St. Gallen

01. Dezember 2015 17:50; Akt: 01.12.2015 17:50 Print

App macht Schaufenster zum Spielplatz

Ein Ostschweizer Tüftler hat das erste Schaufenster eingerichtet, dessen Auslage mit dem Smartphone bedient werden kann. Passanten sind begeistert.

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«So etwas Lustiges habe ich noch nie gesehen», staunt eine Passantin, als sie sieht, wie jemand mit seinem Handy Spielsachen in einem Schaufenster bedient: «Das ist ja wie von Geisterhand.» Im Schaufenster unter dem bekannten Zollibolli-Männchen kann jeder mit seinem Mobiltelefon Spielsachen zum Leben erwecken oder gar selber steuern. Der Clou dahinter ist eine Steuerung, die ein Niederteufener Elektroingenieur entwickelt hat.

«Ende Oktober kam mir die Idee, dass man den Leuten, die einkaufen, doch etwas völlig Neues bieten muss», sagt der 35-jährige Philipp Auerbach, der sich als Elektronikentwickler selbstständig gemacht hat. Er habe nach Möglichkeiten gesucht, seine Vision eines interaktiven Schaufensters umzusetzen und hat sich schliesslich mit Zollibolli zusammengetan. «Ein Spielwarenladen ist ideal, da es so viele tolle Möglichkeiten gibt», so Auerbach.

Spielsachen per App steuern

Mit Hilfe einer Gratis-App kann jeder, der im Besitz eines Smartphones ist, die Spielsachen im Schaufenster steuern. «Dank Bluetooth braucht es keine komplizierten Vorgänge», so Auerbach. Per Touchscreen lässt sich so die Modelleisenbahn, ein Solar-Riesenrad und eine Kügelibahn bedienen. Ebenso kann man seine Geschicklichkeit in einem Holzlabyrinth unter Beweis stellen, bei dem man per Smartphone eine Kugel lenken kann.

Schaufenster der ganzen Stadt interaktiver machen

«Meine Vision ist es, die Schaufenster ganzer Innenstädte mit einer App zum Leben zu erwecken und so ein völlig neues Einkaufserlebnis zu schaffen», so Auerbach. Der Kreativität seien dabei keine Grenzen gesetzt, so könnte er sich vorstellen, dass sich Kunden auch ausserhalb der Ladenöffnungszeiten über Produkte informieren könnten. Auerbach finanzierte die Entwicklung und die Umsetzung des interaktiven Schaufensters selbst. Über den Preis der Anlage gibt er keine Auskunft.

Idee kommt gut an

Fussgänger beobachten den Entwickler des interaktiven Schaufensters aufmerksam, als er mit seinem Handy die Kugel durch das Labyrinth lotst. Eine Mutter lässt sich die Funktionen erklären und findet sofort Gefallen an der Eisenbahn: «Das muss ich unbedingt meinem Sohn zeigen», sagt sie. Eine Gruppe Jugendlicher testet das Labyrinth: «Es ist wirklich witzig, durchaus eine Abwechslung im Gegensatz zu den anderen eher langweiligen Schaufenstern», sagt einer von ihnen. «Es wäre sicher noch cool, auf diese Weise Kleider oder Schuhe anzusehen.» Spannend fänden sie auch, sich im Zollibolli-Schaufenster duellieren zu können. Doch das ist noch nicht möglich: «Es kann nur immer ein Smartphone mit dem Schaufenster verlinkt werden», erklärt Philipp Auerbach.

Die Anlage wird noch so lange in Betrieb sein, wie die Weihnachtsdekoration bei Zollibolli im Schaufenster liegt.

(rar)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El Papi am 01.12.2015 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gab früher schon etwas ähnliches

    Als Kind habe ich am Schaufenster eines bestimmten Spielwarenladens immer mit der Eisenbahn gespielt, man konnte drei Züge mit Sensorfeldern durchs Fenster hindurch steuern und das muss hochmodern gewesen sein zu der Zeit. Zeitweise war es nicht möglich bis zum Fenster vorzudringen, so beliebt war das. :)

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  • El Papi am 01.12.2015 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gab früher schon etwas ähnliches

    Als Kind habe ich am Schaufenster eines bestimmten Spielwarenladens immer mit der Eisenbahn gespielt, man konnte drei Züge mit Sensorfeldern durchs Fenster hindurch steuern und das muss hochmodern gewesen sein zu der Zeit. Zeitweise war es nicht möglich bis zum Fenster vorzudringen, so beliebt war das. :)