Davos GR

04. Februar 2020 17:22; Akt: 05.02.2020 14:30 Print

4 Tage WEF brachten 20'000 Fr. Bussengeld ein

Während des WEF wurden dieses Jahr 273 Bussen verteilt. 80 Prozent davon waren Parkbussen. Für Fussgänger und Ladenbesitzer sind die Falschparkierer ein grosses Ärgernis.

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Am WEF in Davos wurden laut der Kantonspolizei Graubünden insgesamt 273 Bussen gegen Autofahrer ausgesprochen. Über 80 Prozent davon sind Parkbussen entlang der Promenade. Die anderen Bussen betreffen insbesondere Nichtbeachten von Fahrverboten, Nichteinhalten von Fussgängervortritt und Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung. Das WEF war vom 21. bis am 24. Januar. Am letzten Tag hat Greta in Davos am Klimastreik teilgenommen. Luisa Neubauer und Greta Thunberg beim Klimastreik. Nicht alle WEF-Teilnehmer reisen mit dem Zug an: Wie die «Südostschweiz» berichtete, buchte sich ein Teilnehmer einen eigenen Zug der Rhätischen Bahn. Das kostet bis 20'000 Franken. Kanzlerin Angela Merkel spricht am Donnerstagnachmittag zu den WEF-Gästen. Der Fokus der Rede: Die Zukunft Europas und Umweltfragen. Anders als bei Donald Trumps Rede gibt es bei Angela Merkel kein Grossandrang. Hinten im Saal hat es sogar einige leere Ränge. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga traf am Dienstag US-Präsident Donald Trump. Gesprochen haben die Delegationen auch über ein Freihandelsabkommen und über das Klima. Die Diskussion über den Handelsdeal soll nur 11 Minuten gedauert haben. Am Mittwochabend gingen in Zürich hunderte Demonstranten gegen das WEF auf die Strasse. Auch Vermummte waren dabei. Die Polizei war mit Wasserwerfern vor Ort. «Davos was great!», sagt Trump, winkt den Journalisten zu und macht sich am Mittwochnachmittag auf den Heimweg. Trump will ein Handelsabkommen mit der EU. Ohne einen Deal «müssen die USA handeln», warnte Trump in dem Gespräch am Rande der Jahrestagung des WEF. Trump und seine Delegation gehen zu einem Zmorge mit Wirtschaftsführern. Mit im Tross unterwegs sind auch WEF-Gründer Klaus Schwab und Trumps Tochter Ivanka. «Es ist nie zu spät, so viel zu machen, wie wir können»: Greta Thunberg. (21. Januar 2020) Am Dienstagabend fand ein Abendessen für die Mächtigen statt. Wie auf Bildern zu sehen ist, sitzt Donald Trump während des Dinners neben Fifa-Präsident Gianni Infantino. Gianni Infantino hat einen Fussball mitgebracht. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga trifft den US-Präsidenten Donald Trump in Davos. Mit Guy Parmelin, Ueli Maurer und Ignazio Cassis sind drei weitere Bundesräte vor Ort. Sommaruga und Trump beim obligatorischen Händeschütteln. Sommaruga kleidet sich für das Treffen in der Farbe ihrer Partei, der SP. Die Bundespräsidentin möchte mit Trump über das Klima sprechen. Klimaaktivisten versperren durch ihren Marsch die Zugangsstrasse Wolfgang in Davos in beide Richtungen. 21. Januar: Greta Thunberg mit Boots am Rednerpult. Kalt ist es aber nicht. Heute scheint in Davos die Sonne und es ist 6 Grad Celsius warm. 21. Januar: Greta Thunberg lauscht der Rede von US-Präsident Donald Trump. 21. Januar: US-Präsident Donald Trump vor seiner Rede mit dem WEF-Gründer Klaus Schwab. 21. Januar: Ivanka Trump mit ihr Ehemann Jared Kushner am WEF. 21. Januar: US-Präsident Trump beim Empfang am WEF vor den Medien. 21. Januar. Marine Helikopter bringen Donald Trump vom Flughafen Zürich nach Davos zum 50. World Economic Forum (WEF). 21. Januar. Planespotter warten am Flughafen Kloten in Zürich auf die Air Force One von Präsident Donald Trump. 20. Januar. Präsident Trump steigt auf der Andrews Air Force Militärbase in die Air Force One. 21. Januar. Klimaaktivistin Greta Thunberg, immer noch etwas blass nach dem Tag mit Fieber, kommt im Kongresszentrum an. 20. Januar. Die Zugänge zum Kongress Zentrum sind abgesperrt und streng bewacht. 20. Januar. Spezialeinheiten der Polizei sind auf dem Dach des Kongresshotels positioniert. 20. Januar. Auf dem Dach des Kongress Zentrum steht hingegen ein Schneemann. 20. Januar. Teilnehmer des Protestmarsches von Landquart nach Davos. «Ein angenehmes Gespräch»: Simonetta Sommaruga traf in Davos die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Greta musste am Montag einen ersten Auftritt in Davos absagen. Sie sei krank und würde sich erholen, um ihre Rede am Dienstag halten zu können, sagte ihre Pressesprecherin. (Archivbild) Am Montag informierten Polizei und Militär an einer Pressekonferenz über die Sicherheitsvorkehrungen am WEF. «Konkrete Anschlagspläne liegen nicht vor», sagt der Bündner Kapo-Kommandant Walter Schlegel. Trotzdem leistet die Luftwaffe verstärkten Luftpolizeidienst. Wie ein Leser-Reporter berichtet, ist am Sonntag um 19 Uhr ein US-Transportflugzeug am Flughafen Zürich gelandet. Es soll sich dabei um die Frachtmaschine C-5 Galaxy handeln. Am Sonntag, 19. Januar 2020, sind Klimaaktivisten in Landquart GR zu einer dreitägigen Wanderung ans WEF aufgebrochen. Die zentrale Forderung: Das WEF soll sich der Klimaverantwortung stellen. Über 500 Personen haben sich versammelt. Die Polizei hat nur einen Teil der Wanderung bewilligt. In Davos sind die Sicherheitskräfte einsatzbereit. Soldaten in Vollmontur stehen vor dem Kongresszentrum. Soldaten in Vollmontur stehen vor dem Kongresszentrum. Black-Hawk-Helikopter der US-Air-Force über Dübendorf. Die US-Sicherheitskräfte bereiten den geplanten Besuch von US-Präsident Trump vor. Jedes Jahr wird Davos wegen des WEFs zur Festung. WEF-Chef Klaus Schwab hat am Donnerstag, 14. Januar, die Gästeliste präsentiert.

