Weinfelden TG

26. Juni 2019 04:50; Akt: 26.06.2019 10:55 Print

«Wenn es so weitergeht, koche ich die Pfauen»

In Weinfelden TG sorgen mehrere Pfauen für Trubel: Wegen überfürsorglicher Passanten kam es schon mehrmals zu Polizeieinsätzen. Nun soll der Halter dafür zahlen.

Hier sieht man, wie die Pfauen auf den Dächern eines Weinfelder Quartiers spazieren gehen. (Video: Leser-Reporter)
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«Die Freude war riesig, sie so in der freien Natur anzutreffen», sagt Leser-Reporterin S.K.* Von ihrem Balkon aus sichtete sie am Samstagabend gegen 21.30 Uhr vier Pfauen auf dem Nachbarshaus in Weinfelden. «Die extravaganten Tiere gingen bei uns über die Dächer im Quartier auf Erkundungstour», so K.

In Weinfelden haben die Pfauen bereits Kultstatus. Vor allem das weisse Pfauenpaar sorgte in der Vergangenheit wiederholt für Schlagzeilen und Polizeieinsätze. Dies zuletzt, als eines der Tiere unter einen Zug geriet und dabei starb. Daher sind auch jetzt nicht alle erfreut, dass die Vögel in Weinfelden auf den Dächern spazieren: «Die Vögel sind ziemlich dicht an den Bahngleisen. Die Polizei ist informiert. Ich mache mir Sorgen», schreibt eine Userin in einer regionalen Facebook-Gruppe.

«Wegen einer Katze würde niemand die Polizei rufen»

Halter Marcel Preiss ist das Problem bekannt. Preiss: «Ich erhalte fast täglich Anrufe von der Polizei, dass meine Tiere mal wieder irgendwo herumstreunen und ich sie einfangen soll.» Dies sei aber nicht so einfach: «Es sind Wildtiere. Sie geniessen einfach ihre Freiheit.» Dies sehen einige Anwohner und die Polizei allerdings anders. Erst am Sonntag musste Preiss gemeinsam mit einer Polizeipatrouille losziehen, um die Tiere einzufangen.

«Da wurde mir dann auch gesagt, dass ab jetzt jeder Einsatz mit 50 Franken berechnet werden wird», so Preiss. Er ist von diesem Ansinnen geschockt: «Wegen einer Katze, die zu nah an einer Strasse ist, ruft doch auch niemand an.» Da die Häufigkeit der Meldungen ihm ganz schön auf die Tasche schlagen würde, versucht Preiss nun, die Bevölkerung zu sensibilisieren, um künftige Anrufe der Polizei zu vermeiden: «Wenn es so weitergeht müsste ich die Tiere kochen und zum Verkauf anbieten.»

Falls die Tiere oder ihre Rufe also jemanden störten, solle man die Pfauen einfach verscheuchen. «Ansonsten in Ruhe lassen und den Anblick geniessen», fügt er an.

Dennoch könnte jederzeit wieder ein Pfau unter ein Fahrzeug geraten. «Das Risiko muss ich einfach eingehen. Würde ich sie im Käfig einsperren, hätten sie doch gar kein Leben mehr», so der Halter.

14 Notrufe und vier Polizeieinsätze

Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt auf Anfrage die Möglichkeit einer Ausrückpauschale. «Beim Einsatz am Sonntag wurde aber keine eingezogen. Das vorrangige Ziel der Kantonspolizei Thurgau ist nämlich nicht das Einziehen einer solchen Pauschale, sondern dass für die Situation eine zufriedenstellende Lösung für alle gefunden wird», sagt Sprecher Daniel Meili.

Laut Meili sind bereits in diesem Monat 14 Anrufe betreffend den Weinfelder Pfauen bei der Kantonalen Notrufzentrale eingegangen. «Es geht aber nicht bei jeder Pfauen-Sichtung eine Patrouille vor Ort, sondern nur in Fällen, die ein Sicherheitsrisiko für das Tier selbst oder Dritte darstellen.» Also beispielsweise, wenn die Pfauen im Bereich von Strassen oder Geleisen unterwegs seien. Dies werde auch bei anderen freilaufenden Tieren so gehandhabt. Laut Meili resultierten aus den Anrufen vier Polizeieinsätze allein im Juni.

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stef am 26.06.2019 05:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Herr Preiss Es tut mir leid , das wir so am verblöden sind! Ich genisse den Anblick , danke das sie Ihre Tiere frei lassen!

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  • Leeun am 26.06.2019 06:20 Report Diesen Beitrag melden

    Tierhaltung....

