Streit um Vogel-Fütterung

26. Januar 2020 20:28; Akt: 26.01.2020 20:28 Print

«Wenn man etwas sagt, wird man blöd angemacht»

Der Werdenbergersee in Buchs SG ist ein beliebter Ort, um Enten und Schwäne zu füttern. Doch inzwischen hat es ein absurdes Ausmass angenommen.

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«Ich habe beobachtet, dass ganze Brote oder sogar Pizzas verfüttert wurden», sagt Ludwig Altenburger, Präsident der Naturschutzkommission der Stadt Buchs, gegenüber dem «Werdenberger & Obertoggenburger». Auch der zuständige Wildhüter, Silvan Eugster, gibt an, dass aktuell ein Übermass an Brot verfüttert wird. Dieses würde teilweise noch tagelang im See schwimmen. Er sehe es grundsätzlich nicht gerne, wenn die Tiere gefüttert werden. Man tue ihnen damit nichts Gutes.

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In einer lokalen Facebook-Gruppe ist das Füttern ebenfalls Thema. «Es ist wirklich schlimm, es hat überall Brot im See. Wie traurig ist das denn», schreibt eine Nutzerin. Sie ist der Meinung, man könne das Brot auch anders verwenden. «Und jetzt denken sie, dass sie etwas Gutes damit tun, wie krank ist das denn», so ihr Fazit. Ein anderer schreibt: «Teilweise werden ganze Pfünder und Schimmelbrot in den See geworfen. Wenn man dann etwas sagt, wird man noch blöd angemacht.» Weitere Nutzer haben ähnliche Beobachtungen gemacht und nun Konsequenzen gezogen: «Am Wochenende ist es sehr schlimm. Ich gehe deshalb nur noch unter der Woche an den See. Mit tut es weh, so etwas ansehen zu müssen», schreibt jemand. Leider würde niemand etwas gegen unternehmen.

Mass halten

Diverse Forderungen werden laut, dass endlich etwas unternommen werden soll. Sei dies ein Fütterungsverbot oder zumindest Informationstafeln über die negativen Folgen für die Tiere.

Doch wie schädlich ist das Füttern für die Tiere wirklich? Laut der Vogelwarte Sempach ist eine Fütterung von Wasservögeln nicht nötig. Sie biete aber die Gelegenheit Wasservögel aus der Nähe zu beobachten und ermögliche es, die einzelnen Arten besser kennenzulernen. Das gelegentliche Verfüttern von Brot in kleinen Mengen gefährde die Gesundheit der Wasservögel auch nicht. In Gebieten, wo wenig Pflanzennahrung vorhanden ist, könne eine massive und einseitige Fütterung mit Brot aber zu Verdauungsproblemen führen. Was auf keinen Fall verfüttert werden dürfe, sind gewürzte Essensreste oder verschimmeltes Brot.

Laut Ludwig Altenburger von der Naturschutzkommision hat man vor rund zwei Jahren über Informationstafeln diskutiert. «Wir kamen jedoch zum Schluss, keine solchen aufzustellen. Sie nützen dann doch zu wenig, werden nicht verstanden oder auch gar nicht beachtet. Ausserdem gibt es viele verschiedene Zugänge zum See», wird er zitiert.

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Soogut am 26.01.2020 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Möcken

    Schon mal etwas gehört von "Möcken"!! Hier die Entwicklungshilfe: altes Brot zerschneiden (Würfeln) in eine Schale geben und das ganze mit warmer Milch und etwas Kakaopulver versüssen. Ziehen lassen 3 Minuten und fertig. Guten Appetit...

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  • Nicht Gans Dichter Jr. am 26.01.2020 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso lala

    Dachte heutzutage weiss man, dass dies nicht gesund ist. Ein wenig ja, aber es ist ja schon mehr als ein wenig, wenn ganze Brotleibe verfüttert werden. Zudem wissen alle Lebewesen wie sie zu Nahrung kommen.

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  • Taucherli am 26.01.2020 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt, selber gesehen

    aber die meinen es gut, meist Väter mit Kinder. Ganze Weissbrote haben die reingeschmissen und gespannt gewartet was passiert. Nix, kein Interesse haben die Schwimmflügeli an so grossen Broten, die sind zu klug, das gäbe Streit unter den Tieren, wenn alle am selben Stück picken. Verstehen meist kein Deutsch diese Menschen, bin aber sicher, die meinen es gut. Gemeinde könnte mit einem Bot und einem Netz das Brot rausfischen, bin mir sicher, dann schnallts auch der Dümste, das weniger mehr ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Verwerten am 27.01.2020 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Tipp

    um trockenes Brot zu verwerten; Paniermehl machen. Paniermehl lässt sich nicht nur zum Schnitzel panieren brauchen. Für Bolognese; Fleisch anbraten, wenn Gehacktes Wasser zieht( passiert oft bei gefrorenem Fleisch) das Fleisch an den Pfannenrand schieben, dann Paniermehl( bis 5 Esslöffel) in die Mitte der Pfanne geben. Das Bröselbrot saugt die Flüssigkeit auf. Knusprig braten, unterrühren und Tomatensauce oder Pürre dazugeben und wie gewohnt weiterkochen. Kein Mensch merkt, dass da Brot mit drin ist. Übrigens, Pferdehalter nehmen gerne " hartes sauberes Brot"

  • Beobachter am 27.01.2020 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt der Tierschutz?

    In Sirnach an einem wunderschönen Ehemaligen Fabrikweiher gesehen, Käsebrote, Vanilleplunder, Laugenbrötchen, alles wird den vieln, hier auch überwinternden Wasservögel hingeworfen. Liebe Leute, Egal ob aus der CH oder aus dem Ausland, das ist schädlich für die Wasservögel. Bitte studiert doch mal, bevor ihr solches tut, und sich infprmieren schadet nie.

  • 1234 am 27.01.2020 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    "bestimmte schichten"

    Auch bei uns zu sehen das gewise Leute nicht wissen das man altes Brot zum Bauer oder an Sammelstellen abgeben könnte. Aber ist halt einfache dies in den See zu kippen damit man weniger Abfall Zuhause hat. Ist das gleiche wie öffentliche Abfalleimer mit dem Haushaltsmüll zu verstopfen.

  • LM AA am 27.01.2020 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Heute ist es wichtig

    Sich stets bevor man was tut, beim Umfeld erkundigt, ob dies allenfalls ein Problem sein könnte.

  • Annelies am 27.01.2020 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schnäderfrässig

    Ich glaube, uns geht es einfach zu gut! Wir sind "schnäderfrässig" bis zum geht nicht mehr. Bei mir gibt es selten Brot-Abfall. Und wenn, dann gebe ich es einem Bauern, der hat Esel. Die Sorte mit vier Beinen. Meistens aber mache ich aus Brotresten Suppe, Vogelheu, Brotrösti oder Apfelrösti. Alles total lecker!