, bestätigt den Vorfall gegenüber 20 Minuten: «Bedauerlicherweise erhielten einige Helfer und Partner Parkbussen ausgestellt, da sie ihre Autos auf dem Marktplatz parkierten.» Man habe nun das Gespräch mit den Beteiligten gesucht. Zur Zeit werde die Situation analysiert, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Mit den Veranstaltern wurde kommuniziert

Wie Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen, erklärt, hat man im Sinne des Gesetzes gehandelt: «Im Vorhinein wurde mit den Veranstaltern abgemacht, dass die Oldtimer auf dem Marktplatzgelände stehen dürfen, nicht aber Begleitfahrzeuge.» Man habe kommuniziert, dass diese auf den öffentlichen Parkplätzen abgestellt werden müssten.

Und auch nachdem die Polizei die falsch parkierten Fahrzeuge sah, zeigte sie sich kulant: «Man gab den Veranstaltern ein Zeitfenster von 30 Minuten, um die Begegnungszone am Marktplatz frei zu machen», so Widmer. Danach habe man acht Bussen ausgestellt. Ein Auge zudrücken wollte die Polizei nicht: «Sonst hätte jeder sein Auto dort abstellen können und wir hätten bei den nächsten Events wieder Ausnahmen machen müssen», erklärt Widmer.

(viv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stef am 17.06.2019 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und tschüss!

    Ist wie ja in Basel, ich gehe nur nach Deutschland einkaufen, gratis Parkplätze und super Geschäfte. Ich habe es sowas von satt, echt die Schnauze voll, ich muss den Gangstern in den Geschäften die Abzockerpreise bezahlen, zusätzlich freche Parkgebühren und dann noch mit dem Tram. Rottet die Innenstädte aus, mir egal, mich sieht man nicht mehr in der Innenstadt.

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  • M. Einig am 17.06.2019 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergraulungszone

    Eine Begegnungszone braucht St. Gallen nach der Nummer eh nicht mehr.

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  • fh am 17.06.2019 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bünzlistadt

    Wer fährt denn schon freiwillig in die Bünzlistadt St. Gallen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mann oh Mann am 20.06.2019 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Rheintaler sind sehr offen ud freundlich

    Beispiel wie st. Gallen sein könnte. Der zukünftige Schiegersohn sagt seiner Schwiegermutter in Spee. Ich möchte Dir deine tochter nicht wegnehmen, dafür aber einen Sohn geben. Aber wenn alle so auf sich fixiert sind und Angst habenetwas zu verlieren, dann kann ein Umdenken in diesem KT. nicht stattfinden. Die ablehnung im KT SG bleibt die nächsten 1000 JAhren noch so, aber dann gehört der KT SG schon lange nicht mehr zur Schweiz, und ist ein Eigenbrötler Kanton. Komisch, die Rheintaler sind sehr offen und freundlich.

  • Mann oh Mann am 20.06.2019 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Eine traurige und verbohrte Situation

    St. Gallen ist einfach nicht offen für etwas das nicht aus SG kommt. Mir geht es genau so, bin seit über 30 Jahren hier, fühle mich aber immer noch nicht so, dass ich sagen kann "ich bin angekommen" Das schräge Verhalten geht quer durch alle Altersgruppen in SG. Eine traurige Situation. Wenn ich Bern, Zug, Zürich und besonders die Waadt anschaue, ist zwar alles ein bisschen oberflächlicher, aber es können wenigstens Kontakte geknüpft werden.Hier wehrt sich jeder gegen neues mit Händen und Füssen. Nun wird mir mein Eindruck doch wieder bestätigt. Danke St. Galler, dass ihr so ablehnend seid

  • Mann oh Mann am 19.06.2019 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    also warum in der Stadt

    Der KT. St. Gallen würde ganz ein anderes Gesicht von sich geben, wenn dieser unter der Herrschaft von Bern wäre. Apropos Parkplätze. St. Gallen wird demnächst abgerissen. Zrüch braucht Parkplätze. Das ist natürlich nur ein Schwerz, und dass muss man schon schreiben, denn die St. Galler verstehen fast keinen Spass und dass ist doch sehr, sehr schade. Aber was nicht ist kann noch kommen. Wartet nur bis die Ostschweizer aus ihrem Schlaf erwachen. In Arbon gibt es doch schon Oltimer Messen und erst noch vor einer sehr schönen Kulisse der See Promenade, also warum in der Stadt. Verstehe ich nicht.

  • Guy Werren am 18.06.2019 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer meckern

    Respektiert einfach Parkverbote und alle anderen verkehrstechnischen Gesetze, Regelungen und Verbote. Dann habt ihr aber nichts mehr zu meckern.

    • Sonst gehts gut am 18.06.2019 12:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Guy Werren

      Wenn die Verbote überragen muss ich es nicht respektieren, träum weiter!

    • jasmin am 19.06.2019 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sonst gehts gut

      Verbot ist verbot dann tragen sie gefälligst die Konsequenzen.

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  • MBreu am 18.06.2019 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    SG: Standortförderung für wenige.

    Typisch SG... man bekommt nix aber es wird genommen.