Toter Pannenhelfer

04. April 2019 09:50; Akt: 04.04.2019 14:37 Print

«E. war immer korrekt und hilfsbereit»

E. A. (24) wollte bei einem Reifenschaden helfen und wurde dabei auf der Autobahn A1 angefahren und getötet. Bei der Familie und Freunden sitzt der Schock tief.

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Pannenhelfer E. A.* (24) aus Wil ist am Mittwoch auf der Autobahn A1 bei Oberbüren von einem Auto erfasst worden. Er war gerade dabei, einem 50-jährigen Kleinbusfahrer bei einer Reifenpanne zu helfen. Am Abend erlag der Wiler im Spital seinen Verletzungen.

Bei Freunden und Familienangehörigen ist die Trauer gross. Diverse Bekannte haben ihr Facebook-Profil schwarz eingefärbt. Beispielsweise der Onkel des Toten, Zilbehar A.*. Laut ihm sind die Eltern von E. momentan nicht ansprechbar, sie seien am Boden zerstört: «Nur wer selbst ein Kind verloren hat, versteht ihren Schmerz.»

Der Onkel, der vor vier Jahren seinen Eltern zuliebe von Wil nach Mazedonien zurückkehrte, habe durch einen Kollegen von einem Unfall bei Oberbüren erfahren. «Meine Mutter erzählte mir aber dann, dass es sich bei dem einen Opfer um E. handelt.» Der junge Mann habe das Leben geliebt und habe in die Zukunft geblickt: «Er hat letzten Sommer geheiratet, seine Frau, die von Mazedonien stammt, zog erst vor kurzem in die Schweiz zu ihm. Kinder haben sie aber keine.»

«Über 100 Leute besuchten ihn im Spital»

Sein bester Freund sagt zu 20 Minuten: «Er war ein sehr guter Junge, mit einem starken Charakter, zu allen immer korrekt und sehr hilfsbereit.» Er kenne ihn, seit er fünf Jahre alt sei. «Am Mittwoch besuchten ihn über 100 Leute im Spital. Es hat alle sehr schwer getroffen.»

Ähnlich beschreiben ihn andere Freunde. Sie seien zutiefst betroffen vom Unfall. «Auf einen Schlag ist ein sehr guter Freund von uns gegangen. Und dies viel zu früh.» E. sei ein liebevoller Familienmensch und noch ein besserer Freund gewesen. Sie alle wünschen der Familie, seinem jüngeren Bruder und seiner Frau viel Kraft.

«Möge Gott eure Familie beschützen»

Ähnlich lauten die Beileidsbekundungen auf Facebook: «Mein Beileid an die Familie, alle Freunde und seine Nahestehenden. Er ist in einem jungen Alter aus dem Leben geschieden, was ein schwerer Verlust ist – nicht nur für die Familie, sondern für uns alle. Möge Gott ihn mit dem Paradies belohnen», schreibt ein Bekannter auf dem Profil seines Onkels.

«Seid nicht traurig, wir sind von Gott erschaffen worden und werden früher oder später zu ihm zurückkehren», schreibt eine Bekannte auf dem Profil des besten Freundes. «Das war Gottes Entscheid. Möge Gott euch und eure Familie beschützen. Auch wir teilen eure Trauer und euren Schmerz. Möge Gott ihn mit dem Paradies belohnen.»

Ein Mitarbeiter einer Pneugarage in der Ostschweiz, dem ehemaligen Lehrbetrieb von E. A., ist ebenfalls geschockt. «Ich konnte es fast nicht glauben, als ich vom tragischen Unfall erfuhr», sagt er zu 20 Minuten. E. A. habe die Lehre dort vor ein paar Jahren abgeschlossen. Er sei mit ihm auch privat gut ausgekommen, habe ihn ab und zu mal im Ausgang angetroffen. «Er war ein super Typ. Sehr anständig und freundlich.»

*Name der Redaktion bekannt

(qll/maz)