Berghaus Girlen

07. Mai 2012 22:23; Akt: 07.05.2012 22:28 Print

Asylbewerber tauchen oft unter

Im Berghaus Girlen leben seit Februar Asylbewerber. Laut Experten ist mehr als die Hälfte untergetaucht.

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Provisorische Asylunterkunft: Das Berghaus Girlen bei Ebnat-Kappel.

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Seit Ende Februar wird das Berghaus Girlen bei Ebnat-­Kappel als Asylunterkunft betrieben: 50 Männer finden dort Platz. Laut den Betreibern ist das Heim momentan voll belegt. Die Bewohner sind sogenannte Dublin-Fälle, für deren Asylanträge andere Staaten in Europa zuständig sind. Das heisst, dass die Girlen-Bewohner keine Chance haben, in der Schweiz Asyl zu erhalten – und so nichts zu verlieren haben.

Laut Experten verlassen aber ungewöhnlich viele der Girlen-Bewohner die Schweiz bei einem negativen Asylentscheid des Bundes nicht, sondern tauchen kurzerhand unter: «Ich weiss aus mehreren Quellen, dass sich über die Hälfte der Bewohner in die ­Illegalität absetzt», sagt Josef Wirth von der Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht. «Die meisten davon bleiben in der Schweiz.» Wirth, der das Berghaus mehrmals besucht hat, kritisiert zudem, die Asylbewerber würden im abgelegenen Girlen «in völliger Isolation» leben und keine Privatsphäre haben.

Die Firma ABS Betreuungsservice AG, die die Unterkunft betreibt, weist die Vorwürfe zurück – und nennt andere Zahlen: 30 Prozent der Asylbewerber würden untertauchen. «Das ist Schweizer Durchschnitt», sagt ABS-Geschäftsführerin Franziska Ramseyer. Bisher seien im Girlen insgesamt 155 Asylbewerber untergebracht worden.

(20 Minuten)