St. Gallen

04. Dezember 2019 19:31; Akt: 04.12.2019 19:31 Print

Anzeige lockt mit Drogen per Mausklick

Auf der Internetplattform Ron Orp St. Gallen wurde per Inserat Crystal Meth zum Verkauf angeboten. Ein Leser wundert sich, wie einfach das offenbar geht. Die Betreiber der Seite haben reagiert.

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«Ich war geschockt. Dieser Plattform muss man sofort den Stecker ziehen», so die Reaktion des Schweizer Komikers Frank Richter. Er hat auf ronorp.net in der Rubrik St. Gallen ein Inserat für die Droge Crystal Meth gefunden. Das Inserat ist in englischer Sprache verfasst und verspricht höchste Diskretion bei der Kaufabwicklung. Zudem gibt es einen Link, der zu einem Onlineshop für weitere Drogen führt.

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Richter: «Ich wollte selbst ein Inserat aufschalten und dann bekam ich dieses Inserat angezeigt.» Er sei erstaunt, wie einfach offenbar im Internet Drogen angeboten werden könnten. Zudem frage er sich, ob die Inserate nicht überprüft würden, bevor sie für alle sichtbar aufgeschaltet werden.

Inserat sofort gelöscht

Den Betreibern von Ron Orp war das Inserat nicht bekannt. Nachdem sie darüber informiert wurden, haben sie es umgehend gelöscht. Auf Anfrage heisst es: «Der Profilinhaber kommt nun auf unsere Schwarze Liste. Er kann nie mehr ein Inserat aufschalten.» Weder solche Angebote noch rassistische, sexistische, betrügerische oder sonst illegale würden geduldet.

«Die Inserate können vor dem Aufschalten nicht alle überprüft werden. Dafür haben wir die nötigen Ressourcen nicht», heisst es von Seiten Ron Orp. Die Profilinhaber würden aber informiert, was sie veröffentlichen dürften und was nicht. «Es gibt immer mal wieder Leute, die unsere Seite missbrauchen. Da sind aber nicht nur wir betroffen», so die Verantwortlichen von Ron Orp weiter. Leider würden teilweise fehlbare Inserate wie dasjenige der Drogenhändler unentdeckt bleiben. So blieb es von Montagabend bis am Mittwochmittag online. Dies obwohl die Inserate mindestens zwei Mal täglich geprüft werden.

Ron Orp droht keine Strafe

Der Polizei ist das Problem von solchen Inseraten bekannt. Markus Rutz von der Kantonspolizei St. Gallen sagt: «Auf sämtlichen Plattformen können Betäubungsmittel angeboten werden. Meistens reagieren die Plattformbetreiber aber schnell und löschen das betreffende Angebot.»

Strafbar machen sich die Betreiber bei der Aufschaltung von solchen Inseraten laut Rutz in der Schweiz nicht. Allfällige Käufer und der Verkäufer dagegen schon. Rutz erklärt, dass sich Käufer und Verkäufer, also der Profilinhaber, strafbar machen wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zuständig wären die Schweizer Behörden aber im vorliegenden Fall nur, wenn es in der Schweiz einen Käufer gäbe. Denn; Die angebotenen Drogen stammen offenbar aus den USA.

(mig)

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