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Vor zwei Wochen herrschte in Davos Hochbetrieb. Das World Economic Forum (WEF) war in vollem Gange. Durch das Dorf fuhren unzählige Limousinen und brachten die Gäste an die verschiedenen Anlässe.

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Für die Kantonspolizei Graubünden ist das WEF jeweils eine besonders intensive Zeit. Gemäss der «Südostschweiz» wurden dieses Jahr am WEF insgesamt 273 Bussen ausgestellt. Wie viele davon tatsächlich im Zusammenhang mit Autofahrten für das WEF stehen, kann die Polizei nicht sagen. Vermutlich aber der Grossteil.

Geschäft wegen Falschparkierern geschlossen

Über 80 Prozent der Bussen gingen an Parksünder. Das bekamen auch die Geschäfte an der Promenade, der Hauptstrasse durch Davos, zu spüren. Eine Ladenbesitzerin sagt, sie sei jeweils froh, wenn das WEF wieder vorbei sei. Andere Ladenbesitzer haben aus den Vorjahren ihre Lehren gezogen. «Wir haben solch schlechte Erfahrungen gemacht, dass wir dieses Jahr das Geschäft während des WEF geschlossen hatten», heisst es bei einem Kleidergeschäft. Zu gross sei der Ärger mit den Falschparkierern vor dem eigenen Geschäft im vergangenen Jahren gewesen.

So schlimm, wie in den Vorjahren, war es in diesem Jahr offenbar nicht. Eine Ladenbesitzerin sagt: «Es hatte sehr viele Verkehrskadetten. Sie haben den Verkehr geregelt und mit den Autofahrern gesprochen.» Einmal musste sie selbst aktiv werden.
Auch die Anzahl Bussen ging zurück. Im letzten Jahr wurden insgesamt 501 Bussen ausgesprochen.

Konzept angepasst

Neben den Parkbussen wurden auch Strafen wegen Nichtbeachtens von Fahrverboten und der Nutzung des Handys am Steuer ausgesprochen. Insgesamt belaufen sich die Bussen auf gut 20'000 Franken. Das Verkehrskonzept habe funktioniert, so die Kantonspolizei Graubünden. Es habe ihr auch in die Karten gespielt, dass es weniger Schnee hatte als noch 2019. So waren mehr Parkplätze verfügbar. Zudem wurden dieses Jahr zwei grössere Flächen ausserhalb des Dorfzentrums als zusätzliche Parkplätze respektive Warteräume genutzt. So konnte die Parksituation im Dorfkern entlastet werden.

Ins Zentrum kamen die WEF-Gäste mit Shuttlefahrten der Rhätischen Bahn (RhB) zwischen Davos Dorf und Davos Platz. RhB-Sprecherin Yvonne Dünser sagt: «Das Angebot wurde dieses Jahr angepasst. Es sind pro Stunde drei und nicht mehr vier Busse gefahren. So konnten wir das Angebot im Vergleich zum Vorjahr harmonisieren.» Heisst, die Busse waren pünktlicher, da sie weniger im Verkehr stecken blieben.

(mig)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klugscheisserchen am 04.02.2020 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber Ähhhm...

    Wenn ich den Artikel richtig gelesen habe, steht nichts über die Einnahmen von Bussen darin. Sie wurden ausgestellt; wäre interessant wie viele von denen bisher bezahlt wurden...

  • nick am 04.02.2020 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenig werden bezahlen

    90% mit Diplomatischen Schildern? ;)

  • weg damit am 04.02.2020 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Mal So

    Das WEF hat den Steuerzahler 40 Millionen Franken gekostet ohne jeden Gegenwert für den einfachen Bürger.

Die neusten Leser-Kommentare

  • SWISS MADE am 04.02.2020 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • SWISS MADE am 04.02.2020 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Don Vito Corleone am 04.02.2020 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es werden Bussen verteilt

    aber die Einnahmen davon heißen Bussgeld und nicht "Bussengeld"!

  • DomDom33 am 04.02.2020 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und

    Wieviel davon werden effektiv bezahlt? Dürfte sich ja mehrheitlich um CD Kennzeichen handeln.

  • Wodoomaster am 04.02.2020 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschädigte beteiligen

    Meiner Meinung nach gehören ein beträchtlicher Teil der Busseneinnahmen den geschädigten Geschäftsinhaber. Ich Denke nicht dass der Schwab Klaus auch an die kleinen denkt.