Berufsmeisterschaften

29. Oktober 2016 12:44; Akt: 29.10.2016 12:45 Print

«Schlecht im Fussball, aber arbeiten könnt ihr»

Ostschweizer haben an den Schweizer Meisterschaften der Gastroberufe abgeräumt. 20 Minuten sprach mit zwei Talenten.

Giuseppe Ficarra vom St. Galler Restaurant Netts zeigt, wie man Wein dekantiert und spricht über die Herausforderungen der Teilnahme an den Swiss Skills.
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«Ich bin begeistert von der Leistung der Jugendlichen an den Berufs-Schweizermeisterschaften der Gastroberufe», erzählt Leser-Reporterin Silvia Heuberger-Hengartner aus St. Gallen. Die Vielfältigkeit der Berufe und das handwerkliche Geschick der jungen Berufsleute habe sie beeindruckt.

Umfrage
Könnten Sie blind einen Grappa von einem Marc unterscheiden?
14 %
12 %
53 %
9 %
12 %
Insgesamt 768 Teilnehmer

Besonders aufgefallen ist ihr Giuseppe Ficarra, der im Final der Restaurationsfachleute stand. Der Angestellte des Restaurant Netts in St. Gallen schloss den Wettbewerb auf dem dritten Schlussrang ab.

Wie unterscheidet man Grappa von Marc?

Dafür habe er rund 70 Stunden in seiner Freizeit geübt (siehe Video). So musste er zum Beispiel für das Viertelfinal ein Kaffeegetränk mit Alkohol zubereiten. Ficarra erfand dafür eine Art Irish Coffee mit Orangenlikör. Im Halbfinal musste er Ananas und Poulet möglichst wirtschaftlich filetieren, also so auseinanderschneiden, dass möglichst wenig Abfall entsteht und sich trotzdem appetitliche Häppchen für den Gast ergeben. Zudem musste er zehn Spirituosen blind erkennen.

Doch wie unterscheiden sich die Traubenbrände Grappa und Marc? «Der Marc riecht ledriger, der Grappe juckt ein wenig in der Nase», erklärt Ficarra. Im Final musste er unter anderem vor dem Gast ein Tatar zubereiten, anrichten und servieren.

Gold für St. Galler Berufsschulklasse

Auch seine Arbeitskollegin machte an der Schweizerischen Fachmesse für Gastgewerbe und Hotellerie (ZAGG) an einem Wettbewerb mit. Mit ihrer Berufsschulklasse gewann Angela Holder (17) aus St. Gallen Gold beim sogenannten «Battle of Zagg», bei welchem ganze Berufsschulklassen gegeneinander antreten. Zusammen mit zehn weiteren Klassengspänli musste sie einen Mittagsservice für 80 Personen durchführen.

Giuseppe Ficarra wäre auch gern Erster geworden. «Dann hätte ich die Schweiz an den World Skills in Abu Dhabi vertreten können.» Doch im Final gelangen ihm die Crêpes Suzette nicht perfekt und der eine oder andere Handgriff war nicht ganz regelkonform. Der Sieg ging dennoch in die Ostschweiz: Tatjana Caviezel aus dem Uetliburg SG holte den ersten Platz bei den Swiss Skills. Auch bei den Köchen gewann eine Ostschweizerin: Evelyne Tanner aus dem Kanton Thurgau.

«Der Moderator sagte noch frech 'Im Fussball seid ihr Ostschweizer so schlecht, aber arbeiten könnt ihr.' Das fand ich total daneben», entrüstet sich Leser-Reporterin Heuberger-Hengartner.

(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schnee Mann am 29.10.2016 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Congratulations

    Hut ab, da haben junge Menschen ein flair für das entwickelt, was sie gerne machen. Als Ausbildner fehlen mir immer mehr Junge, die mit Herz dabei sind, etwas unbedingt Können wollen, ein Ziel anstreben und sich vielleicht manchmal auch selber Übertrumpfen wollen. Riesen Kompliment, ihr habt Euch den Titel und die Blumen verdient! Geniesst euren Beruf und bleibt mit dem Herzen dabei! Wie sagt man so schön: "Wenn man tut was man liebt muss man nie mehr arbeiten!"

  • Alois am 29.10.2016 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luzern - St.Gallen

    Frau Heuberger der Moderator hatt schon recht,die Ostschweizer sind im Arbeiten gut,im Fussball habt ihr das Schlusslicht...LG aus Luzern

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  • Misoz am 29.10.2016 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Dies mussten wir an unserer Abschlussprüfung zur ReFa auch machen. Gratulation zum Erfolg!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Annie94 am 30.10.2016 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super.

    ich komme auch aus der Service branche... Das hast du grandios gemacht.. super..

  • C.H. am 30.10.2016 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbarer Titel

    für alle die meinen, Fussball wäre Arbeit. Gratulation an die jungen Menschen ohne Realitätsverlust. Bravo!

  • Heidi am 30.10.2016 06:58 Report Diesen Beitrag melden

    super Leistung

    Das sind wieder einmal erfreuliche Nachrichten die man gerne liest. Ein grosses Bravo für die tolle Leistung

  • Swiss Skill Besucher am 29.10.2016 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moderator

    Wer noch wissen will, wer der Moderator war: Es war Sven Epiney

  • CHE Bürger am 29.10.2016 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armut Schweiz

    Naja - Schönreden ist die Schweiz Weltmeister ! Sklaverei ist in der Schweiz modern wie die Löhne wo existieren ... Durch Arbeitsvertrag in die Armut ... JSA ... Schneider-Amann oder KKS Keller-Sutter

    • Mister1234 am 30.10.2016 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @CHE Bürger

      Ich denke Sie sind mit Ihrer Arbeitstelle einfach sehr unzufrieden, deswegen suchen Sie sich eine Arbeit die Ihnen gefällt. Ich arbeite gerne für meine Unternehmung, da ich voll und ganz hinter meiner Berufswahl stehe. Ich wünsche Ihnen alles gute bei der Suche oder bei der Unternehmensgründung (dann sind Sie Ihr eigener Sklave).

    • Raggii am 30.10.2016 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @CHE Bürger

      1. Was soll das mit JSA und KKS? Nicht dass ich jetzt ein Fan der beiden wäre, aber irgendwie versteh ich nicht ganz, was du damit sagen willst. 2. Die Löhne in der Schweiz sind hoch, wenn man sie mit dem Ausland vergleicht, ja bei uns kostet dafür so ziemlich alles mehr, aber wir haben trotzdem noch eine höhere Kaufkraft als die meisten anderen Länder. Wenn du anderer Meinung bist, die Personenfreizügigkeit gilt nach wie vor und du kannst dein Glück irgendwo in Europa versuchen.

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