Frauenfeld TG

14. Oktober 2019 04:56; Akt: 14.10.2019 04:56 Print

«Es werden Narben zurückbleiben»

Am Wochenende ist der Stall des Frauenfelder Stadtrates Andreas Elliker niedergebrannt. Der Vorfall löst grosse Betroffenheit aus. Alle wollen helfen.

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In der Nacht auf Samstag kam es in Frauenfeld zu einem Grossbrand. Der Stall von Stadtrat Andreas Elliker brannte samt Futterlager bis auf die Grundmauern ab. Wie die Kantonspolizei Thurgau mitteilte, brannte das zweigeschossige Stallgebäude vollständig nieder. Der Feuerwehr gelang es, das Übergreifen des Feuers auf eine angrenzende Scheune und auf das benachbarte Wohnhaus zu verhindern.

Der Stall des Landwirtschaftsbetriebs von Andreas Elliker geriet in der Nacht auf Samstag (11.10.19) in Brand. (Video: BRK-News)

«Narben werden zurückbleiben»

Andreas Elliker sitzt seit diesem Sommer für die SVP im Frauenfelder Stadtrat. Wie die «Thurgauer Zeitung» berichtet, befindet sich der Bio-Milchwirtschaftsbetrieb seit vier Generationen im Besitz der Familie Elliker. 2013 war der Stall von Elliker und seinem Vater umgebaut worden, wobei sie viel Zeit und Arbeit in die Umsetzung neuer Ideen investiert hatten.

Das Feuer vom Wochenende war nicht das erste auf dem Grundstück: Bereits im Jahr 1980 wütete hier ein Grossbrand. Ursache war damals ein Stromkabel, das von Nagetieren aufgebissen worden war.

Der aktuelle Brand beschäftigt den Lokalpolitiker. Er sagt gegenüber der Zeitung es sei tragisch, es müsse aber nach vorne geschaut werden. «Trotz allem: Für mich ist klar, dass wir alles wieder aufstellen werden. Aber es werden Narben zurückbleiben», so Elliker. Die grosse Anteilnahme der Bevölkerung gebe ihm zumindest ein wenig Trost.

Grosse Betroffenheit

Die Betroffenheit in Frauenfeld ist gross. So meinten Bewohner: «Es ist extrem schlimm und traurig, was passiert ist.» Viel Solidarität zeigt sich zudem in den sozialen Medien. In einer lokalen Facebook-Gruppe erkundigten sich viele User darüber, wie der Familie geholfen werden könnte.Vom Quartierverein Erzenholz-Horgenbach-Osterhalden wurde eine Spendenaktion lanciert, die den baldigen Wiederaufbau ermöglichen soll.

«Es ist unserem Quartierverein ein grosses Anliegen, der betroffenen Famile zu helfen. Im Namen der betroffenen Familie und des QV EHO danke ich Ihnen für die zahlreichen Geldspenden, welche dann vollumfänglich der betroffenen Familie übergeben werden», schreibt Vereinspräsident Roland Hofmann auf der Webseite.

Brandermittlungen laufen

Der Schaden durch den Brand beträgt mehrere hunderttausend Franken. Die Brandursache ist Gegenstand der laufenden Abklärungen, wie Andy Theler, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, sagt. Die Brandermittlungen seien jeweils langwierige Angelegenheiten. Brandstiftung stehe nicht im Vordergrund, könne aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Laut Elliker ist das Stallgebäude versichert. Das sei aber nur das eine. «Das andere ist die Kraft, die es nun braucht», wird er von der «Thurgauer Zeitung» zitiert. Die Unterbringung der Tiere werde ebenfalls viel Arbeit geben. So auch die Fütterung, da 700 Heuballen verbrannt seien. Bis das Provisorium nächste Woche bereit sei, blieben die Tiere auf der Weide.

(del)