Tiermessie

02. April 2019 15:31; Akt: 02.04.2019 16:01 Print

10 Katzen mussten eingeschläfert werden

Bei der privaten Tierhaltung, die kürzlich in Müllheim TG geräumt werden musste, wurden nebst weiteren Tieren auch 18 Katzen beschlagnahmt. Zehn mussten nun getötet werden.

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Das Thurgauer Veterinäramt hat vergangenen Donnerstag in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei in Müllheim TG eine private Tierhaltung geräumt. Insgesamt wurden 18 Katzen, zwei Hunde, vier Kaninchen, sieben Hühner und vier Wüstenrennmäuse vorsorglich beschlagnahmt.

Aufgrund des sehr schlechten Gesundheitszustandes und teils chronischen Erkrankungen mussten zehn Katzen eingeschläfert werden, teilt das Thurgauer Veterinäramt am Dienstag mit. Die acht weiteren Katzen befinden sich zur Abklärung in medizinischer Obhut und werden anschliessend, sofern ansteckende Krankheiten ausgeschlossen werden können, an geeignete Orte abgegeben.

Die zehn Katzen, die euthanasiert werden mussten, litten unter unheilbaren Krankheiten oder waren schwer verhaltensgestört, heisst es in der Mitteilung weiter. Die meisten der 18 lebend angetroffenen Katzen der privaten Tierhaltung stammen laut ihren Pässen aus dem Ausland – hauptsächlich aus Spanien und Weissrussland.

Veterinäramt warnt

Das Veterinäramt rät dringend davon ab, Tiere aus dem Ausland in die Schweiz zu holen. Der Import von Katzen oder Hunden aus dem Ausland führe immer wieder zu Problemen. Die Tiere sind laut dem Amt häufig schlecht bis gar nicht sozialisiert. Da es sich in vielen Fällen um wilde Katzen handle, würden sie oft Krankheiten mitbringen und hätten grosse Mühe, sich an die Lebensbedingungen hier anzupassen.

Das Grundprinzip des Tierschutzrechtes ist die Eigenverantwortung. «Mit über 2600 landwirtschaftlichen Betrieben im Kanton, rund 17‘000 Hundehaltern und einer unbekannten, aber deutlich höheren Anzahl an Katzen, kann das Veterinäramt aus ressourcentechnischen Gründen unmöglich sämtliche Tierhalter regelmässig kontrollieren», schreibt das Veterinäramt.

Der Tierschutz sei nur ein Vollzugsbereich. Nebst dem Tierschutz sei das Veterinäramt ausserdem zuständig für die Lebensmittelhygiene in der landwirtschaftlichen Primärproduktion, die Fleischkontrolle, die Kontrolle der Schlachtbetriebe, den internationalen Tierverkehr mit Tieren und tierischen Produkten, die Tierseuchenbekämpfung und –prävention, die Überwachung des Tierarzneimitteleinsatzes, die Entsorgung von tierischen Nebenprodukten sowie die Aufsicht über die Veterinärberufe.

Video von 2009

Kurz nach Bekanntwerden der Räumung der privaten Tierhaltung von J. L.* hatteTierschützerin Yvonne Escher schwere Vorwürfe gegen das Veterinäramt erhoben. Bereits 2009 hatte die Rentnerin Aufnahmen rund um das Haus gemacht. Darauf zu sehen: Katzen mit Augen voller Eiter, verschimmelte Näpfe, Katzenklos mit mehr Kotkegeln als Spreu drin.


Ein Video der Tierhaltung aus 2009. (Video: Yvonne Escher)

Es sei schlimm, dass L. kein Riegel geschoben worden sei. «Ich kann nicht verstehen, dass das Veterinäramt offenbar nicht regelmässig Kontrollen durchführte», so Escher. Für die Tierschützerin ist klar: «Das ist das Hefenhofen der Katzen», angelehnt an den Fall eines Pferdezüchters in Hefenhofen TG, der wegen Tierquälerei verurteilt wurde und bei dem Tierhalteverbote nicht durchgesetzt worden waren.

* Name der Redaktion bekannt

(taw)