Tödlicher Unfall in St. Gallenkappel

05. Februar 2020 17:31; Akt: 05.02.2020 17:31 Print

«Wie viel schlimmes Leid muss da noch passieren?»

In St. Gallenkappel ist ein Fussgänger am Dienstag angefahren und tödlich verletzt worden. Die Unfallstelle ist als gefährlich bekannt. Massnahmen wurden schon vor dem Unfall getroffen.

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Am Dienstagabend, kurz nach 18.30 Uhr, ist ein 61-jähriger Mann beim Überqueren der Strasse von einem Auto erfasst worden. Er verstarb noch an der Unfallstelle. Der Mann wollte ausserorts in St. Gallenkappel vom Parkplatz über die Strasse zum Restaurant Waldegg gehen.

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In der Region schlug der tödliche Unfall hohe Wellen. Auf der Facebook-Seite der Kantonspolizei St. Gallen meinten mehrere Leute, sie würden die Stelle kennen und sie sei gefährlich. Eine Frau schrieb etwa, sie frage sich schon lange, warum dort noch immer Tempo 80 gelte. Ein Mann meint, dass an jener Stelle dringender Handlungsbedarf bestehe. «Wie viel schlimmes Leid muss da noch passieren?» fragt jemand anderes.

Die Unfallstelle ist auch den Behörden bekannt. Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, sagt: «Es wurde auch bereits gehandelt. Beim Parkplatz des Restaurants wurden letztes Jahr explizit eine Ein- und Ausfahrt gemacht. Zudem wurde beim Parkplatz auf der anderen Strassenseite gegenüber des Restaurants eine kleine Mauer gebaut.» So müssen die Autos die Ein- sowie Ausfahrt benützen. Auch die Polizei sei daran interessiert, dass die Stelle in Zukunft noch sicherer wird. Die Möglichkeiten seien aber beschränkt.

14 Unfälle seit 2010

Seit 2010 gab es laut Schneider an der betreffenden Stelle 15 Unfälle. In drei Fällen waren Fussgänger involviert. In seinen Augen sollten zusätzliche Massnahmen für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer getroffen werden.

Ein Fussgängerstreifen mache aber keinen Sinn. «Das würde die Lage nur noch gefährlicher machen», meint Schneider. Eine Tempo-Reduktion, wie sie einige aus der Bevölkerung fordern, sei schwierig umzusetzen. Man könne nicht einfach Tempo 60-Tafeln aufstellen. Man müsse sich an Gesetze und Richtlinien halten.

Austausch der Behörden

Bereits im August 2018 sassen die Gemeinde, der Kanton und die Polizei zusammen, um zu schauen, was unternommen werden könnte. Marcel John, Leiter des St. Galler Tiefbauamts, sagt: «Besonders die Polizei hat immer wieder Druck gemacht, dass etwas für die Sicherheit unternommen wird. Also haben wir Sofortmassnahmen beschlossen.»

Es soll aber nicht bei den bereits getroffenen Anpassungen bleiben. Bis spätestens im Sommer 2022 soll eine Verkehrsinsel in der Mitte der Strasse stehen. So könnten die Fussgänger zuerst die eine Hälfte der Strasse überqueren, dann die andere.

Dafür muss aber die Strasse breiter gemacht werden und einige Parkplätze des Restaurants müssen weichen. «Es ist alles ausserhalb der Bauzone. Für die Arbeiten ist ein Projekt und eine Bewilligung notwendig», so John. Er glaubt aber, dass nun allen bewusst sei, dass die Situation möglichst schnell verbessert werden müsse.

(mig)