    Sperrt man die Tiere ein ist nicht gut, lässt man sie frei ist nicht gut.... Als Tierhalter (egal ob jetzt Exoten oder nicht) man ist immer der Buuhmann....

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  • Nadi am 26.06.2019 06:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hihihi...echt jetzt?

    Ja, nur sind die grösser als Katzen. Ich überlege mir ob ich meine Pinguine auch frei laufen lassen soll....;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fleischer am 26.06.2019 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Gabel ist bereit

    Tiere haben dem Menschen zu dienen: Siehe Milliarden an Nutztieren. Umsonst hat die Natur das nicht so eingerichtet. Ich erwarte also dass die Bevölkerung mit Strausseneiern versorgt wird und dann gibt es einen Braten fürs ganze Dorf.

  • Anna am 26.06.2019 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Pfauen

    Ich denke für Hühner macht man auch ein Hühnerstall mit aussen Gehege. Also ist es logisch das man auch für seine Pfauen ein Artgerechtes zuhause baut. Oder män läst es bleiben.

  • Trudi am 26.06.2019 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf seine Tiere sollte man achten!

    Wenn man nicht auf seine Tiere achtet, dann sollte man keine halten! Stelle sich mal jemand vor, ein Bauer würde all seine Tiere frei laufen lassen. Oder auch Schlangen in Käfigen zu halten... die würden auch ihre Freiheit geniessen, aber nicht jeder ihren Anblick.

    • Bitte Wahrheit am 26.06.2019 13:37 Report Diesen Beitrag melden

      Ironie?

      Ja. weil Bauern ihre Tiere ja so achten, dass sie sei in enge, schmutzige, asphaltierte, kleine, dunkle Massenställer sperren. Pure Ehre und Achtung vor dem Tier... Falls hier jetzt wer etwas anderes entgegnen möchte, ich habe mit eigenen Augen schon über 20 Schweineställe auf meinen Spaziergängen von nahe betrachtet und weiss wovon ich spreche. 1x in 10 Jahren habe ich es gesehen, dass die Tiere draussen auf einer Wiese und im Schlamm leben dürfen, da ist wenigstens noch annhäernd sowas wie die genannte Achtung vorhanden. 99.9% ist dies klar nicht der Fall.

    • Martin am 26.06.2019 13:40 Report Diesen Beitrag melden

      siehe Ausland

      kenne sie die Story der freilebenden Hühner aus DE die immer den Dorfbrunnen besucht haben und dabei eine Strasse überqueren mussten (gab auch mal das eine überfahren wurde)...statt sich lagen aufzuregen oder den Halter zu geisseln, hat man da im Dorf halt einen Hühner-Fussgänger eingerichtet :) Oder die Story aus Österreich, eine Gans hat immer wieder die Schiene / Züge blockiert so das Züge anhalten mussten, als er dann starb hat man der Gans Statue gebaut :) denken sie wir wären auch so Kulant?

    • Hühnerzebrastreifen am 26.06.2019 14:15 Report Diesen Beitrag melden

      Siehe Ertingen (DE)

      Müssen also alle Tiere eingesperrt oder angeleint werden? Naja, ich schätze Kulanz und fand die Story der freilebenden Hühner in DE sehr amüsant, dort hatte man das Problem, das die Hühner immer wieder die Strasse zum Dorfbrunnen überquert haben um zu baden (und ja auch da wurde mal eins überfahren). Statt Verbote einzuführen oder den Besitzer zu büssen hat man ein kreative und kulante Lösung gefunden...es wurde ein Hühnerzebrastreifen eingerichtet um die Autofahrer zu sensibilisieren :) das fand ich Weltklasse!!!

    • Felix the cat am 26.06.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

      böse freilaufende Tiere

      ja stell dir vor, Katzen und Hunde laufen auf dem Bauernhof frei herum...teils auch Hühner, so zumindest bei uns. Soll ich jetzt auch die Polizei rufen? Letztens war zB die Nachbarskatze in unserem Treppenhaus...war wirklich schlimm :)

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  • GG am 26.06.2019 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ?!?!?

    Weshalb kauft man(n) sich Pfauen, wenn keine Wiese zur Verfügung gestellt werden kann?!

  • Thomas am 26.06.2019 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Polizei unbelehrbar?

    Sorry, es sollte doch für die Polizei möglich sein sich diese Vögel zu merken und dann entsprechend eben keinen Einsatz zu unternehmen. Mich würde es auch stressen, wenn wegen meinen freilaufenden Katzen die Polizei jeden 2. Tag vor der Tür stehen würde. Ich jedenfalls würde solch einen Einsatz den ich nicht will auch nicht bezahlen!