Kreuzlingen TG

08. April 2019 04:53; Akt: 08.04.2019 07:41 Print

«Ohne Eingreifen wäre der Hecht qualvoll gestorben»

Ein Mann aus Kreuzlingen TG entdeckte mitten in der Stadt einen 70 Zentimeter grossen Hecht in einem engen Kanal. Er reagierte blitzschnell und rettete dem Tier wohl das Leben.

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Ein rund 70 Zentimeter grosser Hecht, gefangen in einem Kanal in Kreuzlingen. Das Tier bewegte sich kaum mehr. Der Kreuzlinger Clemens Späni entdeckte das Tier und verständigte Hilfe. Falls der Fisch durch extreme Niederschläge angeschwemmt wurde, konnte er nicht mehr zurück, da der Wasserstand unterdessen zu tief war. In die andere Richtung konnte er aufgrund einer Metallplatte des Kanals nicht entkommen. Zwei Männer der Stadtgärtnerei waren rasch zur Stelle. Mit einem grossen Netz wurde der Fisch in den blauen Bottich befördert. Clemens Späni ist gespannt, was in Zukunft noch alles angeschwemmt wird und wird weiterhin jeweils einen Blick nach unten werfen. Laut der Kantonspolizei Thurgau gibt es immer wieder Meldungen von gefundenen Tiere. Hier: Eine nicht einheimische Hornatter wurde im September 2018 in Aadorf TG gefunden. Diese muss entweder entwichen oder ausgesetzt worden sein. Eine Passantin meldete sich im Juli 2015 bei der Kantonspolizei Thurgau, weil sie bei einem Weiher in Berg eine grössere Schildkröte gesichtet hatte. Zwei Polizisten gingen vor Ort und konnten das Tier – vermutlich eine nicht heimische Schmuckschildkröte – einfangen und in einer Tierklinik in Obhut geben. Dieser Wellensittich hat vermutlich einen ungemütlichen Ausflug hinter sich. Im November 2017 wurde das offenbar verletzte Tier in der Nähe des Bärenplatzes in Kreuzlingen gefunden. Die Kapo TG hat den Kleinen zum Tierschutzverein Kreuzlingen & Umgebung gebracht, wo er wieder aufgepäppelt wurde. Im Juni 2016 bekamen die Kapo TG eine Meldung, dass sich ein Schaf hoffnungslos in einem Zaun verfangen habe und sich nicht mehr selbst befreien könne. Laut Kapo kein alltäglicher Fall, aber die Patrouille konnte das Tier mit dem nötigen Fingerspitzengefühl aus seiner misslichen Lage befreien. Auf der Frühdienst-Patrouille entdeckt eine Polizistin im Juni 2017 beim Flugplatz Sitterdorf diesen Vogel am Strassenrand. Er wurde ins Tierheim gebracht und später von der Besitzerin abgeholt.

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«Der Hecht hat sich kaum mehr bewegt, geschweige denn gewehrt, als sie ihn rausholten», sagt der Kreuzlinger Clemens Späni. Als er kürzlich vom Mittagessen in der Stadt zurück zur Arbeit wollte, ging er, wie so oft, über den Fussgängerstreifen am Kolosseumsplatz. Dort schaute er den Kanal hinunter. «Darin befand sich ein rund 70 Zentimeter grosser Hecht», so Späni. Er sei darin gefangen gewesen und der Wasserstand war nur noch knapp 20 Zentimeter hoch. Das arme Tier habe bestimmt tagelang nichts mehr gegessen. Späni war sofort klar, dass es für den Hecht eine lebensbedrohliche Situation darstellte und er helfen musste.

Er verständigte deshalb die Behörden. Wenig später seien zwei Männer von der Stadtgärtnerei aufgetaucht. Gemeinsam sei dann das mehrere Kilogramm schwere Tier mit einem Netz in einen wasserbefüllten Bottich gelegt worden. «Er hatte aufgrund seiner riesigen Grösse kaum Platz darin», führt Späni aus. Gewehrt hätte sich der Fisch nicht, da er offenbar schon völlig kraftlos war. Mit dem Bottich auf dem Autoanhänger seien die Helfer dann in Richtung See gefahren. Am Hafen Kreuzlingen hat man das Tier schliesslich wieder in die Freiheit entlassen.

