Nach dem Unwetter

30. Juli 2014 16:42; Akt: 31.07.2014 09:20 Print

Altstätter drängen auf Bach-Sanierung

Der Stadtbach ist eine Gefahr, darin sind sich die meisten Altstätter einig. Damit ihr Städtchen nicht erneut im Schlamm versinkt, drängt die Bevölkerung nun auf rasches Handeln.

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Der Turnverein und Freiwillige helfen in einer Metzgerei, den Keller vom Schlamm zu befreien. (Bild: tso)

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Zwei Tage nach der Überschwemmung hat Altstätten noch immer eine Herkulesaufgabe zu bewältigen. Noch sind viele Schächte vom Schlamm verstopft, noch haben viele der Einwohner Wasser im Keller. Und jede Menge Schlamm.

Der Zivilschutz arbeitet weiterhin mit Hochdruck. «Es gibt noch keine Entwarnung», sagt Stabschef René Fehr. Für die Nacht auf Donnerstag sind Gewitter angekündigt. Der Stadtbach stehe unter ständiger Beobachtung und werde verstärkt ausgehoben, um Platz für Wassermassen zu schaffen. Bagger stünden bereit, um das Geschiebe sofort zu entfernen.

Doch was passiert, wenn die Aufräumarbeiten abgeschlossen und die Bagger abgezogen sind? Schon nach dem Unwetter 2013 war man sich in Altstätten einig: Der Stadtbach muss saniert werden. Der Stadtrat beschloss Massnahmen – umgesetzt wurden bisher keine.

Fünf bis zehn Jahre bis zur Sanierung

«Ein optimales Projekt lässt sich nicht innert weniger Monate realisieren», sagt RetoWalser, Vize-Stadtpräsident und Mitglied der Bachkommission. «Wir hoffen jedoch, dass wir noch in diesem Jahr einen Projektauftrag vergeben können.» Kostenpunkt gemäss Walser: 5 bis 10 Millionen Franken. Bis zur Fertigstellung des Projekts könnten aber schnell einmal fünf Jahre vergehen, so Walser. Sofortmassnahmen würden im Verlauf der nächsten Woche diskutiert.

«Der Bach sollte verbreitert werden»

Im Städtchen ist man sich einig: Nichts zu tun wäre ein zu grosses Risiko. «In Berneck haben sie riesige Rechen für das Schwemmholz montiert. So etwas wäre doch eine gute Lösung», sagt die Altstätterin Tina Zeller (33).

Und Architekt Reinhard Dietschi sagt: «Wenn man solche Extremereignisse künftig vermeiden will, muss man den Bach renaturieren.» Der Stadtbach müsse langsamer fliessen, damit im Notfall genug Zeit bleibe um zu reagieren, so der 41-Jährige. Dies erreiche man, indem man ihn verbreitere. «Natürlich ist auch Überwachung wichtig.» Jeder sei eingeladen, den Wasserpegel zu beobachten und hinzuschauen.

Die Gebäudeversicherungsanstalt hat aus Altstätten und Berneck 230 Schadensmeldungen erhalten, davon 160 aus Altstätten. Die Schadenssumme schätzt sie auf 5 bis 8 Millionen Franken – die bisher grösste in diesem Jahr.

(tso)