St. Gallen

11. April 2019 18:02; Akt: 11.04.2019 18:02 Print

«Wenn du tot bist, gehe ich gerne ins Gefängnis»

Eine 36-Jährige schickte ihrem getrenntlebenden Ehemann mehrere Drohungen und Beschimpfungen via Whatsapp. Nun wurde sie verurteilt.

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Die Frau stand Ende Oktober 2018 kurz nach 20.20 Uhr vor Türe des Hauses, in dem ihr getrennt lebender Ehemann wohnt, und war gar nicht zu Spässen aufgelegt. In jeder Hand hielt sie nämlich laut Strafbefehl eine Küchenmesser, die Spitzen gegen den Mann gerichtet, und ging auf ihn los. Dabei rief sie: «Ich stech dich ab! Komm heraus». Zuvor war sie ihm mit dem Auto gefolgt und weil sie zu wenig Abstand zu seinem Auto hielt und nicht rechtzeitig bremsen konnte, kam es zu einer geringfügigen Kollision.

Der Konfrontation an seinem Wohnort gingen mehrere Nachrichten via Whatsapp voraus. Der Inhalt war alles andere, als freundlich.

Bloss leere Drohung?

In den Nachrichten schrieb sie etwa, dass sie ihn nun suchen werde und wenn sie ihn sehe, dann werde er schon sehen, was sie dann tue und wenn er dann noch lebe, werde sie ihm das Leben zur Hölle machen. Weitere textete sie: «Wenn ich weiss, dass du tot bist, gehe ich gerne ins Gefängnis, das beweise ich dir heute.»

Der Strafbefehl listet die Nachrichten auf. Eine weitere lautet: «Das grösste Messer hole ich jetzt… und steche dich ab auch wenn es das Letzte ist, was ich in meinem Leben mache… ich bin nach höchstens 20 Jahren wieder raus dem Gefängnis, aber ich habe damit dann allen einen Gefallen getan.» Sie liess ihn wissen, dass es ihr grösster Wunsch sei, ein Messer in ihn zu rammen und wenn sie es vor allen anderen bei ihm bei der Arbeit tun müsse.
«Wenn ich 750 Mal zustechen kann, dann tu ich das… noch nie in meinem Leben war ich so drauf wie heute, und ich ertrage dich nicht noch eine Minute länger auf dieser Welt.»

Laut Staatsanwaltschaft wollte die Frau ihren getrennt lebenden Ehemann so zur Zahlung von Unterhaltsgeld zwingen. Im Zuge dessen hielt sie auch mit Beschimpfungen nicht zurück und schrieb ihm etwa, dass er ein Bastard von Vater sei. Ihre Schwiegermutter beschimpfte sie bei einem Zwischenfall Ende November als Lügnerin.

Kein Einzelfall

Die Beschuldigte ist einschlägig vorbestraft. Nun kommt eine neue Verurteilung wegen mehrfacher versuchter Nötigung, mehrfacher Beschimpfung, Verletzung der Verkehrsregeln und Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes hinzu.

Mittels Strafbefehl, der dieser Tage rechtskräftig wurde, wurde sie zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 60 Franken verurteilt. Hinzu kommt eine Busse von 100 Franken und eine Geldstrafe, die zuvor noch als bedingt ausgesprochen war.

(20M)