Raser tödlich verunglückt

08. Januar 2016 14:20; Akt: 08.01.2016 14:20 Print

«Wenn du nicht aufpasst, wirst du im Auto sterben»

Freunde des verstorbenen 22-Jährigen Alen L. trauern um den Sanitär, der mit seinem BMW tödlich verunfallte. Bekannte wollen ihn gewarnt haben, er solle nicht zu schnell fahren.

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Der silbrige BMW landete nach einer Kollision in einem Wassergraben in Staad SG. (Bild: Kantonspolizei St. Gallen)

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Erst seit einem halben Jahr durfte Alen L. wieder Auto fahren. Dem 22-Jährigen wurde im Mai 2014 der Fahrausweis für mehr als ein Jahr entzogen, wie TVO am Donnerstagabend berichtet. Der 22-Jährige sei bekannt dafür gewesen, dass er gern schnell fahre.

Die Polizei teilte mit, dass der verunglückte silbrige BMW und ein weisser Ford Focus am Mittwoch vor dem Unfall im Raum Buchen – Staad durch ihre Fahrweise aufgefallen seien. Zeugen beobachteten vor dem Unglück wilde Fahrweise, nahes Auffahren und Lichthupen.

Mit Baum kollidiert

Kurz nach 20 Uhr kollidierte der BMW auf der Burieterstrasse parallel zum Flughafen Altenrhein bei einem Überholmanöver seitlich mit einem unbeteiligten Audi. Der BMW des Kroaten wurde abgelenkt, fuhr über die Gegenfahrbahn, kollidierte mit einem Baum und kam zuletzt im Wassergraben zu liegen. Der 22-Jährige konnte nur noch tot aus dem völlig demolierten Auto geborgen werden.

Der Fahrer des Fords konnte von der Polizei befragt werden. Es handle sich um einen 21-Jährigen aus der Region, welcher das Opfer aus der Schulzeit kannte. Ob sich die beiden ein Rennen geliefert haben, ist unklar. «Die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen noch», so Polizeisprecher Gian Andrea Rezzoli zu 20 Minuten. Wie schnell der BMW unterwegs war, ist noch nicht bekannt.

Schreckliche Prophezeiung

Arbeitskollegen und Bekannte beschreiben den Kroaten gegenüber TVO als absoluten Autonarr, der seinen BMW abgöttisch liebte. Er habe «einen Hang zum schnellen Fahren gehabt», so Arbeitskollegen. Einer soll ihm sogar einmal prophezeit haben: «Wenn du nicht aufpasst, stirbst du irgendwann im Auto.»

Beisetzung in Kroatien

Freunde von L. sind fassungslos: «Er war ein lieber Mensch. Er konnte keiner Fliege etwas zuleide tun.» Auf Facebook haben viele von ihnen ihr Profilbild durch eine brennende Kerze bei schwarzem Hintergrund geändert. Die Familie teilt über das soziale Netzwerk mit, dass am Freitagnachmittag in einer Kappelle in Thal von «ihrem Engel» Abschied genommen werden kann. Das Begräbnis finde am Samstag in Kroatien statt. «Es bedeutet uns sehr viel, zu wissen, dass so viele Menschen unseren Engel geliebt und geschätzt haben. Danke für die riesige Anteilnahme», schreibt die Familie auf Facebook.

Beitrag von TVO:

(20 Minuten)