Misstrauen im Connyland

23. Februar 2012 16:34; Akt: 23.02.2012 16:34 Print

Ausländische Experten sollen Delfintod klären

Der Tod der beiden Delfine lässt das Connyland nicht los. Am Zürcher Gutachten zweifeln sie nach wie vor. Jetzt sollen ausländische Delfinexperten den Fall aufrollen.

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Schocknachricht aus dem Connyland in Lipperswil: Der achtjährige Delfin Angel ist am 3. November 2013 gestorben. Mit ihm sind seit 2008 neun Delfine gestorben. Im Jahr 2007 war Angel getauft worden - von der Musicstar-Siegerin Fabienne Louves. Das mittlerweile achtjährige Delfinmännchen hätte nach Jamaika umgesiedelt werden sollen. Am Dienstag, 8. November 2011, ist im Freizeitpark Connyland das achtjährige Delfinmännchen Shadow verendet. Mit Shadow sind seit 2008 sieben Delfine im Connyland gestorben. ProWal und Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) kritisieren darauf das Veterinäramt. Dieses habe eine Technoparty vom 29. Oktober nicht verboten. Diese sei Schuld am Tod des Delfins. Der Kantonstierarzt widerspricht: Die Technomusik sei im Delfinarium kaum zu hören gewesen. Ausserdem sei nur der Tod des jungen Shadow aussergewöhnlich. Zwei der früher gestorbenen Delfine seien 27 und 28 Jahre alt geworden, die anderen seien Babys gewesen. Die Todesursache von Shadow wird noch untersucht. Die Tierschutzorganisationen bezeichnen das Connyland hingegen als Todestrakt. Sechs Tage nach Shadow stirbt am 14. November 2011 ein weiterer Delfin im Connyland. Der Verdacht wird laut, beide Tiere könnte vergiftet worden sein. Doch die Staatsanwaltschaft Thurgau teilte am 05. Juli 2013 mit, dass die Delfine an einer Hirschädigung gestorben sind. Dies durch die Überdorsierung von Medikamenten. Laut Tierschutzorganisationen ist artgerechte Haltung nicht möglich. Ein Becken könne nie die Standards eines Meeres bieten. Delfinarien verunmöglichten ein natürliches Sozial- und Jagdverhalten.

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Innerhalb einer Woche sind im November 2011 die beiden Delfine Chelmers und Shadow gestorben. In einem Gutachten kommt die Uni Zürich zum Schluss, dass die beiden Delfine durch die Verabreichung eines Antibiotikums getötet wurden. Doch das glauben die Verantwortlichen des Connylands auch gut drei Monate nach dem Tod nicht.

«Im Gutachten gibt es viele Ungereimtheiten, darum sind die Ergebnisse fragwürdig», sagt Erich Brandenberger, Manager des Connyland, gegenüber 20 Minuten Online. Vor Kurzem hat er die zwei Bundesordner fassenden Unterlagen zur Untersuchung der Todesursache der beiden Delfine erhalten. Darin kommen die Experten der Verterinärpathologie gemäss Brandenberger zum Schluss, dass die Delfine an einer Gehirnläsion (Verletzung von Gehirnteilen Anm. der Red.) gestorben sind, die mutmasslich durch Antibiotika ausgelöst worden sei.

«Wir wollen neutrale, unabhängige Experten»

Für Brandenberger ist klar, dass sich auch die Veterinärmediziner nicht sicher sind und über die Todesursache nur mutmassen könnten. «Wir wollen darum Klarheit schaffen und neutrale, unabhängige Delfin-Experten aus dem Ausland mit den Untersuchungen beauftragen», sagt der Connyland-Manager.

Konkret geht es ihm immer noch um den Verdacht der Vergiftung, die vom Labor in Zürich wie auch von der Gerichtsmedizin in St. Gallen nicht untersucht worden sei. Brandenberger sagt, der Veterinärpathologie seien konkrete Giftsubstanzen genannt worden. Diese habe geantwortet, in der Schweiz würden keine Verfahren existieren, um nach diesen Substanzen suchen zu können. «Wir wollen nun Experten finden, die diese Untersuchungen machen können», sagt Brandenberger.

Sondierungen in den Internationalen Delfinkreisen zur Ortung möglicher Experten hätten schon stattgefunden.

(ann)