Stein am Rhein SH

19. Juli 2018 16:33; Akt: 19.07.2018 16:34 Print

«Sogar eine ‹Gummisusi› war mit an Bord»

Ab aufs Wasser: Auf dem Rhein befinden sich derzeit wieder viele Böötler. Doch die Gefährte werden immer abenteuerlicher. Die Polizei mahnt zur Vorsicht.

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Die Zustände auf dem Rhein sind laut Augenzeugen derzeit vor allem am Wochenende prekär: Wie die «Frauenfelder Nachrichten» am Donnerstag berichten, sei vom Ghetto Blaster bis zum hochprozentigen Alkohol alles mit an Bord auf den vielen Böötlis. Sogar eine «Gummisusi» habe am Wochenende mitfahren müssen. Das erhitzt die Gemüter, denn mit diesem Verhalten bringen sich die Böötler nicht nur selbst in Gefahr, sondern auch Dritte, Rheinschwimmer zum Beispiel.

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In Wiffe geprallt

Dass dies immer wieder zu Unfällen führt, zeigt eine Mitteilung der Kantonspolizei Schaffhausen vom Donnerstag: Ein Schlauchboot ist am Mittwochabend auf dem Rhein oberhalb der Bibermühle in Ramsen seitlich in ein Schifffahrtssignal geprallt. Innert Sekunden war das Boot in den grün-weiss markierten Pfeiler verhakt und wurde teilweise unter Wasser gezogen. Eine Person konnte sich selbstständig ans Ufer retten, die zweite wurde durch die Besatzung eines Weidlings aus dem Wasser gerettet.

Beide Personen blieben glücklicherweise unverletzt. Das Boot konnte in einer aufwändigen Aktion durch Bootsführer der Polizei am Donnerstagmorgen geborgen werden. Der verantwortliche Bootsführer wurde angezeigt.

Weniger Wasser als üblich

Vor solchen Gefahren warnt auch die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein AG: «Die Böötler schätzen die Situation oft falsch ein», sagt Geschäftsführer Remo Rey. Deshalb würden sie oft zu nahe an die Routen der Kursschiffe kommen und diese könnten nicht einfach ausweichen: «Dann wird es lebensgefährlich», so Rey.

Momentan ist besondere Vorsicht geboten: «Der Wasserstand ist tiefer als normalerweise», sagt Matthias Graf, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau. Deshalb hätten die Kursschiffe noch weniger Spielraum und könnten keinen Meter ausweichen. Die Seepolizei patrouilliere derzeit besonders intensiv. Graf: «Wer sich mit einem Boot auf das Wasser begibt, muss konzentriert sein.»


Tipps zum Bööteln. (Video: Kapo TG)

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mara am 19.07.2018 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wer sich nicht auskennt....

    Es gibt für Motorboote nicht umsonst eine Sezialprüfung für diesen Rheinabschnitt. Danke, dass ihr informiert! Es wird jedes Jahr voller und ich bewundere die Nerven der Kursschiffskapitäne! Chapeau! Wir hören seit anfangs Sommer ein Dauer-Hornen da X Gummiboots-Kapitäne keinen Plan haben, wo geböötelt werden darf! Erstaunlich dass nicht mehr passiert....Keep Fingers crossed!!!!

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  • Heiri am 19.07.2018 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gummisusi?

    Logisch... war zur Sicherheit, dass man was hat um sich fest zu klammern und origineller als Schwimmflügeli ist das allemal!

  • dorli am 19.07.2018 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Rhein und andere Flüsse

    Naja, all die vielen Fachkräfte wollen eben auch ihren Spass haben. Flüsse in der Schweiz unterschätzen viel zu viele. Bin am Rhein aufgewachsen, kenne die Strömungen gut, der Fluss ist keiner für nicht Schwimmer, die Böötler sind meist noch besoffen, tragen keine Schwimmwesten, mal sehen, wie viele leblose Körper aus unseren Flüssen und Seeen dieses Jahr geborgen werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Adi Berner am 19.07.2018 23:37 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Basler, kommt nach Bern

    ...in die Aare! Bei uns macht niemand so einen Aufstand ;)

    • Thur-/Rheingauer am 20.07.2018 04:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Adi Berner

      mach mal einen Geographie-Check. und dann kannst du dich wieder um die Basler bemühen.

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  • fmb am 19.07.2018 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Rhein ist keine Badewanne...

    Jedes Jahr die gleichen Szenen auf dem Rhein. Schlimm finde ich vor allem, dass man immer wieder Kinder in Gummibooten sieht, die keine Schwimmweste tragen. Das ist nicht nur fahrlässig, sondern absolut verantwortungslos und dämlich! Meiner Meinung nach sollte es viel strengere Regeln bzw. Gesetze oder Verordnungen in Bezug auf das Gummiböötlen auf dem Rhein geben. Es ist in der Vergangenheit schon viel zu viel passiert auf diesem Abschnitt des Rheins. An die Vernunft zu appellieren reicht heute leider nicht mehr aus...

  • E.M am 19.07.2018 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist da die Polizei

    Wenn die Polizei presents so ist wie in Solothurn auf der Aare (am morgen ca 9:00 und am abend bei dämerung einmal rauf und runter wenn keine gummiboote unterwegs sind) dann wird ganz sicher nichts passieren.

  • Mama am 19.07.2018 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Gummisusi super für Jungs

    was habt ihre gegen die Gummisusi?Macht jeden Spass mit und wird nicht schwanger.Super für puberitierende Jungs.

  • DiveInstructor am 19.07.2018 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte...

    Man muss einfach wissen, dass Wasser enorme Kraft hat und sich nicht komprimieren lässt, das ganze nachfliessende Flusswasser drückt auf den Schwimmer oder Böötler, sobald er im Wasser ist. Nicht einmal einer, der sich wissenschaftlich mit Hydrodynamik auskennt, kann auf einen Blick die Strömungen genau abschätzen! Darum immer von Randbereichen und Störungen wie eben Pfosten, Wällen und ahnlichem wegbleiben und ruhiges Wasser suchen (auch das keine Garantie..) Ausstieg vorher planen und nötigenfalls schwierige Stellen zu Fuss umgehen! Viel Spass!