Wolf auf Skipiste

09. Januar 2020 17:53; Akt: 13.01.2020 07:50 Print

«Wir haben Angst um unsere Kinder»

Im Skigebiet Obersaxen Mundaun GR wurde am Donnerstag ein Wolf auf der Skipiste beim Kinderland gesichtet. Im Dorf ist man besorgt. Offenbar kommen mehrere Tiere regelmässig vorbei.

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«Seit knapp zwei Monaten werden im gesamten Skigebiet rund um Obersaxen vermehrt Wolfsichtungen gemacht», sagt Leser-Reporter Marco Casanova zu 20 Minuten. Am Donnerstag habe eine Frau einen Wolf in der Nähe des Kinderlandes der Skischule Obersaxen gesichtet und fotografiert, erzählt er. Casanova ist Präsident der Skischule Obersaxen. «Eine Gefahr für die Besucher besteht nicht», versichert er. Dennoch müsse gehandelt werden. Sichtungen eines Wolfes am hellichten Tag in direkter Nähe zum Menschen seien nämlich keineswegs der Normalfall. Besucher des Skigebiets bittet er, keine Essensresten zu hinterlassen, da diese die Wölfe anlocken könnten.

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Das Handlungsbedarf besteht, sehen auch andere Dorfbewohner so. «Es ist zwingend notwendig, dass Massnahmen ergriffen werden», sagt ein Anwohner, der anonym bleiben möchte. «Vor zwei Wochen wurde ein Hirsch am Dorfrand von Flond gerissen. Das überschreitet eine Grenze. Wir haben Angst um unsere Kinder.» Die Tourismus- und Landwirtschaftsbetriebe seien vom Auftauchen des Wolfes ebenfalls wenig begeistert.

Amt reagiert

Dass sich Wölfe in der Gegend herumtreiben, scheint bekannt zu sein: «Das gesichtete Tier auf der Skipiste gehört höchstwahrscheinlich zum Valgronda-Rudel», sagt Adrian Arquint, Jagdinspektor vom Amt für Jagd und Fischerei in Graubünden. Dieses Rudel sei seit Herbst 2019 in Siedlungsnähe zu beobachten, nun auch in den Siedlungen und sogar bei Tag. Mehrere Anwohner berichten gegenüber 20 Minuten von Sichtungen und auch, dass Wild gerissen worden sei.

«Es ist nicht gut, wenn sich Wölfe zu sehr an den Menschen gewöhnen, mit Vergrämungsaktionen versucht die Wildhut den Wölfen Respekt gegenüber dem Menschen zu haben, damit sie sich fern von ihm halten», so Arquint. Man werde die Situation beobachten und mit der Gemeinde das weitere Vorgehen besprechen.

Gefährliches Wolfsleben

Kürzlich starb in der Surselva ein Tier des Valgronda-Rudels. Am Stephanstag wurde bei Brigels eine Jungwölfin von einem Zug überfahren. In der selben Nacht wurde zwischen Trin und Tamins ein junges Wolfsweibchen von einem Auto überfahren und ebenfalls getötet. Dieses Tier stammt vermutlich vom Calanda-Rudel.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aleks am 09.01.2020 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Hmmmmm...klar reisst der Wolf Wildtiere! Soll er Bäume reissen, oder was?

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  • Kasimir am 09.01.2020 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rotkäppchen lässt grüssen

    In der Schweiz und den angrenzenden Ländern wurde noch kein Mensch von einem Wolf angegriffen. Hingegen gibt es jedes Jahr Tote durch Kühe, Hunde, Bienen... Sollte man die verbieten?

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  • MB am 09.01.2020 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie viele

    Wie viele Kinder starben wohl in den letzten Jahren durch den Wolf? Wie viele Kinder starben auf Skipisten durch erwachsene Menschen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bergler am 09.01.2020 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Städtler

    Es ist einfach schlimm wie heute mit den Bauern umgegangen wird. Sie tragen am meisten dazu bei dass unsere Landschaft schön aussieht und das wir sie geniessen können und dann werden sie nur attackiert. Jeden Tag mehrere Stunden Arbeit kostet das.

  • Bergverführer am 09.01.2020 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicher Skifahren

    Dann würde ich als "Helikopter-Eltern mit den Kindern halt nicht mehr Skifahren gehen. In Dubai, Holland, Deutschland usw. gibt es Skihallen. Da drin ist alles von der Natur sicher. Nicht mal schlechtes Wetter oder Lawinen sind möglich. dafür gibt es Hamburger, Pommes und Cola.

  • Genepina am 09.01.2020 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Böser Wolf

    Angst um Kinder? Dann lasst die Kinder nicht mehr auf die Skipiste. Dort sterben leider (!) immer wieder Kinder oder werden von erwachsenen Skifahrern schwer verletzt. Und denkt an Rotkäpchen: Am Ende waren nicht die Kindert tot, sondern der Wolf.

  • Elsässer am 09.01.2020 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist der wirklich böse Wolf?

    Bei dieser hysterischen Dokumentation, muss man wohl am ehesten um den Wolf Angst haben. Wir haben bei uns im Wald (Elsas) auch Wölfe, doch diese sind für niemanden eine Gefahr, im Gegenteil, es sind sehr scheue Tiere, habe ich schon festgestellt beim Pilzsuchen, die haben mehr Angst vom Menschen, als wir von den Wölfen. Aufpassen muss man nur, wenn diese Junge haben oder wenn der Winter sehr lange und für die Tiere anstrengend ist, so dass sie zuwenig Futter finden. Für die Wildtiere sind die Menschen die bösen Wölfe...

  • Deane am 09.01.2020 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag diese Tiere sehr

    und bis jetzt gab es (gottseidank) keine Zwischenfälle zwischen Mensch & Wolf. Was ist aber wenn es doch passiert? Dann wird bestimmt laut losgeschrien. Dann haben die hier Kommentierenden zu schreiben: haben es immer gewusst die sind gefährlich. Es ist schon so, Wölfe sind Wildtiere. Und jetzt plötzlich auf Skipiste gesichtet (und das am Tag) sollte schon zu Denken geben.