Leimbach TG

24. Juni 2019 16:33; Akt: 24.06.2019 16:33 Print

«Polizei macht, was der normale Bürger nicht darf»

Ein Leser-Reporter ärgert sich über die Kapo TG, die bei einem Stoppschild nicht anhielt. Normalerweise gäbe das doch eine Busse – nicht aber für Polizisten in diesem Fall.

Ausgerechnet in einem Fernsehbeitrag begeht die Polizei einen Rollstopp. (Video: Leser-Reporter)
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«Der Polizist sollte genauso eine Busse bekommen», fordert Leser-Reporter G.F.* Der 33-Jährige sah kürzlich einen Beitrag von TeleTop, in dem ein Polizeifahrzeug der Kantonspolizei Thurgau in Leimbach TG zu einem Stoppschild fährt, abbremst und dann per Rollstopp in die Kreuzung einbiegt. Fahrlässiges Verhalten – und das bei einem offiziellen Fernsehbeitrag. G. wundert sich über das Verhalten der Polizisten: «Die Polizei ist oft selbst nicht das beste Vorbild.» Er habe auch schon Polizisten gesehen, die während der Fahrt assen und tranken. «Sie erlauben sich einfach das, was der normale Bürger nicht darf», so der 33-Jährige genervt.

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Auch Polizei kann gebüsst werden

Matthias Graf, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, relativiert: «In diesem Fall hatte die Signalisation nicht die gleiche Bedeutung, da die Strasse wegen eines Einsatzes gesperrt gewesen war. Zudem wurde das Polizeifahrzeug durch einen Polizisten eingewiesen und damit die Signalisation aufgehoben. «Nur die Polizei war mit ihren Fahrzeugen dort, die anderern Lenker mussten eine Umleitung fahren», so Graf. Grundsätzlich müsse sich die Polizei aber, genau wie alle anderen auch, an die Regeln halten.

Ausnahmen sind unter anderem dringende Einsätze: «Bei einem dringenden Einsatz, kann oder muss die Polizei ihr Auto auch mal im Parkverbot stehen lassen», erklärt Graf. Kann die Polizei überhaupt gebüsst werden? «Ja», sagt der Kapo-Sprecher. «Jede Person hat das Recht jeden anzuzeigen – auch Polizisten.»

Kein Einzelfall

Es ist nicht das erste Mal, dass Polizisten mit ihrem Verhalten beim Leser auf Unverständnis stossen. Ein Leser-Reporter bemerkte im April dieses Jahres einen zivilen Polizeiwagen der Kantonspolizei St. Gallen, der im Parkverbot stand, um einen Blitzer aufzustellen. Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kapo St. Gallen, erklärte damals, dass die Polizei für die Installation solcher Messanlagen gewisse Sonderrechte habe und daher ein Parkverbot missachten könne.

Auch im November 2017 sorgte ein Polizeiauto in St. Gallen für Kopfschütteln: Es stand auf einem Behindertenparkplatz. «Behinderung», schrieb ein Leser-Reporter damals kurz und knackig unter das Bild. Rezzoli sagte damals, dass für Polizisten grundsätzlich die gleichen Regeln, wie für alle anderen Bürger auch gelten. Ist ein Polizist also nicht an einem Einsatz beteiligt und parkiert völlig schief, bekommt er eine Busse, wie jeder andere Bürger auch? Nicht unbedingt. «Wer soll uns Polizisten denn büssen?», flachste Rezzoli damals.

So «schlecht» parkiert die Polizei

*Name der Redaktion bekannt.

(viv)

Ausgewählte Leser-Kommentare

Kann man nachlesen bei Polizeireport, aber warum sich die Mühe machen wenn man doch einfach ohne Substanz stänkern kann. – neben dem Ringfinger

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Meckerer am 24.06.2019 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört doch auf

    ich habe ehrlich gesagt langsam genug von diesen kleinbürgerlichen Polizistenhasser. Vermutlich nörgelt er auch über Kinder, Jugendliche und die lauten Nachbarn. Kümmert euch doch endlich mal um euren eigenen Mist. Und vermutlich ist er der Erste, der reklamiert, wenn ER die Polizei mal braucht und sie zu spät kommt, weil sie in allen Nachbarstrassen nach einem Parkplatz suchen mussten. Isch doch war!

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  • Rene Knecht am 24.06.2019 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polizei

    Polizisten sind auch nur menschen,und wenn irgendein mist passiert ist jeder froh wenn die polizei kommt.

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  • Slimivi am 24.06.2019 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke

    klar, hauptsach mann sieht einen polizeiwagen der was falsch macht und direkt zurückspulen, aufzeichnene und komentieren. aber vom beitrag keine ahnung haben. zum glück gibts immer eine klare antwort der polizei.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel am 24.06.2019 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Priorität

    An dieser Kreuzung ist gerade ein Mensch verstorben und die Blaulichtorganisationen haben die die Strasse gesperrt und ihre Arbeit getan. Anstatt sich über das Video zu echauffieren sollte man die Gemeinde entlich auffordern diese Kreuzung zwischen Mattwil und Leimbach übersichtlicher zu gestalten oder mit einem Veloweg zu versehen. Hier kommt es regelmässig zu brenzligen Situationen. Es ist auch nicht der erste Fahradfaher der übersehen und getötet wurde. Ist übrigens an der gleichen Strasse wo jetzt der Jan Ulrich Kreisel steht.

  • Müller Damien am 24.06.2019 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Kopf

    Die Polizei hält auch für euch alle den Kopf hin, wenn ihr den einzieht!

  • Heinz Meyer am 24.06.2019 20:41 Report Diesen Beitrag melden

    Unabhängige Stelle soll ermitteln

    Der Polizist sagt, jeder könne einen Polizisten anzeigen. Das ist richtig, nur vergass er zu sagen, dass schlussendlich von allen Anzeigen kaum je ein Polizist schlussendlich verurteilt wird. Bei Anzeigen gegen private Personen werden prozentual viel mehr verurteilt. Da ermittelt dann die Polizei gegen die Polizei. Staatsanwaltschaft, Richter, diese Leute arbeiten auch mit der Polizei zusammen. In der Schweiz müsste es eine unabhängige Stelle geben, die gegen Polizei ermittelt, sonst geht das immer so weiter, dass sich kaum einer mehr die Mühe macht, einen Polizisten anzuzeigen.

  • Markus am 24.06.2019 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopf...

    Was denken eigentlich solche Bürger? Bei einem Raubüberfall sucht der Polizist noch ein Parkplatz? Am besten noch Blauzone, irgendwo wo das Auto vielleicht noch im Schatten steht, damit die Verkehrsregeln befolgt werden...

  • Walter am 24.06.2019 20:28 Report Diesen Beitrag melden

    Auch das gibt es

    Auch das habe ich mit eigenen Augen in Basel-Stadt beobachtet: Ein Polizeifahrzeug kommt an eine Einbahnstrasse schaltet das Blaulicht ein und fährt durch die Einbahnstrasse. Am Ende der Einbahnstrasse wird das Blaulicht ausgeschaltet und man fährt gemütlich weiter. Der Umweg wäre nur 200 Meter gewesen.