Bluttat von Bollingen

15. Dezember 2011 23:01; Akt: 15.12.2011 21:42 Print

15 Jahre Haft gefordert

von Marlene Kovacs - Ein 46-jähriger Devisenhändler soll seinen Kollegen mit einem Rollgabelschlüssel ermordet haben. Der Mann gibt an, er und das Opfer seien überfallen worden.

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Der 46-jährige Angeklagte in Begleitung eines Beamten. (Foto: mko)

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«Mit dem Vorfall habe ich nichts zu tun», so Franz G.* gestern vor dem Kreisgericht See-Gaster. Die Anklage fordert für ihn mindestens 15 Jahre Haft wegen Mord. Er soll 2010 beim C.G.-Jung-Haus in Bollingen mit einem «Engländer» mindestens 20-mal auf seinen Kollegen eingeschlagen haben. Das Opfer starb im Spital.

Laut Anklage ist das Motiv klar: Der Devisenhändler habe 130 000 Dollar seines Kollegen verlocht. Als dieser das herausfand, wollte G. ihn loswerden. «Die Tat war geplant», so der Staatsanwalt. Er habe danach versucht, das Opfer in den Kofferraum des Autos zu verfrachten. Dort wurde auch die Tatwaffe gefunden. «Als ein Jogger vorbeikam, geriet der Angeklagte unter Zugzwang und rief die Polizei», so der Staatsanwalt. G. bestreitet dies: «Ich war gerade pinkeln, als ich Schreie hörte.» Unbekannte hätten auf seinen Kollegen eingeschlagen und seien dann geflüchtet. Der Schweizer wurde von zwei Verteidigern vertreten: Einer fordert Freispruch, der andere plädiert auf Totschlag mit maximal vier Jahren Haft: «Das war kein skrupelloser Mord.» Wegen des Todes seiner Mutter, Depressionen und weiteren Faktoren habe der Angeklagte unter grosser seelischer Belastung gestanden: «Er hat seinen Freund im Affekt erschlagen.»

Das Urteil folgt nächsten Donnerstag.

*Name geändert

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