Anti-WEF-Wanderung

19. Januar 2020 21:13; Akt: 19.01.2020 21:25 Print

«Wir gehen auch ohne Bewilligung nach Davos»

Während sich in Davos GR zum 50. Mal verschiedenste Mächtige der Welt treffen, versammeln sich hunderte Demonstranten zu einer Anti-WEF-Wanderung. Der erste Teil ist geschafft.

Rund 500 Leute demonstrieren gegen das WEF und wandern für mehr Klimagerechtigkeit drei Tage lang von Landquart GR nach Davos. (Video: mwa)
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Zum 50. Mal kommen in Davos GR Vertreter verschiedenster Nationen beim WEF zusammen. Der Event findet nicht bei allen Anklang: Rund 500 Leute demonstrieren gegen das Jahrestreffen und wandern für mehr Klimagerechtigkeit drei Tage lang von Landquart GR nach Davos. Mit Plakaten, Bannern und Schildern hat die Gruppe vor, ihre Botschaft in die Welt beziehungsweise nach Davos zu tragen. «Wir wandern nach Davos, um den Wirtschaftsbossen und dem WEF mitzuteilen, dass es für sie Zeit ist, abzutreten», schreiben die Veranstalter auf ihrer Webseite. Übernachten werden die Aktivisten in geheizten Massenlagern.

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Eine Bewilligung für den Streik haben die Demonstranten nur teilweise. Lediglich die ersten beiden Etappen für den 19. Januar und den 20. Januar wurden von den Behörden bewilligt. Für die Endstrecke nach Davos geben die Behörden das Okay nicht. Der Grund: Es besteht nur eine Verkehrsverbindung zwischen Klosters und Davos. Der Frust bei den Aktivisten ist gross: «Es wäre toll gewesen, wenn wir eine Bewilligung gehabt hätten. Aufhalten wird uns das aber nicht», sagt Meret Schäfer, eine 16-jährige Klimaaktivistin. «Ziviler Ungehorsam ist in solchen Situationen wichtig. Es ist lächerlich, dass man jungen Menschen verbietet, sich politisch zu engagieren», ergänzt Wandergenossin Michele Stauffer.

«Wir haben gelernt, wie wir mit der Polizei umgehen müssen»

Die Beweggründe, beim Marsch mitzumachen, fallen unterschiedlich aus. Nicht alle Teilnehmer sind dafür, das WEF komplett abzuschaffen: «Es ist gut, dass die Leute, die in der Welt etwas bewirken können, zusammenkommen, um Geschäfte zu besprechen», so Loris Niethammer (16), Mitorganisator des Events. Seiner Meinung nach wird der Fokus beim WEF falsch gelegt. Es werde zu wenig auf das geachtet, was tatsächlich in der Welt passiert. Die Politiker seien zu fest darauf aus, «kurzfristigen Profit zu schlagen».

Marsch nach Davos zum WEF

Durchgeplant wurde die Aktion lange und intensiv. «Wir waren einige Wochen mit der Organisation beschäftigt», meint ein Mitglied aus dem Organisationskomitee. Neben einer detaillierten Packliste gab es zur optimalen Vorbereitung auch sogenannte Aktionstrainings. In der ganzen Schweiz konnten Demonstranten ohne Vorkenntnisse sowie auch erfahrene Aktivisten den Umgang mit Behörden und Stresssituationen erlernen. «Sowohl bewilligte Demonstrationen als auch Aktionen zivilen Ungehorsams funktionieren am besten, wenn wir uns gut darauf vorbereiten», so die Organisatoren. «Wir haben gelernt, welche Rechte wir haben und wie wir mit der Polizei umzugehen haben», sagt Stauffer.

Fazit für den ersten Tag fällt positiv aus

Die Teilnehmer sowie die Organisatoren sind nach dem ersten Tag mehrheitlich zufrieden. «Ich finde es beeindruckend, dass so viele Personen die Strapazen auf sich nahmen», so Lukas Schnider (27) aus Wangs. Als es bei einem Zwischenstopp aufgrund der Planung zur Betten-Aufteilung rund eine Stunde nicht weiterging, wurde die Stimmung kurzfristig etwas ruhiger. «Danach sind wir dafür umso lauter und aktiver geworden, um uns warm zu halten», sagt der Klimaaktivist.

(mwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 19.01.2020 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schule?

    Und morgen geht`s dann wieder zur Schule. Gestreikt wird doch nur am Freitag oder wurde das jetzt auf die ganze Woche ausgedehnt?

  • pascha am 19.01.2020 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    holz

    sie übernachten in beheizten massenlager... na hoffentlich nur mit holz.

  • khlia am 19.01.2020 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auto

    und wieviel sind mit em auto agreist... ohni wort

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tommy D am 19.01.2020 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht selber

    Man kann sich auch ohne Demonstration bis nach Davos politisch engagieren. Die Arbeit beginnt in den Gemeinden. Wie viele junge Mitwanderer wohl jemals in die Politik gehen und WIRKLICH etwas verändern wollen? Diese Demo bringt nichts, das weiss jeder. Die Botschaft muss nicht in die Welt getragen werden. Jeder kennt die Botschaft bereits, aber erachtet diese nicht als besonders wichtig, andernfalls hätte sich schon einiges verändert. Also anstatt eine unwichtige Wanderung vorzumehmen, bitte ich die Demonstranten, sich in den Gemeinden und vielleicht auch mal interregional oder national aktiv in der Politk zu engagieren. Wenn die Politik dich nicht hört, mach sie selber!

  • Arthur McMillan am 19.01.2020 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist das Problem?

    Was ist das Problem? Ihr könnt ja nach Davos wandern aber heinomal NICHT auf der einzigen Zufahrtsstrasse nach Davos von Landquart her. Ist das wirklich so schwer zu verstehen? Und ausgerechnet am Starttag vom WEF. Habt ihr auch nur irgendeine Ahnung was für ein Verkehrsaufkommen herrscht zu dieser Zeit? Rettungswege müssen frei gehalten werden etc.... man man man. Der Wanderweg von Klosters nach Davos ist übrigens sehr schön!

  • pascha am 19.01.2020 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    holz

    sie übernachten in beheizten massenlager... na hoffentlich nur mit holz.

  • lukiluk am 19.01.2020 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    also nei!

    Ein Streik ist etwas völlig anderes als eine Demonstraion.

  • khlia am 19.01.2020 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auto

    und wieviel sind mit em auto agreist... ohni wort