Junger Nachwuchs

25. April 2014 10:09; Akt: 28.04.2014 14:57 Print

22-Jährige zieht in Appenzeller Kloster ein

Am Samstag legen im Appenzeller Kloster Leiden Christi gleich zwei Schwestern ihr Gelübde ab. Sie verjüngen das Kloster um mehrere Jahre, eine der Frauen ist erst 22 Jahre alt.

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Die junge Neue: Erst 22 Jahre alt ist Schwester Elisabeth, am Samstag legt sie ihr Gelübde im Kloster Leiden Christi in Appenzell ab. Rechts neben ihr steht Kloster-Mutter Mirjam. (Bild: Kloster Leiden Christi)

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Den Schweizer Klöstern fehlt der Nachwuchs. Auch ins Kloster Leiden Christi in Jakobsbad AI ist letztmals vor zehn Jahren eine Schwester eingetreten. Doch am Samstag legen im Kapuzinerinnen-Kloster bei Appenzell gleich zwei Frauen das Gelübde ab.

Sie ist bildhübsch und 22 Jahre jung. Schwester Elisabeth Pustelnik wird am Samstag in einem feierlichen Gottesdienst das Gelübde ablegen. Damit verpflichtet sich die junge Deutsche, dem Kapuzinerinnen-Kloster die nächsten drei Jahre zu dienen. Die zeitliche Profess – eine Art Verlobung mit Gott – gibt auch Schwester Chiara Hedwig Eicher (43).

«Dass wir gleich zwei zeitliche Professe feiern dürfen, ist eine grosse Freude und ein wunderbares Geschenk», sagt Frau Mutter Mirjam. Das letzte solche Gelübde hatte eine Schwester im Jahr 2003 abgelegt. Allerdings verliess sie das Kloster wieder.

Sind die drei Jahre um, müssen sich Schwester Elisabeth und Schwester Chiara entscheiden. Wollen sie den Lebensbund mit Gott schliessen, legen sie die ewige Profess ab, erklärte Frau Mutter Mirjam der Nachrichtenagentur SDA .

Durchschnittsalter 60 Jahre

Während Klöster rundherum mit Nachwuchssorgen kämpfen und einige bereits geschlossen werden mussten, zählt Leiden Christi seit dem Eintritt der beiden Novizinnen im August 2012 wieder zehn Schwestern.

Beiseitelegen kann Schwester Mirjam, die seit 27 Jahren im Kloster in Jakobsbad lebt und ihm seit 15 Jahren als Frau Mutter dient, die Sorgen nicht. Wenn jemand ausfalle, komme die Gemeinschaft ans Limit. «Optimal wäre, wenn wir 15 bis 20 Frauen wären.»

Kontakt via Internet

Das Durchschnittsalter sank dank den beiden Novizinnen auf rund 60 Jahre. Die Schwestern bleiben auf Lebzeiten im Kloster und werden wenn nötig von den Mitschwestern gepflegt. Von früh bis spät dienen die Frauen dem Herrn und sorgen für ihren Lebensunterhalt. Einnahmequelle ist die Klosterapotheke, wo selbst produzierte Kräuterheilmittel, Salben, Kapseln und Tabletten verkauft werden.

Wegen der Apotheke hat sich das Kloster früh einen Internetauftritt zugelegt. Die Homepage diene nicht nur dem Verkauf von Heil- und Lebensmitteln, sondern sei ein guter Weg, junge Menschen zu erreichen, sagt Mutter Mirjam. Dank dem Internetauftritt sei Elisabeth Pustelnik auf das Kapuzinerinnen-Kloster aufmerksam geworden.

Schwester auf Zeit

Wie die junge Deutsche finden auch andere Frauen übers Internet ins Kloster Leiden Christi. Doch normalerweise bleiben sie nicht, sondern verbringen dort bloss eine Auszeit. Immer mehr Menschen hätten das Bedürfnis nach einem ruhigen Ort, um Halt zu machen und spirituell aufzutanken, sagt Mutter Mirjam.

Pro Jahr verbringen 15 bis 20 Schwestern auf Zeit eine oder mehrere Wochen in der Gemeinschaft. Sie stehen in aller Herrgottsfrühe auf, um mit den Schwestern zu beten und zu arbeiten. Viele kommen wieder – so auch Schwester Chiara, die zweite Novizin, die sich entschlossen hat zu bleiben.

(sda/sst)