«Ich hoffe auf ein Happy End»

Wie der Fisch in diese missliche Lage kommen konnte, ist unklar. Späni spekuliert: «Es kann sein, dass der Hecht bei extremen Niederschlägen vom Bach nach unten geschwemmt wurde.» (siehe Bildstrecke)

Er hoffe nun auf ein Happy End und sei allen an der Rettung Beteiligten sehr dankbar. «Ohne Eingreifen wäre er langsam und qualvoll eingegangen, da er keine Möglichkeit hatte, aus dieser Falle zu entkommen», sagt Späni. Dass er ihn entdeckt habe, sei reiner Zufall gewesen: «Mir ist vor einiger Zeit weiter oben am Bach eine Drohne abgestürzt. Ich habe sie Tage später dann am selben Ort gefunden, wie jetzt den Hecht. Ich schaue deshalb immer wieder mal hinunter, was hier im Kanal alles so angeschwemmt wird.»

Fachexperten für Bergung

Laut der Kantonspolizei Thurgau gibt es immer wieder Meldungen von gefundenen Tieren, die gerettet werden müssen. «Alltäglich sind Katzen und Hunde. Manchmal sind es aber auch speziellere Tiere wie Kanarienvögel oder Schlangen», sagt Mediensprecher Matthias Graf.

Je nach Tierart kann die Polizei die Rettung selber vornehmen, bei einzelnen Fällen wird aber auch ein Fachexperte hinzugezogen.

(mwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Teluba am 08.04.2019 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufmerksam

    Schade, dass soviele dazu nur unsinnge Kommentare schreiben und diese auch noch veröffentlicht werden.... DANKE dem Retter, es gibt leider viel zu wenig Menschen, die in solchen Situationen einschreiten!

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  • Jeannette am 08.04.2019 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Danke das dem Tier geholfen würde. Die dämlichen Kommentare ignoriere ich mal.

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  • Hpa am 08.04.2019 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hecht

    Da es die Laichteit vom Hecht ist, ist es verständlich wenn solche Tiere so gefunden werden. Wenn viel Wasser in Kanälen sind oder auch Uferböschungen überschwemmt werden kann es sein dass der Hecht weit hinein schwimmt und dort ablaicht wolken. Der Laich wird an Gräser Äste usw. angehaftet. Leider ist es nur ein Einzeltier ohne Begleitung. Also ist der Hecht versehendlich dort hinein geschwommen. Hoffentlich findet dieser noch einen Partner zum ablaichen. Dieses Exemplar sieht nach einem Weibchen aus.

Die neusten Leser-Kommentare

  • wild. am 08.04.2019 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Fischer

    Der Mann rettet den Hecht der Fischer Freuds über den Grossen Fang.

  • Captain Hindsight am 08.04.2019 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nagur eben

    Jetzt habt Ihr dem Graureiher das Abendessen weggenommen. In einer Natürlichen Flusslandschaft sterben viele Fische so.

  • Uhu am 08.04.2019 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schade was für ein verlusst

    Bei mir würde er auf dem Teller landen.

    • pepe müller am 08.04.2019 11:47 Report Diesen Beitrag melden

      Fressen und gefressen werden

      Fressen und gefressen werden, gelle!? Ich wünsche Ihnen deshalb, von ganzem Herzen, dass Sie sich bald mal eine Safari leisten und von einem Löwenrudel gefressen werden! Sie stehen ja so drauf!

    • Jörg Frei am 08.04.2019 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @pepe müller

      so ist dass leben müller ich hätte es auf den teller und verspeist!!

    • Jörg Frei am 08.04.2019 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Uhu

      bei mir auch unter feuer gebraten hmm fein.

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  • Otto Stadler am 08.04.2019 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helden des Guten !

    Ihr seid Helden ! Das ist für mich so schön zu lesen, dass der Wochenauftakt 200 prozentig gelungen ist ! Einfach nur BRAVO !

  • Petri am 08.04.2019 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts heldenhaftes.

    Oh, es wurde ein Fisch gerettet, der dann andere Fische frisst, falls er noch genug Kraft hat, dies zu tun, wenn nicht, stirbt er selber dann im Bodensee. So oder so mind. 1 toter Fisch.