Nationalrat

07. Dezember 2019 11:45; Akt: 07.12.2019 11:55 Print

So sieht der Kühlschrank der Parlamentarier-WG aus

Seit dieser Woche gibt es in Bern die erste Nationalrat-WG. Noch ist die Wohnung aber nicht fertig eingerichtet.

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Seit Dezember 2019 gibt es in Bern eine überparteiliche Parlamentarier-WG. Die St. Galler Franziska Ryser (Grüne), Mike Egger (SVP) bezogen mit dem Zürcher Andri Silberschmidt (FDP) eine Wohnung. «Einen Tag nach den Parlamentswahlen kam Andri Silberschmidt auf mich zu und fragte, ob ich bei einer Wohngemeinschaft in Bern dabei wäre», sagt Mike Egger (27) über die Entstehungsgeschichte der überparteilichen WG zu 20 Minuten.

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Er sei sofort einverstanden gewesen, da er selbst schon mit dem Gedanken gespielt hatte, sich nach einer Wohnung in Bern umzusehen, um nicht regelmässig in anonymen Hotels übernachten zu müssen. Doch eine Wohnung für nur eine Person war zu teuer. Da sei das Angebot der WG-Gründung gerade recht gekommen.

Doch damit sich eine Wohnung, die man nur einige Wochen im Jahr benutzt, auch rechnet, suchten sie noch eine dritte Person für die WG. Mit der Grünen Franziska Ryser (28) fanden sie eine weitere Parlamentarierin, die auf der Suche nach einer Hotel-Alternative war.

Bett kurz vor Sessionsbeginn bezogen

Die Wohnung konnten die Parlamentarier Ende November übernehmen. «Ich war am Montagmorgen zum ersten Mal in meinem WG-Zimmer und habe dann mein Bett aufgestellt», sagt Egger. «Zum Glück hat die Session erst am Nachmittag angefangen», sagt er schmunzelnd. Obwohl die drei Nationalräte sich nun eine Wohnung teilen, hätten sie sich fast mehr im Bundeshaus getroffen als in der gemeinsamen Wohnung.

Am Donnerstagabend hätten sie dann endlich Zeit gefunden, um noch ein paar Möbel zu kaufen. So gibt es nun im Wohnzimmer auch einen Tisch und Stühle. Auch sein Zimmer sei spartanisch eingerichtet. «Viel mehr als ein Bett brauche ich nicht», sagt Egger. Schliesslich sei er nur zum Politisieren in Bern. Er arbeitet neben dem Amt als Nationalrat in einem 40-Prozent-Pensum als Projektsupporter der Direktion in Bazenheid SG und wohnt in Berneck im St. Galler Rheintal.

Ein Sofa, auf dem andere Parlamentarier übernachten könnten, gibt es in der WG bislang nicht und das sei auch nicht vorgesehen. Es hätte auch noch keiner danach gefragt. Aber er sei vielfach von anderen Räten gefragt worden, wann denn die Einweihungsparty stattfinde. «Vielleicht klappt es in der Frühlingssession», meint Egger dazu.

Bewohner kannten sich zuvor nicht

Erst mal gelte es, sich fertig einzurichten und sich auch gegenseitig besser kennen zu lernen. Silberschmidt (25) habe er zum ersten Mal persönlich gesprochen, als dieser ihn fragte, ob er eine WG mitbegründen wolle, mit Ryser sei er zuvor zwei Mal an einem Podium aufgetreten.

Dass sie später zusammen politische Lösungen am Küchentisch aushecken, könne er sich durchaus vorstellen. «In der Politik muss man sowieso gemeinsame Lösungen suchen.» Wo die drei gleiche Meinungen hätten, könnten sie sicher zusammen Ideen ausarbeiten. Und wenn sie verschiedene Meinungen zu einem Thema hätten, was wohl öfter der Fall sein werde, dann könnten sie die Meinungen diskutieren. «Daraus können dann durchaus neue Ideen entstehen», sagt Egger. Und fügt lachend hinzu: «Oder auch nicht.»

(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M. Roth am 07.12.2019 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    cool :-)

    Ist doch symphatisch. In welchem Land würden sonst politisch anders gesinnte zusammenwohnen... Da haut man sich auf die Köpfe. Spricht für uns. Cheers!

  • Regula am 07.12.2019 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sympathisch

    Finde das sympathisch. Vielleicht kommt den drei am Küchentisch eine Idee, wie die Krankenkasse günstiger wird.

  • Mary am 07.12.2019 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Finde ich sehr symphatisch so eine WG.

Die neusten Leser-Kommentare

  • bb king am 07.12.2019 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inspiration

    Schach mat!!! In 1000 jahren wird die Schweiz in Geschichtsbüchern stehen als Vorbild der Demokratie und des Zusammenlebens. Griechen habens erfunden, Schweizer "updatet". Danke Schweiz dass man hier sein darf und kann, und das meine ich nicht mit hier leben.

  • Michi81 am 07.12.2019 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist es vielleicht

    Eine subventionierte Wohnung der Stadt?

  • John Kipkoech am 07.12.2019 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr schweizerisch!

    Gratulation! Das ist typisch schweizerisches Zusammengehen, in vielen anderen Ländern wäre dies undenkbar. Ich hoffe die drei halten zusammen.

  • Irgendwas am 07.12.2019 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    stimmt hier nicht...

    eine Flasche Champagnet im Kühlschrank - aber weit und breit kein Sozi.

  • Gourm am 07.12.2019 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Habe noch ein Rezept für ein

    WG Parlamentarier Essen. Büchse Ravioli aufmachen, zur Seite stellen. In Bratpfannne reichlich Butter schmelzen, dann Olivenöl dazugeben, wenn mögl. mit Rosmarinaroma oder frischem Rosmarin. Sonst nehmen, was man gerne hat. Brutzeln. Dose Ravioli beigeben und köcherln lassen. Kurz weiterköcherln. Dann Servieren. Wenn man Gruyere hat darübergeben. Schmeckt fein und geht schnell. Bon Appetit.