Olma-Ärger

11. Oktober 2015 19:38; Akt: 11.10.2015 19:52 Print

Anwohnern stinkts – trotz mehr WCs und Polizei

Wegen Wildpinklern und Vandalen an der Olma und am Jahrmarkt 2014 setzen die Veranstalter und die Polizei dieses Jahr auf ein neues Konzept. Anwohner und Standbetreiber halten nichts davon.

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Die letztjährige Olma sorgte für viel Ärger. Es kam zu Vandalismus an Marktständen und Infrastruktur, die Polizei stellte über fünfzig Wildpinkler. Marktfahrer beklagten 50'000 Franken Schaden alleine nach dem ersten Wochenende. Die Organisatoren haben darauf mit einem runden Tisch und einem Massnahmenpaket reagiert, mit dem Ziel, das Sicherheitsempfinden von Besuchern, Marktfahrern und Anwohnern sowie die Sauberkeit zu fördern.

Dieses Jahr stehen zum einen doppelt so viele WC-Container zur Verfügung, um den Gästen das Erleichtern zu erleichtern. Diese sind beleuchtet und bis zum Schluss des Jahrmarktes geöffnet. Zum anderen werden die Vorgärten der Anwohner jeweils am Morgen zwischen 7 Uhr und 9 Uhr von einem privaten Reinigungsunternehmen gesäubert und von Unrat befreit, wie die Stadtpolizei St. Gallen an einem Medienrundgang erzählt.

Neu: «Hotel Suff»

Auch um stark Alkoholisierte will man sich dieses Jahr besser kümmern. Bei der Blumenaustrasse wurde zum ersten Mal eine Sanitätsstelle eingerichtet, die sich ausschliesslich um Patienten kümmert, die einen über den Durst getrunken haben. Ziel sei es, nur noch echte Notfälle in die Notaufnahme des Kantonsspitals überweisen zu müssen und die Turnhalle zur begleiteten Ausnüchterung zu nutzen. Medizinisches Personal überwachte die Werte der Betrunkenen und versorgt sie wenn nötig mit Infusionen. Die Sanitätsstelle ist nur von Donnerstag bis Samstag zwischen 19 Uhr und 7 Uhr im Betrieb.

Bisher wurden im «Hotel Suff», wie es von einem Anwohner genannt wird, bereits ein Dutzend Patienten betreut, wie die Polizei auf Anfrage bekannt gibt.

Die Kosten für die neuen Massnahmen belaufen sich auf 44'000 Franken. Diese werden zu je einem Drittel von der Messe, der Marktorganisatoren und den Gastrobetrieben vor Ort, mit Ausnahme der Paul Schildknecht Gastronomie (PSG), getragen.

Mit Gartenschlauch gegen Wildpinkler

Trotzdem sind die Anwohner nicht zufrieden: «Mir hat letzte Nacht einer vors Haus geschissen!», beklagt sich ein Anwohner über die nächtlichen Eskapaden der Olma-Gäste. «Jedes Jahr wird es schlimmer, dabei hätte der Wildkacker wirklich nur zehn Meter weiter zu den Toilettenwagen gehen müssen», so der Anwohner. «Jedes Jahr das gleiche Spiel – uns stinkt es», lässt eine ältere Anwohnerin Dampf ab und schimpft: «Die Polizei macht mit ihren Gaggi-Patrouillen zwar vielen das Pfunden und Schiffen schwer, doch erwischen tun sie nur einen Bruchteil.»

Einige St. Galler, die unmittelbar beim Jahrmarkt wohnen, greifen im Kampf gegen die Wildpinkler und Wildstuhler zur «Selbstjustiz». «Ich habe den Gartenschlauch auf die Veranda genommen und spritze sie damit an», so ein Anwohner. «Die Polizei macht eh nichts», so der Pensionär.

Positive Bilanz zum ersten Wochenende

Laut Roman Kohler, Sprecher der Stadtpolizei, verlief das erste Olma-Wochenende ohne grössere Zwischenfälle – konkrete Zahlen kann er noch nicht nennen. Nur so viel: «Es war sehr ruhig.» Auch seien die WC-Anlagen gut genutzt worden und hätten für positive Rückmeldungen gesorgt. Für ihn habe sich das Konzept bewährt. Dass es reklamierende Anwohner und Standbetreiber gebe, sei nichts Neues. «Wir sind aber im ständigen Dialog mit allen Beteiligten.»

