Unwetter

30. Juli 2014 06:00; Akt: 30.07.2014 11:12 Print

«So ein Ereignis bringt Menschen zusammen»

von Jeroen Heijers - In Altstätten sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange. «Obwohl die Schäden in die Millionen gehen, lassen sich die Menschen nicht entmutigen», sagt Ralph Dietsche vom Führungsstab.

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Wie sieht die aktuelle Lage vor Ort aus?
Ralph Dietsche: Die Schäden sind enorm. Die Einsatzkräfte sind momentan damit beschäftigt, den Schlamm und das Mobiliar in Containern zu sammeln. Von grösster Priorität ist jedoch, dass die Bäche nun von Geröll und Ästen befreit werden. Damit soll bei weiteren Regengüssen verhindert werden, dass es wieder zu Überschwemmungen kommt. Dasselbe gilt natürlich für Abflüsse.

Wer steht dabei im Einsatz?
Die Feuerwehren von Altstätten und den umliegenden Gemeinden stellen die meisten Einsatzkräfte. Zusätzlich sind der Zivilschutz, die Polizei und Vertreter des Regionalen Führungsstabs vor Ort. Auch einheimische Bauunternehmungen und Bauern sind mit ihren schweren Fahrzeugen im Einsatz. Vergessen darf man aber auch die Bürger nicht: Sie packen alle mit an und sogar von ausserhalb kommen Helfer. Die Stimmung leidet überhaupt nicht unter der Katastrophe. Die Solidarität untereinander ist riesig. Ich bin überzeugt, dass ein solches Ereignis die Menschen zusammenbringt.

Wie sehen die weiteren Planungen aus?
Zuerst müssen wir abwarten, ob noch es weitere Regenfälle gibt. Unsere Planungen hängen vom Wetter ab und davon, in welcher Zeit wir die Strassen vom Schlamm und Geröll befreien können. Ich gehe aber davon aus, dass dies noch Tage bis Wochen dauern wird. Erst dann kommt der wahre Schaden zum Vorschein: Dann sieht man, wie es um die Häuser und Keller steht.

Was erwartet die Bewohner nach den Aufräumarbeiten auf den Strassen?
Die Betroffenen müssen sich im Klaren sein, dass die Arbeit erst dann so richtig losgeht. Sie werden dann grösstenteils selber verantwortlich sein, ihre Wände wieder neu zu streichen oder das Inventar neu zu beschaffen. Wir helfen natürlich so weit es geht, doch irgendwann sind auch uns die Hände gebunden.