Vorarlberg

17. August 2019 09:40; Akt: 17.08.2019 09:40 Print

Mann im Wahn schiesst auf Phantom

Der Besitzer eines grossen Waffenarsenals schoss am Donnerstagmorgen früh im Wahn auf einen vermeintlichen Einbrecher in einem Auto. In der Folge wurde er eingewiesen.

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Die Polizei in Vorarlberg (A) wurde am Donnerstagmorgen gegen 5 Uhr wegen einer Schussabgabe nach Ludesch gerufen. Vor Ort trafen die Beamten auf einen Mann, der mit einem Revolver in der Hand auf dem Vorplatz vor einem Mehrfamilienhaus stand.

Nachdem der Mann von den Beamten aufgefordert worden war, seine Waffe niederzulegen, kam er dieser Aufforderung nach. In der darauffolgenden Befragung gab der Mann an, er habe auf einen Einbrecher geschossen, der sich in einem parkierten Auto befunden habe. Er sagte sogar, er habe den Mann im Fahrzeug mit einem Kopfschuss getötet.

Kein Opfer auffindbar

Die Polizei untersuchte das Auto und stellte fest, dass die Scheibe auf der Fahrerseite zerbosten war. Zudem wurde ein Ausschussloch im Fenster der Beifahrertüre festgestellt. Die Polizisten konnten aber weder eine angeschossene Person, noch einen Hinweis auf ein Schussopfer finden.

Anhand der Spurenlage geht die Polizei davon aus, dass entgegen der Aussage des Mannes keine Person in dem Auto gesessen hatte. Nach Befragung des Mannes und der Aussage von Zeugen dürfte der Mann offensichtlich unter Wahnvorstellungen leiden. Laut Polizeiangaben ist der Mann zwischen 40 und 50 Jahren alt.

Waffenverbot erteilt

In der Folge wurde von den einschreitenden Beamten noch an Ort und Stelle ein vorläufiges Waffenverbot gegen den Schützen ausgesprochen. Der Mann besitzt eine gültigen Waffenschein. In seiner Wohnung stiessen die Beamten ein umfassendes Waffenarsenal: Eine weitere Pistole, zwei Langwaffen, ein Druckluftgewehr, zwei Schreckschusspistolen, über 1000 Schuss Munition sowie zirka 75 Messer, darunter diverse Spring- und Klappmesser, sowie einen Schlagstock.

Die Waffen wurden sichergestellt. Nach Hinzuziehung der Amtsärztin wurde der Mann in das Landeskrankenhaus Rankweil eingewiesen.

(20 Minuten)