(rar)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cruzi am 11.10.2015 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    unterstes Niveau

    Ich weiss nicht was so toll daran sein soll, sich derart zu besaufen, dass man nicht einmal mehr imstande ist , ein WC aufzusuchen.

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  • roll2go am 11.10.2015 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unter aller Hunde

    Solange das Alkoholsaufen nicht eingeschränkt, ja in gewissen Hallen sls das Olma-Highlight "verkauft" wird, sind das leider die Folgen. Und nur so nebenbei, im Rolldtuhl kann man diesen Spuren nicht (mit einem Schritt darüber hinweg) ausweichen!

  • Max Muster am 11.10.2015 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Saufveranstaltung

    Ich kann mich noch erinnern, wie das Oktoberfest in den Kommentaren als eine Saufveranstaltung beschimpft wurde. Offenbar hat diese Familien und Landwirtschaftsmesse zu dem Alkohol auch noch organisatorische Probleme

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hansi Hase am 13.10.2015 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    PSG

    Die Kosten werden aufgeteilt, "... mit Ausnahme der Paul Schildknecht Gastronomie (PSG),..." ....wieso erstaunt mich das nicht??

  • Peter Stuber am 13.10.2015 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist "in"

    Das hat doch nicht's mit OLMA zu tun. So geht es überall in der Stadt, natürlich vor allem im Zentrum. Der Abfall wird weniger als einen Meter neben dem Abfallbehälter liegen/stehen gelassen, vor allem natürlich die Zigarettenstummel. Kaffeebecher und Alu'cans' werden dort abgestellt wo man den letzten Schluck genommen hat. Überall dort wo man sich aufhält gibt es Rinnsale. Man markiert sein Gelände, so wie es die Hunde machen. Das ist "in". Damit gewinnt man "Ansehen".

  • s.H. am 12.10.2015 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Anwohner..

    Ich finds ja auch nicht gut und schön, dass es Leute gibt die in die Gärten anderer Leute pinkeln. Aber wenn man in die nähe der Olma-Hallen zieht und dort wohnen will sollte man sich vorher darüber Gedanken machen was das bedeutet! Dies ist ja ein allgemeines Problem. Wem dies nicht passt muss er wohl oder übel von dort wegziehen oder mit dem klarkommen.

    • Alex am 13.10.2015 01:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      WC wofür genau?

      Sorry, aber dieses Argument ist echt Sch... Es gibt unzählige Messen ohne "Nebengeräusche", OLMA ist nicht die Regel! Seit wann genau gibt es ein Recht "an der OLMA darf wild gepinkelt und gesch... werden?!?

    • niklaus am 13.10.2015 05:58 Report Diesen Beitrag melden

      kontrollen

      olma ist und war schon immer ein säuferanlass mit ein paar kühen als deko wo sind denn all die hilfsscheriffs die sonst bei buss und bahnkontrollen gerne den grossen markieren ? aber bei besoffenen traut sich hald keiner und wieso muss die polizei den kopf hinhalten?soll die messeleitung das selber organisieren bei 17fr eintritt sollte das locker drinliegen

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  • St.Galler Bär am 12.10.2015 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur keine Infusionen:

    Wasser zum trinken geben, wenn sie immer noch Durst haben. Die sollen echten Kater erleben am nächsten Morgen! Die Ölmalerei ist ein Herbstmarkt und keine Woche des Besäuffnisses.

  • Berner am 12.10.2015 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Fremde Kulturen. Ein Problem.

    Es passen nicht alle Kulturen in unser friedliches und sauberes Land. Z.B. die aus dem Osten des Landes, die gerne an diese Olma pilgern.

    • p.s. am 12.10.2015 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Berner

      Grins. Und dass schreibt einer, der sich als Pseudo Berner ausgibt und damit unglaublich weit im Westen 'der Stadt' wohnhaft ist, ferner zumeist auch eher ein Exot darstellt. :D

    • @ Berner am 12.10.2015 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Der übermässige Alkohol Konsum

      Und der Umgang damit ist das Problem. Am besten die Leute heimschicken die zuviel gesoffen haben, aber nein es wird sogar noch ein extra Zelt aufgestellt, für Leute wo sich selber nicht im Griff haben. Da kann man nur den Kopf schütteln!

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