Engwilen TG

16. Juli 2019 13:54; Akt: 16.07.2019 13:59 Print

«Wir sind froh, dass kein Tier sterben muss»

Die Freude bei der Tierhilfe Schweiz ist trotz kurzzeitigem Chaos gross. Die rund 2000 Legehennen des Zwickyhofs sind alle frühzeitig abgeholt worden.

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«Nach dem Aufruf von 20 Minuten wurde der Zwickyhof von Hühneradoptanten quasi überrannt», erzählt Beatrice Baumann, Präsidentin der Tierhilfe Schweiz. Alle Tiere seien bis Montagabend herausgegeben worden.

Auf dem Zwickyhof oberhalb Märstetten TG setzte man sich dieser Tage dafür ein, dass rund 2000 Bio-Legehennen gerettet werden können, indem sie ein neues Zuhause finden. Der Hof musste die Tiere abgeben, weil Legehennen so gezüchtet sind, dass sie in der ersten Legesaison eine enorme Leistung erbringen. Danach legen die Hennen zwar noch Eier, jedoch nimmt die Anzahl ab, die Grösse der Eier zu, und die Qualität der Schale ändert sich. Für den Hof ist das nicht mehr wirtschaftlich. Und so werden die Tiere aus logistischen Gründen nach der ersten Saison ausgestallt, also getötet.

Nächstes Jahr wieder

«Wir sind froh, dass kein Tier sterben muss», so Baumann. Hätte man sie nicht abgeben können, wären die Tiere am Mittwoch getötet worden. Es sei erneut ein grosser Erfolg, denn seit die Tierhilfe Schweiz bei der jährlichen Aktion mithelfe, habe jedes Jahr für alle Hennen ein neues Zuhause gefunden werden können.

Laut Baumann hätte man sogar noch mehr Tiere abgeben können. Interessenten gab es nach dem Aufruf jede Menge. Unter ihnen herrschte aber eine grosse Solidarität. So hätten Interessenten mit grösseren Reservationen auf die volle Anzahl verzichtet, damit Hühnerfreunde, die weiter entfernt wohnen, den Weg nicht umsonst machen mussten. Durch den plötzlichen Ansturm sei dann alles zwischenzeitlich auch ein wenig hektisch gewesen.

Nun seien aber alle Tiere vermittelt. «Den Tierfreunden, die noch für Dienstag Hennen reserviert haben, müssen wir leider mitteilen, dass keine mehr da sind», so Baumann. Der Zwickyhof und die Tierhilfe Schweiz danken für das Verständnis und den Einsatz jedes Einzelnen und hoffen auch nächstes Jahr auf eine zahlreiche Beteiligung an der Rettungsaktion.

(maw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Binbin am 16.07.2019 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    da freu ich mich

    Danke an alle, die einigen Hühnern ein neues zuhause gegeben haben. bin froh mussten sie nicht sterben

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  • Jürgen am 16.07.2019 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfreulich

    Sehr schön Freud mich sehr für die Tieren

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  • Martin am 16.07.2019 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Merci!

    Ein kleiner Tropfen auf den heissen Stein der Nutztierhaltung aber immerhin... Merci allen, die sich für die Tiere eingesetzt haben!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Avenarius am 17.07.2019 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Eifach supper !

    Das war eine so wichtige Aktion. Für die Hühner, für die Menschen und das Zusammenhalten. Das macht mich wirklich ein bisschen Stolz :-) Eifach supper !

    • Rabu am 17.07.2019 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Avenarius

      Und die anderen 1.4 Mio. Legehennen die dieses Jahr ausgestallt werden?

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  • gabriella am 17.07.2019 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schweizer tierschutz

    für was braucht es die schweizer tierhilfe? es gibt ja den STS der dafür schaut das alles richtig läuft! ist diesen vermutlich langweilig und so haben sie zeit für solche aktionen. aber wennschon dann richtig und nicht nur einzelne betriebe!

  • Night Eye am 17.07.2019 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ist nicht nachhaltig bio?

    Warum bekommen solche industriell produzierenden Betriebe überhaupt ein Bio-kabel?

    • Egon der Bär am 17.07.2019 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Night Eye

      Sie können ein Huhn im Käfig halten und es mit Biofutter aus Brasilien füttern. Dann ist es auch Bio im Laden.

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  • I. Bühler am 17.07.2019 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich eine traurige Sache

    Ich finde die Aktion den Tieren zuliebe ja schon toll. Aber den Betreibern wird es einfach gemacht. Tiere gratis weg, ohne Entsorgungskosten und eigenes Bemühen, dann neue Tiere, und der ganze Mist geht von vorne los. Traurig

    • ga am 17.07.2019 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @I. Bühler

      ja und nächstes jahr wieder eine solche aktion? es gibt welche die so zu gratis hühnern kommen und den markt kaputt machen und die hühner danach in den öffentlichen entsorgungsstellen wieder gratis entsorgen und nichts bezahlen. kenne einen bauern der jedes jahr so seinen stall einstallt!

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  • Bettina Schmutz am 16.07.2019 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Viele einezelne handelnde machen den grossen Unter

    Das zeigt wieviel wir gemeinsam erreichen können wenn wir uns zusammen einsetzen und ins aktive handeln intuitive spontane Entscheiden finden. So schön, wenn die Masse sich bewegt ist alles möglich...also weiter bewegen und bewirken. Toll